Download des Tages
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Montag, 27. April 2015, 10:00 Uhr

Seekae - The Stars Below (LUCIANBLOMKAMP Remix)

Der Free - Download des Tages

LUCIANBLOMKAMP tut uns mit seinem Remix von Seekaes "The Stars Below" einen riesigen Gefallen: endlich reflektieren mal, in was für einer undankbaren Turbo-Gesellschaft wir leben.

Wir leben nämlich in einer Zeit, in der alles wahnsinnig kurzlebig ist. Einfach, weil es andauernd etwas neues, mindestens genauso gutes, wenn nicht sogar besseres gibt. So verhält es sich nicht nur mit Liebesbeziehungen und Technik, die heute wahnsinnig innovativ ist, morgen aber schon überholt. Auch fantastische Songs haben sich zu Eintagsfliegen des Hypes entwickelt. Und sowieso: der Lieblingskünstler aus dem Untergrund gilt gerade noch als Geheimtipp, ist morgen aber schon wieder viel zu alt, als dass man sich damit noch irgendwie als kredibiler Musikentdecker profilieren könnte. Also sucht man sich prompt eine neue 24-Stunden-Liebe. Futter gibt's ja genug - jeden Tag kommen um die zigtausend neue Bands auf den Markt. Die Zeit der Genießer ist vorbei, genauso die wochenlange Phase, in der man nur ein Album rauf und runter hört, weil es so wahnsinnig gut ist. Heutzutage skippen wir nur mal kurz durch, denn kaum einer hat mehr Zeit, sich wirklich eine Stunde pro Platte hinzuhocken und zu lauschen. Und wenn kein namhafter Blog darüber schreibt, lohnt es sich eh nicht. So kommt es viel zu oft vor, das tolle Alben einfach im Strudel der Vergänglichkeit verloren gehen, sogar vollkommen übersehen werden.

Eines dieser Alben war unserer Meinung nach The Worry von Seekae. Eine Platte, die es 2014 sogar in unsere Alben-Bestenliste geschafft hat, aber nie wirklich beachtet wurde. Schade Schokolade, denn die drei Aussies basteln Klänge, die irgendwo zwischen Boards of Canada und James Blake schweben. Mit The Worry haben sie ein Album gebastelt, das mit so viel Variation protzt und so vielen verschiedenen Emotionen spielt. Genre-mäßig ist die Platte nicht wirklich einzuordnen. Da kommen Post-Dubstep Einflüsse wie eben bei James Blake zum Tragen, um dann wieder zu 8-Bit Sounds zu wechseln und dann fühlt man sich irgendwie doch wieder an Hot Chip erinnert. Irgendwo zwischen IDM und Downtempo. Hier kommt einfach alles zusammen und formiert sich zu einem gesamtheitlichem, sehr schönem Überbau, der auf dem ganzen Album vorhanden ist. Wirkung: Man fühlt sich wie in einer Blase, in der man isoliert über allem steht und mal alles unangenehme ausblenden kann. Selber bezeichnet das Trio seinen Stil übrigens als "ghetto-ambient". Auch gut.

Doch auch wir müssen gestehen, dass jetzt schon länger nicht mehr reingehört haben. Immerhin wurden dazwischen Schmankerl wie At Least for Now von Benjamin Clementine oder das Debütalbum der Husbands veröffentlicht - und das sind jetzt nur zwei Beispiele aus gut fünfhundert toller Platten. Deswegen freuen wir uns jetzt riesig über den Remix von "The Stars Below" vom Melbourner LUCIANBLOMKAMP, der uns The Worry wieder ins Gedächtnis ruft.

LUCIANBLOMKAMP hat gar nicht mal so viel verändert, ihn lediglich düsterer gemacht und zunächst etwas entschleunigt, bis er dann bei etwa 2:44 Minuten wieder Tempo reinhaut, was dem Track echt gut steht.

Das australische Über-Label future classic bietet den Remix für lau an:



Zum Vergleich gibt's hier noch mal das Original von "The Stars Below":



Alex Cameron und John Hassell fingen in der Highschool an, in einer Band zu spielen wenn sie nicht gerade Commander Keen zockten. Nach dem Abschluss traf Alex dann nach ewigen Zeiten seinen Grundschulfreund George Nicholas. Glücklicherweise stellten sie fest, dass ihr Musikgeschmack ziemlich viele Überschneidungen hat und fingen 2006 an, die Windungen elektronischer Musik für sich zu entdecken. MPC und Synthesizer geholt und losgelegt. Bandname war natürlich Commander Keen.

Bei dem sollte es aber nicht bleiben und man entschloss sich dazu, nur die Initialen zu verwenden. Damit sind sie auch auf Granit gestoßen, weil eine schottische Band bereits so hieß. Dann eben so, wie man die Buchstaben aussprechen würde. See und Kae. So. Namensfindung beendet. Was jetzt als musikalisches Endprodukt ums Eck kommt, klingt episch. Vor allem auf ihrem ersten in Australien groß gehypten Album The Sound of Trees Falling on People ist ihre musikalische Ursprungsrichtung kaum überhörbar, da über die Instrumente merklich mit einem 8-Bit Sythesizer drüber gegangen wurde. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es vor Cheezyness nur so trieft. Das volle Gegenteil ist der Fall. Viele Songs sind ruhig, atmosphärisch und klingen einfach zum dahinschmelzen ästhetisch.