Kooperationen
goldgrund111
Dienstag, 29. Oktober 2013, 14:00 Uhr

Goldgrund-Aktion # 2

Moop-Mama und Co mit neuem Protestvideo

Schon im März schlug der erste Goldgrund-Song von Moop Mama mit den Sportis und anderen bekannten Münchnern hohe Wellen. Jetzt gibt es den Nachfolger: “Wir können nur spekulieren“.


Die immer noch sehr schlechte Lage einiger Leerstände in München bewegt die Goldgrund-Aktivisten zu einer weiteren Urban-Brass-Offensive. Im März haben wir euch schon begeistert über das erste Goldgrund-Video von Moop Mama und Co erzählt, jetzt haben die Jungs einen zweiten, satirischen Protest-Song veröffentlicht – mit dabei wieder die Sportis, Mehmet Scholl, Gerhard Polt und Schauspielerin Luise Kinseher.

Angeprangert wird von Rapper Keno diesmal die Pilotystraße 8. Dort lässt die Stadt nämlich ein prächtiges, denkmalgeschütztes Haus verkommen. Warum weiß keiner. Mittlerweile lebt nur noch eine alte Dame in dem Gebäude. Die fiktive Immobilienfirma Goldgrund bietet im Video interessierten Investoren daher Stadtrundfahrten an, um potenzielle Leerstände und andere Objekte (Satire!) in neue und große Luxusbüros oder –wohnungen umzuwandeln.




Die Proteste finden weitere Anhänger. Auf Facebook wurde mittlerweile ein Leerstandsmelder ins Leben gerufen. Da könnt ihr jederzeit euch bekannte Leerstände in München posten und somit öffentlich machen.

Hinter diesen beeindruckenden und entschlossenen Aktionen steht „Goldgrund“, ein Zusammenschluss engagierter Bewohner des Münchner Glockenbachviertels. Sie wollen ihr hippes Viertel nicht Immobilienkonzernen überlassen. Seit 2012 kämpfen sie auch für den Erhalt eines Bolzplatzes, der sonst einem Neubau hätte weichen müssen. Die Müllerstraße 6 sei laut Kommunalreferat „nur mit ganz erheblichem Kostenmehraufwand" erhaltbar. Aus diesem Grund plante die Stadt das ihr gehörige (und übrigens seit 15 Jahren leer stehende Haus) abzureißen und für circa sieben Millionen Euro neu aufzuziehen.

Das Wohnraumproblem ist in ganz Deutschland ja mittlerweile sowieso ein Klassiker, der überall Gift streut. Was gab es da schon für Schlagzeilen. Bürger wurden dazu aufgefordert, den Studenten eine Pritsche in ihrem Flur aufzustellen, damit diese zumindest in der Anfangsphase von ihrem Studium einen Schlafplatz haben. Eine schier unendliche Schlange von Bewerbern hofft auf 80 Quadratmeter erschwinglichen Wohnraum in der Altstadt. Zum Semesterstar dieses Jahres war es wieder dieselbe Leier. Hunderte Erstis schlagen sich sogar noch zwei Wochen nach Semesterstart auf den Sofas von Kommilitonen herum.

Die virale Flut geht daher bedingungslos weiter. Das Video „Müllerstraße 6 - Hier renovieren wir für die Stadt München!“ strömte als erstes Goldgrund-Musik-Protest-Video durch ganz Deutschland. Moop Mama sind auch dort zu hören. Und eine prominente Supergang, bestehend aus Blumentopf, Sportfreunde Stiller, Fiva, Mehmet Scholl, Regisseur Marcus H. Rosenmüller, die Kabarettisten Dieter Hildebrandt, Luise Kinseher und der Komponist Gerd Baumann packen fleißig mit an um ein Zeichen zu setzen - gegen teuren Wohnungsbauirrsinn und für den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum. Die Stadtaffen sind los...





Nachdem aber Moop Mama und Co. in ihrem Video bewiesen hatten, dass Müllerstraße 6 sehr wohl grundsanierbar ist, indem sie selbst anpackten und neben einem neuen Parkett auch eine neue Küche und ein neues Bad anlegten, musste OB Ude umschwenken und das Haus zur Sanierung freigeben.

Mit der prominenten Besetzung in den Videos scheint Goldgrund sich also sehr schnell zu verbreiten.

Eine kurze Erinnerung an Moop Mama´s Worte:

„Ich glaube echt ihr reißt das Ding nicht ab, denn irgendwie wirft das doch ´n Scheiß Licht auf die Stadt“

Dominik hat im egoFM Netz mit Frontman Keno von Moop Mama darüber gesprochen.




Gut zu wissen: Moop Mama spielen dieses Jahr auch noch in drei egoFM-Städten.

04.11. Regensburg (Alte Mälzerei)

05.11. Nürnberg (Hirsch)

29.11. München (Freiheizhalle)


Bildquelle: Abandoned Mansion - Beirut von craigfinley // Flickr unter CC-Lizenz