Musikmeldungen
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Mittwoch, 30. Januar 2013, 00:00 Uhr

Kurzfilmkünstler Kristoffer Borgli

Unter der Lupe

Kristoffer Borglis Videos sind wie dunkles Blut, das auf einen Plüschteppich tropft. Die Kurzfilme und Musikvideos des Nachwuchskünstlers fantasieren zwischen Nostalgie, Plastikkassetten und stummer Gewalt.

Es gibt Kunst, die direkt unter die Haut geht. Die Videos von Kristoffer Borgli sind verstörend und gleichzeitig in Ihrer Surrealität völlig plausibel. Meistens hinterlassen sie ein ausgeprägtes Gefühl der Angst sowie viele Fragezeichen. Kaum ist die letzte Sequenz vorbei, fängt es an zu Rattern im Gehirn. Wo ist hier der tiefe Sinn? Habe ich womöglich ein Detail verpasst, dass der Schlüssel sein könnte?

Der junge Filmemacher schafft es den unheimlichen Wahnsinn, der in jedem Mensch irgendwo tief verborgen ist, atmosphärisch einzufangen und heftet ihn jedem seiner Werke an. Kombiniert wird diese andauernde Spannung mit extrem charakterstarken Akteuren und deren meist nicht bespielten Emotionen. Diese Mischung irritiert und fasziniert zugleich. Hinzu kommt meist eine absolut klare Filmweise in milchigen Pastelltönen.

Für das norwegische Synthpop-Ensemble Casiokids drehte Borgli ein Musikvideo über einen Kuscheltier-Okult und dessen Niedergang.



Sein neuestes Werk ist eine Dokumentation.“Whateverest” handelt vom musikbesessenen Solariumbesitzer Inspector Norse, der seinen inneren Frieden in der Erstellung von Tanzvideos und der Herstellung legaler Designerdrogen gefunden hat. An ihn ist auch der fantastische Soundtrack gewidmet der vom Musiker Todd Terje eingespielt wurde.



Der fiktive Kurzfilm “Real Life Exp.” Handelt von zwei jugendlichen Mädchen die in einem Schwimmband eingeschlossen werden. Die Musik steuert der norwegische Disco-DJ Lindstrøm bei.



Noch mehr borglesken Wahnsinn findet ihr auf der offiziellen Webseite

Bildquelle: Vimeo, Kristoffer Borgli - Real Life Exp.