Lieblingstonträger

jamielidell_buildingabeginning_covercut
Montag, 17. Oktober 2016, 00:00 Uhr

Jamie Lidell - Building A Beginning

Der Lieblingstonträger der Woche

Jamie Lidell hat sich niedergelassen und baut gemeinsam mit Frau und Sohn einen Anfang. Die Gedanken und warmen Gefühle, die er dabei hat, hat er auf seiner neuen Platte konserviert.

Building a Beginning ist eine sehr familienfreundliche Platte, auf der Jamie Lidell seine Rollen als Vater, Ehemann und Sohn reflektiert. Dazu stimmt er weitaus souligere Klänge an, als auf dem elektro-poppigen, selbstbetitelten Vorgängeralbum. Den frühen Michael Jackson könnte man dabei als Klangassoziation nennen. Oder auch Marvin Gaye und Solomon Burke - Building a Beginning ist klassisch soulig und kommt bestens ohne elektronische Elemente aus (mit der Ausnahme "Believe in Me", der jedoch überhaupt etwas merkwürdig aus dem Album hervorsticht).

Mit seiner neuen, kleinen Familie lebt der Sänger in Nashville, dem so ziemlich genauen Gegenteil seiner Heimat Huntington in Cambridgeshire. Seine Musik hat sich dabei zu einem Familienunternehmen entwickelt, das Songwriting hat er nämlich nicht alleine zu verantworten: Seine Frau Lindsey Rome hat teilweise mitgeschrieben. Sogar deren Baby trug zum neuen Album bei und gluckst einmal am Schluss von "Julian", der gänzlich ihm gewidmet ist. Jamie Lidell singt darauf, was für ein riesiges Glück dieses Kind ist.

There's no way I can erase who I've been, there's no way to obscene things I've said. Now you're here and life's a dream. You're the only reality worth understanding
Der Song ist quasi die musikalische Umsetzung davon, etliche Bilder seines Kindes auf sozialen Netzwerken zu verbreiten, mit dem ähnlichen Effekt bei anderen, kinderlosen Menschen: etwas nervt es ja schon. Wobei es laut dem Track auch echt irgendwie cool sein muss, ein Kind zu haben.



Die thematische Ausrichtung von Building a Beginning geht auch manchmal an die Grenze der Kitschigkeit, gerade mit Songs wie "How Did I Life Before Your Love". Titel wie "Walk Right Walk" mit der lyrischen Vollendung "...to the beginning" hingegen klingen eher so, als ob Jamie Lidell von Zeit zu Zeit stark nostalgisch und wehmütig ist und die alten Zeiten vermisst. Dabei geht es darin vielmehr um Mutter- und Vaterliebe.

I can never know how my life was when it just started, when I knew nothing but my father's love. Now that same love lives here inside of me and it's a pure love.


Klangliche Unterstützung fand Jamie Lidell bei Studiomusikern wie Pino Palladino (The Who), Pat Sansone (Wilco) und Daru Jones (Jack White) - den sogenannten Royal Pharaohs, die ihn auch auf Tour begleiten werden. Apropos: Live gibt es die neue Platten schon seit September auf die Ohren. Solltet ihr noch nichts für Halloween geplant haben: Am 31. Oktober schaut Jamie Lidell damit in München vorbei. Und wir nehmen euch mit. Dabei ist es zwar unwahrscheinlich, dass er sich wie zu guten, alten Zeiten in einen Anzug aus VHS-Kassetten hüllt, dafür ist die Chance wahnsinnig groß, dort irgendwen zum Schmusen zu finden. Liebe soll ja bekanntlich ansteckend sein.

Tracklist: Jamie Lidell - Building a Beginning
01. Building A Beginningjamielidell buildingabeginning cover
02. Julian 
03. I Live To Make You Smile 
04. Find It Hard To Say 
05. Me And You 
06. How Did I Live Before Your Love 
07. Walk Right Back 
08. Nothing's Gonna Change 
09. In Love And Alone 
10. Motionless 
11. Believe In Me 
12. I Stay Inside 
13. Precious Years 
14. Don't Let Me Let You


Building a Beginning von Jamie Lidell wurde am 14. Oktober via Rough Trade veröffentlicht.


Bildquelle Balkonbild: facebook | Jamie Lidell

egoFM - endlich unter uns!

Folge den egos auf Instagram.