Künstler auf dem Radar
Haelos
Freitag, 01. April 2016, 00:00 Uhr

HÆLOS

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Irgendwo zwischen Trip Hop, Indie Pop und Soul liefern HÆLOS den perfekten Soundtrack für die Zeit kurz vor dem Sonnenaufgang.

Das Gefühl dürfte so gut wie jedem bekannt sein: So sehr man sich in den etwa 108 Stunden zwischen Montagfrüh und Freitagabend auch auf das Wochenende freut: Irgendwann hat man endgültig die Nase voll vom dröhnenden Sound aus den Boxen, den viel zu teuren Drinks und den verschwitzten Menschenmassen im Club der Wahl. Dann heißt es an der Garderobe anstehen, den mitgezogenen Freunden noch alibimäßig eine Verabschiedung zurufen, damit am nächsten Morgen niemand Grund hat sich zu beschweren, und dann letztendlich: ab nach draußen in die frühen Morgenstunden.

Jetzt muss nur noch die Zeit zwischen dem Clubausgang und der heimischen Wohnungstür überbrückt werden. Für diese Zeit zwischen den Tagen liefert eine Londoner Formation jetzt den perfekten Soundtrack: HÆLOS.



Als Lotti, Dom und Arthur sich kennenlernen, sind alle schon mit der Musikszene vertraut, so richtig zünden ihre musikalischen Ideen aber erst, als sich die drei zusammenschließen. Das erste Erfolgserlebnis lässt auch nicht lange auf sich warten: Nach gerade mal zwei Stunden haben sie ihren ersten Song fertig, den sie in ihrer Euphorie auch gleich ins Netz stellen.



"Dust" kommt bei den Zuhörern im Internet so gut an, dass die Londoner schnellstmöglich Naschschub liefern müssen. Ganz so schnell wie bei ihrem Debütsong "Dust" will es dieses Mal jedoch nicht klappen – fast zwei Jahre lang schließen sich Haelos in ihrem düsteren, fensterlosen Studio ein, um ihr Debütalbum Full Circle aufzunehmen.

Die Stimmung während der Produktion ist jedoch ziemlich gedrückt: Zum plötzlichen Erfolgsdruck und der düsteren Studioatmosphäre treten auch noch private Beziehungskrisen ins Leben der Bandmitglieder, die im Song "Breathe" verarbeitet werden. Nur ein paar Festivalauftritte unter anderem beim MS Dockville oder dem Reeperbahnfestival locken die Band aus ihrem düsteren Keller hervor.



Trotzdem ist das Debütalbum Full Circle der Londoner mittlerweile erschienen und steht im Plattenschrank irgendwo in der Nähe von Portishead, Massive Attack und anderen Trip Hop Idolen aus den Neunziger Jahren. Beim Durchhören der Platte wird schnell klar, wer die großen Vorbilder von Lotti und Co sind. Es wäre aber ziemlich ungerecht HÆLOS als billige Massive Attack Kopie abzustempeln: Die Songs auf Full Circle sind vollgepackt mit Indie Pop, Funk und Soul Elementen.

So kriegen es die Engländer hin gleichzeitig Erinnerungen an die großen Vorbilder wachzurufen, aber eben auch neu und regelrecht mitreißend zu klingen, und die düsteren Phasen während der Produktion in emotionale Songs zu verwandeln.  Eben der perfekte Sound für die Gefühle auf dem Weg nach Hause zwischen nachlassender Euphorie und der Vorahnung auf den unvermeidlichen Kater am nächsten Morgen.

Vitus aus der Musikredaktion stellt euch HÆLOS vor



Bildquelle: HÆLOS // Facebook