Künstler auf dem Radar
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Dienstag, 06. September 2016, 00:00 Uhr

Zola Blood

Künstler, die man auf dem Radar haben sollte

Die Band aus London hat keine Lust, sich von anderen Leuten reinreden zu lassen, und finanziert das Debütalbum über Crowdfunding.

Irgendwann muss jede Band eine ziemlich schwere Entscheidung treffen. Wie soll es weitergehen? Macht man sich auf die Suche nach einem Label und riskiert, sich von anderen Leuten in das Projekt reinreden zu lassen? Oder zieht man wie bisher sein Ding durch und verschwindet womöglich zwischen den unzähligen Bands im Internet? Eine Band aus London versucht jetzt einen Mittelweg zu finden: Zola Blood lassen sich ihr Album von den Fans finanzieren.



Auf einer Erstsemesterparty in Sheffield treffen sich Matt und Ed, kommen ins Gespräch und beschließen, dass sie doch dringend mal zusammen ein wenig Musik machen sollten. Bis heute ist Matt in Eds Handy als „Der Typ, mit dem ich mal jammen will“ eingespeichert. Auf die Anfänge von Zola Blood blicken die beiden aber nicht gerade mit Stolz zurück: Ihre ersten Songs bezeichnen sie als „grausamen Stadium Rock“.

Das schreit geradezu nach einem Neuanfang: Die beiden ziehen nach London und lernen Sam kennen. Mit ihm bewegt sich der Sound von Zola Blood weg von Gitarrenmusik hin zu Synthesizern und elektronischen Klängen. Schließlich stößt noch Paul zur Band der sich das Studio mit den anderen Musikern teilt und keine Lust mehr auf seine alte Band hat.



Man könnte meinen dass Zola Blood versuchen, den perfekten Soundtrack für die nächtliche Busfahrt nachhause zu kreieren. Breite Klangflächen treffen auf  Matts hohe Falsettstimme, was immer wieder eine träumerische Stimmung entstehen lässt. Dabei erinnern sie an Musikerkollegen wie SOHN oder John Hopkins

Bislang gibt es noch nicht allzu viel von Zola Blood zu hören. Ihre Debüt EP Meridian ist schon fast zwei Jahre alt. In der Zwischenzeit lieferte die Band aber immer wieder mit vereinzelten Songs wie "Heartbeat" oder "Pieces of the Day" kleine Appetithäppchen. Bald gibt soll es jedoch auch etwas gegen den großen Hunger geben: Nachdem sie mittlerweile genug Geld gesammelt haben, steht das Debütalbum Infinite Games in den Startlöchern.



Für ihr erstes richtiges Album haben sich die Londoner vorgenommen noch energiereicher und intensiver zu klingen. Wie wichtig Zola Blood ihre kreative Freiheit ist zeigt nicht nur die Crowdfundingkampagne: Zum ersten Mal produzieren die Jungs alle Songs selbst.

Zola Blood haben es geschafft, aus unzähligen Bands im Internet so herauszustechen, dass sie nicht einmal mehr die Hilfe von einem Label brauchen, um Musik zu machen - Grund genug dafür, sie unbedingt auf dem Radar zu haben.

Bildquelle: Zola Blood // Facebook

Vitus aus der Musikredaktion stellt euch Zola Blood vor