Lieblingstonträger
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Montag, 13. Februar 2017, 00:00 Uhr

Sinkane - Life & Livin' It

Der Lieblingstonträger der Woche

Sinkane hat sein drittes Album veröffentlicht und damit gleich noch eine neue Philosophie promotet: Kulu shi tamaam ist das neue Hakuna Matata!

Es gibt diese meditationsartige Selbstveraschung, bei der man in sich geht und sich einredet, dass alles prima ist. Eine Art Hypnose: Mit mehrfacher Wiederholung fängt der Geist tatsächlich an, daran zu glauben, der Körper adaptiert es und plötzlich fühlt man sich wirklich durch und durch besser. Davon kann man nun halten, was man will, einige Wissenschaftler, sowie Reddit-User sind allerdings von der Wirkung positiver Gedanken definitiv überzeugt. Ebenso wie Ahmed Gallab, das kreative und schaffende Hirn hinter dem Synth-Funk-Afrobeat-Band-Projekt Sinkane. Der hat nämlich gesagt:

Times are tough. Struggles have always existed in our lives. But hope, love and the power of positivity help us stay alive. It is what inspires me to wake up in the morning, make music, and, ultimately, connect with people. To my sisters who ache, my brothers losing strength: we don’t need to be saved. We’ll make our own way. Kulu shi tamaam! As long as we try we’re all going to be alright!
Diesen Gedanken führt Sinkane im Songtext der ersten Single-Auskopplung von Life & Livin' It weiter aus, wobei die Wiederholung der Worte in Kombination mit den afrikanischen Rhythmen und dem Synth-Funk tatsächlich hypnotisierend, beziehungsweise mindestens ansteckend wirken.

It's always been this way (We've always been alright) U'huh!
There ain't no golden days (We've always a-been alright)
And kulu shi tamaam, kulu shi tamaam, kulu shi tamaam (We're all gonna be alright)
[...]
We don't need be saved (It's all gonna be alright) U'huh!
We'll make our own way (It's all gonna be alright).



Dass Ahmed Gallab stark beeinflusst wurde vom nigerianischen Synth-Funk-Künstler William Onyeabor (der leider am 16. Januar dieses Jahres verstorben ist), hört man gerade am "Favorite Song". Grund dafür sind die Ähnlichkeiten des Gesangs, E-Basses, des Geigen-Samples und der elektronischen Orgelklänge. Die Art und Weise, in der Onyeabor musikalisch gearbeitet hat, hatte Gallab bestens drauf: Als Luaka Bop, das Label vom Talking Heads-Frontmann David Byrne, die Atomic Bomb Band ins Leben rief, die sich Neuauflagen der Songs von William Onyeabor widmete, wurde Ahmed Gallab zum musikalischen Direktor des Projekts ernannt.

Eine weiterer Lieblingssong des Albums ist der vorletzte Song "Won't Follow". Obgleich der treibende, afrikanische Rhythmus auch hier zu hören ist und der Track verhältnismäßig nicht viel ruhiger als beispielsweise "Passenger" ist, wirkt er dennoch um einiges balladenartiger. "Fire" beginnt von der Atmosphäre her ähnlich, entwickelt sich aber zur Hälfte jedoch noch zu einem Synth-Spektakel.

Life & Livin' It
wirkt streckenweise vielmehr wie ein Soundtrack für einen Film. Gerade der instrumentelle erste Song "Deadweight" und freilich auch "Theme From Life & Livin' It" unterstützen dies. Dabei handelt es sich um den dritten Teil von Ahmed Gallabs Suche nach Identität, die 2012 mit deinem Album Mars begann, als er sich von of Montreal, Yeasayer und Caribou, die er als Live-Drummer unterstützte, loslöste und den Solo-Weg einschlug. Die nächste Platte, Mean Love, folgte gerademal zwei Jahre darauf und festigte seinen recht einmaligen, musikalischen Stil, der panafrikanische Elemente, Funk und Synth-Pop miteinander vereint. Life & Livin' It handelt so schließlich von der Ankunft Sinkanes und seiner gefestigten Identität. Es geht dabei gerade um die Akzeptanz von Zuständen - kulu shi tamaam eben. Es ist gut so, wie es ist. Was soll man dem noch entgegen setzen...

Sinkane - Life & Livin' It
01. Deadweightsinkane lifelivinit cover

02. U'Huh

03. Favorite Song

04. Fire

05. Telephone

06. Passenger

07. Theme From Life & Livin' It

08. Won't Follow

09. The Way


Life & Livin' Itvon Sinkane wurde am10. Februar 2017 via City Slang (Universal Music) veröffentlicht.