Lieblingstonträger
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Donnerstag, 16. Mai 2013, 00:00 Uhr

Daft Punk - Random Access Memories

Der Lieblingstonträger der Woche


Die ältesten Aufzeichnungen lassen sich auf 1993 zurückführen: In diesem Jahr sollen die Köpfe hinter den Robotern - Thomas Bangalter und Guy Manuel de Homem-Christo - Daft Punk gegründet haben. Damit erschufen sie nicht nur eine Legende, sondern auch einen ganz neuen Musikstil, für den sie zunächst kritisiert werden - wie jede Band, die etwas Neues wagt. Thomas und Guy-Manuel mischen nämlich die verschiedenen elektronischen Genres der damaligen Zeit: Aus French House und Techno entsteht nicht nur der stilprägende Daft Punk Sound der 90er Jahre, sondern auch der elektronische Sound von Heute.

Aber davon will erstmal keiner etwas hören. Erst zwei Jahre nach der Gründung schafft das Duo mit "Da Funk" den internationalen Durchbruch. Vor allem aber "Around the World" wird zum absoluten Welterfolg.

Auch im visuellen Bereich sind die beiden ihrer Zeit vorraus. Die Musikvideos werden mit jungen Nachwuchsregisseuren gedreht, die heute in ihrer Branche etablierte Größen sind. Gerade arbeitet der berühmte Videoclipregisseur Nabil Elderkin mit den Franzosen am Video zu "Get Lucky". Und auch hier dürfen wir etwas episches erwarten.

Daft Punk sind wahre Perfektionisten – jeder Beat, jedes Wort und jedes Foto wird genau durchdacht. Aus einfachen DJs wird erstmals ein Gesamtkonzept.

Das zeigen sie auch vier Jahre später, als 2001 „Discovery“ in die Läden kommt. Mit einer Mischung aus Analog und Digital, aus handgemacht und programmiert, aus Mensch und Roboter ebnen sie elektronischer Musik erst den Weg in den Mainstream – und sind ihrer Zeit damit einen Schritt voraus. "Harder Better Faster Stronger" ist heute mindestens genauso aktuell, wie damals vor zwölf Jahren. Und ein Vorbild für die damalige elektronische Musikszene.

Vier Jahre später. Das dritte Album, von dem nichts anderes erwartet wird, als elektronische Musik mal wieder auf links zu ziehen. Und es gelingt ihnen - wieder. "Human after all" kann als Mischung der beiden ersten Alben betrachtet werden. Man setzt auf große Beats, eine Verschmelzung von House und Rock, Techno und Pop und setzt damit die Grundlage für die Electronic Dance-Music, wie sie heute in allen Radios, Charts und Clubs der Welt hoch und runter läuft. Große Emotionen, große Beats. Das alles, bevor es gute fünf Jahre später alle kopieren und ausschlachten. 

Dann wird es erstmal ruhig um Daft Punk. Sie widmen sich eigenen Projekten, gründen Labels und halten sich - wie üblich - so gut wie möglich aus der Öffentlichkeit heraus. 2009 komponieren sie den Soundtrack für Tron.

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Mittlerweile läuft EDM (Electronic Dance Music) auf allen Kanälen und verkommt zu einem nervtötendem Brachialsoundbrei. Es ist also wieder einmal an der Zeit, dass die Roboter die Welt retten.

Acht lange Jahre nach dem letzten Studioalbum gesellen sich die beiden zurück unter uns Sterbliche und bringen ihr viertes Studioalbum raus. Daft Punk sind gelangweilt von EDM, unzufrieden mit den Dimensionen die es angenommen hat. Ergo: Neuanfang. Mit den Legenden von Früher: Giorgio Moroder, der in den 70ern erst dafür gesorgt hatte, dass Synthie-Musik ins Rollen kam und Nile Rodgers, der handgemachten Disco-Funk prägte. "Random Access Memories" ist unter anderem deswegen eine Hommage an frühere Zeiten und ein Beleg dafür, dass tanzbar nicht mit elektronisch gleichzusetzen ist. 

Die Platte ist anders als die Vorgänger, was den ein oder anderen im ersten Moment eventuell enttäuschen mag. Synthies wurden diesmal nur sparsam eingesetzt. Digitale Drums lediglich für zwei Tracks benutzt. Der Sound klingt "dünn", was daran liegt, dass ein Zeichen gegen den "Lautheitskrieg" innerhalb der Popbranche gesetzt werden soll. "Electronic music right now is in its comfort zone and it’s not moving one inch," sagt Thomas Bangalter gegenüber dem Rolling Stone Magazine, "that’s not what artists are supposed to do."

Ob das Album ein Meilenstein wird, können wir aber vermutlich erst in ein paar Jahren sagen. Dann, wenn Daft Punk ihrer Zeit mal wieder vorausgewesen sind.




Seit Montag könnt ihr "Random Access Memories" bei iTunes streamen. Und wie es aussieht, spaltet die neue Platte die Menschheit in zwei Lager. Die einen sind enttäuscht und stinksauer über den Hype, die anderen hellauf begeistert. Und wir? Wir könnten uns die Klamotten vom Leib reißen, so erotisch finden wir das neue Album.

Und abschließend kann man eigentlich nur sagen: "Give the Life back to Music" - Done.

TRACKLIST: Daft Punkt - Random Access Memories

01. Nile Rodgers (Guitar), Paul Jackson Jr (Guitar)daftpunk randomaccessmemories

02. Instrumental

03. Giorgio Moroder (Synth)

04. Gonzales (Piano)

05. Julian Casablancas (Vocals)

06. Nile Rodgers (Guitar), Pharrell Williams (Vocals)

07. Paul Williams (Vocals and Lyrics)

08. Nile Rodgers (Guitar), Pharrell Williams (Vocals)

09. Paul Williams (Lyrics)

10. Instrumental

11.Todd Edwards (Vocals)



„Random Access Memories“ wird via Daft Life Records, einem kleinen Tochterlabel von Columbia Records, am 17. Mai veröffentlicht.

Bildquelle:Facebook // Daft Punk