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Donnerstag, 01. Dezember 2016, 00:00 Uhr

Kunsthalle: Spaniens Goldene Zeit

Wir nehmen euch mit

Lasst euch von der Kunsthalle München in die Blütezeit der spanischen Kunst entführen und bekommt den wohl besten Einblick in das Siglo Oro, der jemals möglich war!

Spanien im Jahre 1492: Mit dem erfolgreichen Ende der Reconquista und der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus erlebt das Land einen Hype wie nie zuvor. Die Wirtschaft ist stark, das europäische Territorium groß (fünf Kontinente umfasste es) und die Kultur floriert. Spanien genießt einen Zustand, der allerdings nicht besonders lang anhält: Ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts wird das Land von einer Katastrophe nach der anderen getroffen - politische Krisen, wirtschaftliche Skandale und die Pest! Doch was die Bevölkerung zu Boden zwingt, scheint die Kulturlandschaft nur zu beflügeln - das 17. Jahrhundert gilt trotz alledem als das faszinierendste Kapitel der abendländischen Kunstgeschichte.

Grund dafür war der Zusammenschluss von König und Kirche, die in Sachen Kunst gemeinsame Sache machten und die wichtigsten Auftraggeber der Künstler wurden. Die Kunst benutzten sie dabei als Propaganda: Die Wahrheit wurde mit blumigen Bildnissen vom König verschleiert und positiver dargestellt, als es eigentlich der Fall war. Der Glaube an Macht und Stabilität sollte sich durch die Gemälde bei dem Volk festsetzen. Ebenso nutzte die Kirche die Kunst als Werbung: Die Werke sollten entgegen der Reformation wirken und mit Realismus die Bevölkerung überwältigen und fesseln.

Es ist das Aufeinandertreffen von Realitätsnähe und theatralischer Inszenierung, von Profanem und Heiligem, das die spanische Kunst dieser Zeit so einzigartig macht.
Links: Diego Velázquez: "Don Gaspar de Guzmán, Conde Duque de Olivares", um 1635 © bpk, The Metropolitan Museum of Art, Malcolm Varon
Rechts: El Greco: "Inmaculada Oballe", 1613. Museo de Santa Cruz, Toledo © Parroquia de San Nicolás de Bari – Arzobispado de Toledo



Als Meister dieser absurden Blütezeit gelten Velázquez, El Greco, Zurbarán und Murillo, deren Werke nun, vom 25. November bis zum 26. März 2017, in der Kunsthalle München zu sehen sind. Zu betrachten gibt es dabei nicht nur Gemälde, sondern auch Skulpturen.
Dabei handelt es sich um eine Ausstellungskooperation mit der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Mit über hundert Werken, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurden und der Öffentlichkeit teilweise bisher kaum zugänglich waren, ist es eine der größten Ausstellungen über das Siglo Oro, die es in Deutschland je gab. Unter anderem stammen die Objekte aus dem Madrider Museo del Prado, dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid, dem New Yorker Metropolitan Museum of Art und dem Pariser Louvre.

Vorbeischauen lohnt sich also definitiv - wir nehmen euch sogar mit zur Vernissage in der Kunsthalle München am 24. November - dabei gehen auch die Getränke aufs Haus! Klingelt durch, sobald unsere Moderatoren dazu aufrufen und ihr seid eventuell dabei.

Diejenigen, die gewöhnliche Kunstausstellungen fad finden, sollten sich den 1. Dezember rot einkreisen - dann tanzt das Harry Klein mit DJs und Visual-Artists in der Kunsthalle an und sorgt im Rahmen von "Re-Act!" zum siebten Mal für die Fusion von Club und Ausstellung. An den Tellern stehen der Berliner Fraenzen Texas (Upon.You) und der Münchner LauterBach (NachtEin.TagAus), die Visualisierung übernimmt Indivisual und lässt sich von den ausgestellten Werken inspirieren.

Zusätzlich werden auch wieder ein paar Studenten der Akademie der bildenden Künste vor Ort sein, die euch für einen Plausch und angeregte Diskussionen inmitten der Ausstellung zur Verfügung stehen werden. Im Anschluss (ab 24 Uhr) verfrachtet sich die Feier ins Harry Klein, Eintritt zahlt ihr allerdings nur einmal.

HIER geht's zur Facebook-Veranstaltung.

Ziel ist es bei "Re-Act!" nicht nur, Kunstverdrossene in die Ausstellung zu locken, sondern genauso andersrum: die klassischen Kunstliebhaber auch wieder ins Nachtleben zu entführen. Dementsprechend bunt gemischt ist die Menge - Berührungsängste gibt's dabei aber nicht, die Atmosphäre war bis jetzt jedes Mal entspannt und ungezwungen.


Bildquelle Titelbild: Juan Sánchez Cotán: "Stilleben mit Wildvögeln", um 1600-1603. The Art Institute of Chicago

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