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Dienstag, 07. März 2017, 00:00 Uhr

Verdienen Menschen hinter homophoben Aussagen eine zweite Chance?

Ten Walls kommt nach München - geht man hin?

Der Litauer bekam vor zwei Jahren einen verdienten, weltweiten Shitstorm ab, nachdem er ein homophobes Statement via Facebook absetzte. Nun steht kurz die Veröffentlichung seines Debütalbums bevor, mit dem er Ende März auch in München vorbeischaut.

Irgendwo da draußen steht ein Warehouse.
Näher als ihr denkt, schöner als all eure Erwartungen es vermuten lassen.
Für Besonderes überlassen; haben wir Neues erschaffen.
Süchte werden gestillt, wo Vorstellungen übermannt werden.
Warehouse - dunkel, laut, impulsiv!

Die Beschreibung von Warehouse Munich, das am 24. März in einer noch unbekannten Location stattfindet, klingt schon ziemlich vielversprechend und lässt Münchner mit der innigen Sehnsucht nach mehr Underground das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch die Euphorie über das Event wird von einem nicht gerade unerheblichen Detail überschattet: Hauptact des Abends ist der Tech-House-Künstler Ten Walls, der 2015 ein Posting über Homosexuelle abgesetzt hat, das unter aller Sau war. Kleiner Auszug gefällig? Bitteschön:

[In] the good 90s… these people of different breed [were] fixed.
Einen Screenshot des Original-Postings findet ihr bei den Kollegen von Groove (allerdings auf Litauisch).

Im Zuge jenes Postings wurde Ten Walls von einem internationalen Shitstorm getroffen und von geplanten Festival-Line Ups geschmissen - unter anderem Sónar, Creamfields, PITCH, Pukkelpop, Mysteryland Netherlands und das Urban Art Forms Festival haben Ten Walls geplanten Gig gecancelt.

Nachdem er nach der Veröffentlichung das Posting löschte und zu erklären versuchte, es hätte sich dabei um ein Missverständnis gehandelt, postete er drei Monate darauf eine umfassendere Entschuldigung. In dieser schrieb er laut dem NME unter anderem:


Earlier this year I posted comments on my Facebook page that I deeply regret. My post was linked to homophobia and was very offensive. I am ashamed to have hurt so many people: my family, my country, my colleagues, my friends, the Global LGBT community and many others. Since then I have taken time out to reflect on what I did and work out a way of apologising that expresses how sorry I am.

Entschuldigung schön und gut - diese macht aber nicht unbedingt alles wieder heile. Besonders gut zeigt sich dies in der Veranstaltungs-Diskussion des Warehouse Munich Events, wo sich die Interessierten nicht einig sind. Denjenigen, die das Booking mit Ten Walls als Hauptact nicht nachvollziehen können und somit der Veranstaltung trotz seiner Attraktivität nicht beiwohnen wollen, entgegnen die Veranstalter:

Es ist schlussendlich jedem selbst überlassen, wie man jetzt - auch nach einem gewissen Abstand - mit der Thematik und dem Act selbst, sowie seiner Musik umgeht. Für die einen bleibt Ten Walls ein 'No Go', für andere steht jetzt das Thema '2. Chance' und vor Allem ein toller, definitiv sehr talentierter Act im Fokus. [...] Es gibt keine Ausreden und auch keine Entschuldigung für seine negative Äußerung. Dennoch glauben wir eben an diese zweite Chance und die Besserung nach einer gewissen Bedenkzeit, sowie einem derart harten Knall wie Ten Walls ihn erlebt hat.
Beim Stichwort "zweite Chance" stimmen einige Interessenten der Veranstaltung zu. Andere wiederum sehen die Äußerungen als unverzeihlich - ob sich Ten Walls geändert haben soll oder nicht. Und auch in der egoRedaktion spalten sich die Meinungen - wie seht ihr das denn? Würdet ihr zur Veranstaltung hingehen? Schreibt uns eure Begründung, beziehungsweise generelle Meinung zum Thema gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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