Künstler auf dem Radar
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Montag, 08. Februar 2016, 00:00 Uhr

Jack Garratt

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Ein Mann, ein Bart und scheinbar acht Arme für jede Menge Instrumente - Jack Garratt ist eine britische Einmannkapelle.


Wenn Jack Garratt die Bühne betritt, fragt sich sicher der ein oder andere Zuschauer: „Hey, wo bleibt denn eigentlich seine Band?“ Kein ganz abwegiger Gedankengang. Auf der Bühne stehen schließlich genug Instrumente, um eine durchschnittliche Indie Band zu beschäftigen. Aber Jack hat es nicht nötig sich von anderen Musikern Hilfe zu holen. Er spielt einfach alle Instrumente selbst. Und zwar gleichzeitig.



Warum sich Jack Garratt nicht für ein Instrument entscheiden kann, hängt vielleicht ein bisschen mit seiner Kindheit zusammen. Seine Geschichte beginnt im englischen Dorf Little Chalfont, weit weg von London, Manchester oder Liverpool. Viel Ablenkung oder mögliche Bandmitglieder gibt es für den Rotschopf nicht gerade.

Aber Jack hat Glück, denn seine Eltern sind absolut musikbegeistert. Deswegen fängt er an, alle möglichen Instrumente zu lernen. Mit zwölf beherrscht er nicht nur die Klassiker wie Klavier, Schlagzeug und Gitarre sondern auch eher exotische Instrumente wie Ukulele und Mandoline.

Schon bald strebt er dann nach dem ganz großen Ruhm und sucht ihn beim Junior Eurovision Song Contest. 2005 vertritt er sein Heimatland – und belegt sang- und klanglos den letzten Platz. Mittlerweile kann Jack darüber lachen: Er ist sowieso der Meinung, dass er damals mit den falschen Hintergedanken angetreten ist. Ihm ging es damals mehr um die Aufmerksamkeit als um die Musik.

Nach ein paar Experimenten mit traditioneller Blues-Musik drückt Jack Garratt schließlich auf den Resetknopf, schließt sich in seinem Zimmer ein und konzentriert sich voll und ganz aufs Songschreiben. Er erinnert sich noch einmal an sein erstes musikalisches Aha!-Erlebnis beim Hören eines Stevie Wonder Songs zurück. Aber auch modernere Künstler wie Jack White und Frank Ocean beeinflussen ihn. Gepaart mit seiner Erfahrung an allen möglichen Insrumenten entsteht schließlich Jacks einzigartige Mischung aus Soul, Elektro und Blues gepaart mit einem guten Einschlag Pop, die ihn so neu und aufregend macht. Plus das Talent das alles live und gleichzeitig zu tun.



Jack Garratts großer Durchbruch beginnt schließlich beim Reading und Leeds Festival. Kein Wunder. Seine Liveshows sind schließlich – ohne unnötig übertreiben zu wollen - nahezu atemberaubend. Wie Jack auf der Bühne gleichzeitig Schlagzeug, Keyboard und Gitarre spielt ist ziemlich beeindruckend. Er haut abwechselnd in die Keyboardtasten oder auf sein Drumpad, spielt zwischendurch noch Soli auf seiner Gitarre und schreit sich so ganz nebenbei noch regelrecht die Seele aus dem Hals.




Zugegeben: Ein richtiger Geheimtipp ist Jack Garratt nicht mehr. 2014 habt ihr ihn mit "Worry" sogar schon auf Platz 1 der egoFM 42 gewählt. Diesen Monat wird er jedoch richtig durchstarten. Am 19. Februar erscheint nämlich sein Debütalbum Phase.

Und nach dem Release folgt gleich die Welttournee durch Amerika und Europa. Auch der egoFM Stadt München stattet er am 8. Mai mal wieder einen Besuch ab. Dann könnt ihr miterleben wie Jack erst die Bühne und dann eure Herzen erobert - und zwar im Alleingang.

Vitus aus der egoFM Musikredaktion stellt euch Jack Garratt noch einmal vor



Bildquelle: Jack Garratt // Facebook