Musikmeldungen
jogging_sidewalkflying
Freitag, 27. Dezember 2013, 00:00 Uhr

Die 6 abgefahrensten Wege abzunehmen

Kalorien sind so lächerlich

Der Sommer naht und mit ihm die Bikinifigur-Paranoia. Aber wer hat schon Lust auf Hungerdiäten oder anstrengenden Sport? Da gibt es doch viel bessere Wege.

Beim Recherchieren des Artikels ist uns erst klar geworden, wie trottelsicher es überhaupt ist, Kalorien zu verbrennen. Der menschliche Körper verbrennt in zehn Minuten alleine schon im Sitzen 10 Kalorien. Gehen wir gemächlich drei Kilometer spazieren, sind wir schon neunmal so viel los und eine halbe Stunde schwimmen macht bereits eine gute Portion Spaghetti wett. Gut, das geht allerdings noch besser: Wir wollen schließlich abnehmen, ohne einen einzigen Finger zu krümmen. Zum beispiel einfach dasitzen und über das Leben sinnieren, wie viel dabei wohl verbrannt wird? 


Tetris spielen
Man glaubt es kaum, aber so kleine Videospiele wie Tetris können tatsächlich helfen, abzunehmen. Allein schon drei Minuten Spielzeit helfen dabei. Aber ihr nehmt nicht durch die Bewegung eurer Daumen ab, auch wenn ihr sie noch so schnell bewegt. Ihr verliert Kalorien ganz einfach durch den Effekt, dass euch das Spiel ablenkt. Dadurch denkt ihr dann nicht mehr an Essen, Alkohol oder Zigaretten. Forscher an der Plymouth University haben das getestet, indem sie einfach eine Gruppe Tetris tatsächlich spielen ließen, eine andere dagegen nur vor den ladenden Bildschirm setzten und nicht tatsächlich zocken ließen. Dabei kam raus, dass die spielende Gruppe um 24 Prozent weniger Verlangen hatten als die andere.

Daraus könnte sich also schließen lassen, dass manche Menschen einfach nur essen, trinken oder rauchen, weil sie Langeweile haben und nichts anderes zu tun haben. Wenn ihr also das nächste Mal Hunger, Lust auf eine Kippe habt oder einfach mal einen nüchternen Abend verbringen wollt, dann hockt euch hin und knackt endlich mal wieder euren Highscore.

Einfach denken
Die Antwort ist mehr ernüchternd als befriedigend: Pro Minute verbraucht das Gehirn beim Denken gerade mal 0,1 Kalorien. Das sind sechs Kalorien pro Stunde und 144 Kalorien pro Tag. Aber das sind immerhin elf Prozent der 1.300 Kalorien, welche der Körper wissenschaftlich bewiesen ohne jede Anstrengung pro Tag verbrennt, sei es durch die Verdauung oder sonstige körperliche Aktivitäten, die so im Hintergrund passieren.  

Theoretisch müssten wir also 82 einhalb Stunden munter vor uns hin denken, um einen Big Mac zu verbrennen. Dafür, dass wir dabei absolut keinen Finger krümmen, ist das schon relativ viel. Allerdings – das muss dazu gesagt werden - nimmt ein normaler Mensch pro Tag auch um die 2.000 Kalorien zu sich.

Außerdem betrifft dies nur normales Denken. Beim angestrengten Denken können es nämlich bis zu eineinhalb Kalorien werden. Das wären unglaubliche 2.160 Kalorien pro Tag! Und angestrengtes Denken ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört (und es tut nicht mal weh, man kann es also getrost mal ausprobieren). Ihr könntet beispielsweise Wurmlöcher berechnen, ein Perpetuum mobile basteln oder unheilbare Krankheiten heilen. Easy. So spart man sich das teure Fitnessstudio und ein Nobelpreis springt vielleicht auch noch dabei raus.

Jetzt, wo wir das wissen, müssen wir uns aber leider fragen: Warum verzichten so viele Menschen einfach komplett darauf, ihren Hirnapparat zu benutzen? Das ist zum Beispiel auch eines der unlösbaren Probleme, das ihr beim Denken lösen könntet!

Um zum Ende aber nochmal alles kaputt zu machen:Forscher schätzen, dass wir pro Tag tatsächlich nur 20 bis 50 Kalorien durchs Denken verbrennen. Das gibt uns eine ungefähre Ahnung davon, wie viel und angestrengt wir am Tag wirklich unser Hirn benutzen... 


Kaugummi kauen, Lippenbalsam auftragen und zappen
AsapScience hat mal wieder ein episches Video gedreht: Weird Ways to Burn 200 Calories. Das gibt noch einmal eine ungefähre Ahnung, wie einfach es einfach ist, 200 Kalorien zu verbrennen. Unter anderem könnte man auch einfach einen Artikel übers Kalorienverbrennen mit 4.800 Wörtern schreiben. Die bekommen wir hier wohl nicht hin, aber hey, jede Kalorie zählt!




Horrorfilme schauen 
Diese Nachricht ist genau aus dem Stoff, aus dem auch Träume gestrickt sind. Nie wieder wird man vom schlechten Gewissen geplagt, wenn man den ganzen Sonntag vorm Fernseher verbringt. Solange man es richtig macht. Es muss richtig anspruchsvoll sein. Auf die Nerven gehen. Horror vom Feinsten, nämlich. Filme, nach denen man nicht einfach so schlafen geht. Filme, nach denen man nie wieder problemlos schlafen gehen wird. Paranormal Activity, zum Beispiel. Oder der Klassiker: Stephen King's Shining. Bis zu 180 Kalorien verbrennt man dabei nämlich.

Aber unterschätzt es nicht. Anstrengend ist es schon. Und benötigt sehr viel Selbstdisziplin. Schließlich dürft ihr nicht schummeln und euch bei den gruseligsten Stellen einfach hinter der Katze verstecken. Nein. Das Fitnessprogramm muss mindestens 90 Minuten puren Horror enthalten.

Die großartige Studie wurde von der University of Westminster durchgeführt. Dazu wurden unter anderem Herzfrequenz, Puls und Atmung von den Testpersonen untersucht, die sich eine exquisite Auswahl an Horrorfilmen anschauen mussten. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass die Testpersonen bis zu 33 Prozent mehr Kalorien verbrennen. Warum also auf einen Berg joggen, wenn man es auch einfacher haben kann? Je näher dem Herzinfarkt, desto mehr Kalorien verbrennt man.
As the pulse quickens and blood pumps around the body faster, the body experiences a surge in adrenaline. Which is known to lower the appetite and ultimately burn a higher level of calories - so Dr. Richard Mackenzie von der University of Westminster

Zur Studie gibt's beim Telegraph auch eine Top Ten Liste

01. The Shining: 184 Kalorien
02. Jaws: 161 Kalorien
03. The Exorcist: 158 Kalorien
04. Alien: 152 Kalorien
05. Saw: 133 Kalorien
06. A Nightmare on Elm Street: 118 Kalorien
07. Paranormal Activity: 111 Kalorien
08. The Blair Witch Project: 105 Kalorien
09. The Texas Chain Saw Massacre: 107 Kalorien
10. [Rec]: 101 Kalorien


Rockstar werden. Oder so
In der egoRedaktion auch bekannt als die Deichkind-Diät. Ja, wie ist das denn mit der Fitness während der Tour? Das haben wir den Philipp von Deichkind gefragt und der hat uns erzählt, dass er mal so eine GPS- Lauf-Jogging-Uhr auf die Bühne mitgenommen hat und sich so ein Pulsmessgerät auf die Brust geschnallt hat. Pro Konzerteinheit waren das immerhin 330 Kalorien. Unvorstellbar eigentlich, wenn man bedenkt, wie viel sich die Deichkind Jungs auf der Bühne bewegen. Vielleicht hat das Teil die Strecke und das Hüpfen nicht richtig erfasst, man weiß es nicht... ► Hier könnt ihr euch übrigens das komplette Interview vom letzten Jahr anhören


Vor Zombies weglaufen
Gutes Marketing ist eigentlich gar nicht so schwer. Die meisten Menschen haben drei Schwachpunkte: Neugierde, mangelnde Motivation zum Sportmachen und Zombies. Die Appentwicklerfirma Six to Start nutzt das zu ihrem Gunsten und hat Zombies, Run! entwickelt. Ein Spiel, das zum Laufen animiert. Wenn man nämlich nicht schnell genug läuft, erwischen einen die Zombies. Logisch.

Nebenbei ist die App ein super Survivaltraining. In einigen Jahren ist es wie wir alle wissen so weit: Ein Virus wird ausbrechen und ein Dreiviertel der Menschheit wird Appetit auf Gehirn haben. Da wäre es doch sinnvoll, schon mal anzufangen für den Notfall zu proben. Und auch falls die Zombieapokalypse nicht ausbricht, ist es nie verkehrt, sich sportlich zu betätigen. Aber weil wir darauf so absolut keine Lust haben, brauchen wir den nötigen Ansporn. Und was ist besser, als eine Meute hungriger Untoter, die scharf auf unser Fleisch ist?

Die App funktioniert so: Laufschuhe anziehen, Kopfhörer rein und los! Die App spielt dann eine Story ab, die in verschiedene Sequenzen unterteilt ist. Zwischendrin hört man seine eigene Musik. Um die Story weiterhören zu können, muss man bestimmte Aufgaben erledigen, wie beispielsweise mehrere Minuten in einem bestimmten Tempo laufen. Dadurch bekommt man dann Gegenstände wie Axt, Erste-Hilfepakete oder Funkgerät.

Ein Zombie-Mob verfolgt einen beim Sprint. Das funktioniert und ist eine super Motivation, alles aus sich rauszuholen. Dieses Feature kann man allerdings auch deaktivieren, falls man nicht so starke Nerven hat. Nach dem Laufen kann man dann wieder in den normalen Spieler Modus wechseln.



Fazit
 Im Prinzip gibt es circa 48323 Wege, Kalorien zu verbrennen. Sport ist natürlich - und das wollen wir hier noch mal in aller Form unterstreichen oder zumindest fetten - die gesündeste und ratsamste Methode. So schwer wird es schon nicht sein, den Hintern von der Couch zu heben. Und seien es einfache Übungen, sie bewirken wahre Wunder. Wer sich da gerne mal Inspiration holen möchte, kann sich mal den HappyAndFit Kanal auf YouTube anschauen, da ist wirklich für jeden etwas dabei. Vielleicht entdeckt ihr ja Moderatorin Lola, die da auch irgendwo ihre Figürchen macht. 

Und selbst, wenn die Kilos erstmal drauf bleiben: Wen interessiert's denn!


Bildquelle: Flickr, "Beach Runner" by sidewalk flying, unter cc-Lizenz