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Sonntag, 12. November 2017, 00:00 Uhr

Kindheitserinnerung #28: Heimat

Anna bloggt

In der Regel geht es in meiner Kindheitserinnerung um Sachen, um Gegenstände, um etwas zu essen oder Lieblingsdinge aus unserer Kindheit. Heute wird’s einen Ticken komplizierter, es geht nämlich ums Gefühl.

Und zwar um das Gefühl, das wir mit unserer Kindheit verbinden. Und da denke ich sofort an meine Heimat. 

Wie komme ich drauf? Ich war mal wieder in Ladenburg, eine kleine Stadt in der Nähe von Heidelberg, meine Eltern besuchen. Mit dabei waren Romy und Carlo, die in München geboren wurden und aufwachsen und deshalb absolute Stadtkinder sind und das Haus mit den großen Garten einfach als riesigen Abenteuerspielplatz sehen.

Schon wenn ich auf der A5 an einem bestimmten Punkt vorbeifahre (IKEA Walldorf) oder Romy den Steinbruch entdeckt, bei dem wir die Ausfahrt nehmen müssen, dann kommt dieses Gefühl in mir hoch. Eine Mischung aus Aufregung, Erinnerung, Schnell-wieder-weg-wollen und gleichzeitig für-immer-dableiben-wollen.

Die Stadt aus der ich komme ist klein, gerade mal um die 15000 Einwohner und natürlich hat sich in den letzten knapp 20 Jahren eine Menge getan. Kleine Geschäfte wurden durch große Discounter ersetzt, es gibt immer mehr Kreisel wo es früher Ampeln gab und so weiter. Aber die kleinen Straßen und Gassen oder die Eltern von meinen Schulfreundinnen, die ich zufällig treffe, geben mir das Gefühl von Heimat. 

Ich habe mit Carlo einen großen Spaziergang durch Ladenburg gemacht und bin am Marktplatz vorbeigekommen, stehengeblieben und habe gedacht: Total schön hier. Das hab ich früher nie so gesehen.

Vier Tage waren wir dort – am ersten Tag war ich einfach happy (endlich nach vier Stunden Autofahrt mit zwei Kleinkindern) dort zu sein, am zweiten Tag war ich mega entspannt und die Kommentare meiner Eltern habe ich noch ganz gut überhört („ räum deine Schuhe aus dem Flur“ / „zieh das Kind wärmer an“). An Tag #03 fängt's dann an, dass ich nach Hause will und an Tag #04 bin ich froh, das kleine, behütete Nest hinter mir zu lassen. Und ich fahre mit genau demselben Gefühl mit dem ich gekommen bin – Aufregung, Erinnerung, schnell-wieder-weg-wollen oder doch lieber bleiben?

Kennt ihr das? Das Gefühl das euch überkommt wenn ihr nach Hause fahrt? Also dorthin wo ihr großgeworden seid? Erzählt davon auf Facebook unter meinem kleinen Blog!