Künstler auf dem Radar

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Montag, 15. Juni 2015, 12:00 Uhr

Leon Bridges

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Die Zukunft der Soulmusik im Jahr 2015 klingt wie ihre Vergangenheit und sieht auch genauso aus. Schuld daran ist der 25 Jahre junge Leon Bridges, den ihr unbedingt auf dem Radar haben solltet.



Leon Bridges ist eine alte Seele. Das sieht man sofort, wenn man sich Fotos von ihm ansieht. Er ist wie Sam Cooke mit Internet.

 


Auch seine Musik bringt uns zurück in die 50er und 60er Jahre. In die Zeiten von Leons Helden, Sam Cooke, Ben E. King und Otis Redding. Er kleidet sich so, weil es für ihn ein Ausdruck seines Selbst ist. Und er klingt so, weil das seine Art ist, das auszudrücken, was er ausdrücken möchte. Bis vor Kurzem arbeitete er noch in einem Tex-Mex-Restaurant in seiner texanischen Heimat Fort Worth. Abends trat er bei Open Mic-Nächten auf und sang seine Lieder. Dazu liefen Hip Hop Beats aus seinem Handy. "Ich klang wie Usher", sagt er selber. Ungenügend. Deswegen beginnt er 2012 sich selbst das Gitarrespielen beizubringen. Damit rückt er seinem Ziel schon einen großen Schritt näher.



Nach einem solchen Auftritt in einer Bar folgt ihm eine Frau und stellt ihn zur Rede. Zur Abwechslung wundert sie sich mal nicht über sein Erscheinungsbild, sondern ist großer Fan. Ihr Freund, sagt sie, laufe genauso rum. Ihr Freund ist Austin Jenkins von der texanischen Indie-Band White Denim. Die beiden treffen sich und kommen sofort super miteinander klar.

Austin wagt ein Investment: er zahlt für Studio und Studiomusiker und produziert Leon Bridges Demos, 20 an der Zahl. "Coming Home" und "Better Man" landen als erste Auszüge davon wenige Wochen später auf Soundcloud. Damals noch Free-Downloads, haben sie mittlerweile Millionenplays.


Bereits im Dezember letzten Jahres dann der nächste Schritt: Columbia Records, Tochter von Sony, seines Zeichens unter den Top Drei der weltweit größten Labels. Nicht nur deswegen, werden wir noch einiges von Leon Bridges hören. Er trifft einen Zeitgeist. Den, des Sich-Zurückbesinnens. Elektronische Acts orientieren sich immer mehr an den Disco-Anfängen der späten 70er. Junge Rapper wie Joey Bada$$ klingen, als ob sie ihre Alben Anfang der 90er hätten rausbringen können. Und Leon Bridges setzt noch weiter vorne an. Statt sich auf 90er-R’n’B zu beziehen geht er zurück zur Grundbedeutung des Wortes, nämlich Rhythm and Blues.

Das klingt dann zwar nicht bis zum letzten Mü ausproduziert, kratziger und leiser. Aber das macht nichts, denn Leon packt so viel Herz in seine Texte und Seele in seine Stimme, wie es seine Vorbilder nicht besser konnten. Er hat seinen Sound in der Einfachheit und Ehrlichkeit von Soulmusik gefunden.

Er wendet das Genre auf eine Straße, von der es vor ewigen Zeiten gekommen, dann aber auf einen Highway abgebogen war. So erweist er der Vergangenheit seinen Respekt und prägt die Zukunft.

Am Freitag, den 19. Juni, wird sein Debütalbum Coming Home veröffentlicht. Bei den Kollegen von npr könnt ihr das komplette Album allerdings jetzt schon streamen. Erzählt uns gerne, was ihr davon haltet, am besten via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vor fast einem halben Jahr hatten wir euch den Guten übrigens schon als Künstler, den ihr auf dem Radar haben solltet, vorgestellt. Den Beitrag könnt ihr hier nachhören:



Bildquelle: Leon Bridges // Facebook

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