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Freitag, 24. März 2017, 00:00 Uhr

Postapokalyptischer Realismus im Museum Brandhorst

"It's After the End of the World. Don't You Know That?"

An den folgenden zwei Wochenenden lädt das Museum Brandhorst in die düstere Welt des postapokalyptischen Realismus und stellt dabei nicht nur künstlerische, sondern auch theoretische, filmische, literarische und musikalische Positionen vor - der Eintritt ist frei!

It's the end after the world. Don't you know that yet?
- so wird es im fast gleichnamigen Song vom experimentellen Avantgarde-Jazzer in unheilbrigendem Ton (begleitet von schrillen Bläsern und brummendem Kontrabass) gepredigt. Das Werk verschlingt einen derart, dass man sich geistig in die Vorstellung einer Postapokalypse gefangen empfindet - so arg, dass sich die reale Umwelt um einen herum plötzlich ebenso zu verdüstern scheint.



Prompt setzt man sich damit auseinander. Mit diesem Ende der Welt, dieser postapokalyptischen Realität. Wie könnte diese aussehen? Mal abgesehen von einer kargen Landschaft, die keinerlei Hinweis auf jegliches Leben bietet. Die einzige Bewegung kommt von vereinzelten Rauchsäulen, die aus kilometertiefen Schlünden empor steigen und rotschwarze Wolken am Himmel nähren. Nächste Frage: Wie konnte es dazu kommen? Tausend Gründe - die man sicherlich noch hätte verhindert können, hätte man sich nur einmal schon früher mit den Möglichkeiten und überhaupt dem Ist-Zustand auseinandergesetzt.

Der Gedanken, sich mit der Postapokalypse zu befassen, um die Bedrohung zu begreifen, wird vom Museum Brandhorst in der Ausstellung "Postapokalyptischer Realismus" nun aufgegriffen und bearbeitet. Durch Beobachtungen fiel nämlich auf, dass sich solch apokalyptische Realismen längst nicht mehr nur in Science Fiction finden, sondern zunehmend mit der merkwürdig fragilen Lage der Welt auch in Wissenschaft und Berichterstattung Präsenz finden.
Mit filmischen, musikalischen, literarischen, ebenso theoretischen Veranstaltungen wird sich so an drei Wochenenden (17.-18.03., 24.-25.03. und 31.03.-01.04.) dystopischen Thematiken gewidmet, um das...

...poröse Verhältnis von Realität und Fiktion und die Darstellungsformen der Postapokalypse genauer zu betrachten. Zugleich wird die Frage aufgeworfen, ob ein 'postapokalyptischer Realismus' Möglichkeiten anbietet, eine verfahren scheinende Gegenwart und sich bedrohlich abzeichnende Zukunft verändert zu denken.
Mit dabei ist unter anderem auch der Mitgründer des Detroit Technos, Juan Atkins, der am 24.03. nicht nur (nachts im Harry Klein) ein DJ Set hinlegen, sondern auch einen theoretischen Vortrag inklusive Diskussion über das Detroit der 80er Jahre und die Geburtsstunde des Technos im Museum Brandhorst halten wird.



Außerdem dabei sind noch viele weitere Künstler und Theoretiker, unter anderem Helmut Draxler, Hassan Khan, Anja Kirschner, Nina Könnemann, Inka Meißner, Michael Smith, Peter Wächtler, Jutta Zimmermann, Tanja Widmann und Robert Müller.

Insgesamt gibt es an diesen drei Wochenenden 17 Vorträge, Diskussionen, Film-Screenings und musikalische Einlagen - die Veranstaltungen im Museum Brandhorst sind dabei komplett frei.

Auf der Homepage findet ihr noch mehr Infos zur Veranstaltung. Und ►dort gibt es das komplette Programm auf einen Blick.