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Freitag, 26. September 2014, 16:00 Uhr

Die 10 Menschen, die's auf der Wiesn gibt

Die wahre Attraktion sind sie

Über Touristen lässt es sich viel beschweren, aber schaut man mal genauer hin, sieht man, dass auch Einheimische Gesichter zeigen, die man so nicht von ihnen kennt.


#01 Die Grabbler oder neudeutsch: Toucher

Ja, wir wissen es auch. So ein Dirndl-Dekolleté ist sehr ansehnlich. Aber sehen soll man nun mal nur mit den Augen nicht mit den Händen. Wir wollen hier jetzt aber gar niemandem Sexismus vorwerfen (#aufschrei), denn mit dieser Kategorie meinen wir besonders auch die Menschen, die im freundschaftlichen Sinne unglaublich touchy werden. Da werden gerne die besten Freunde (oder die, die man gerade erst kennengerlernt hat) bei jedem guten Witz gebusselt und gedrückt, bis es keinen Morgen mehr gibt.

#02 Die Traditionsbewussten (und am Ende dennoch Betrunkenen)
„Nur Touristen überall“, „Und dann die graisligen Billigdirndl“, „Karohemden! Wer trägt die denn zur Tracht?“ „Und wann gibt’s überhaupt den Wiesntag nur für die Münchner?“ Kommt euch bekannt vor? Klar, weil jeder hat einen von den ganz traditionsbewussten im Freundeskreis, die an dem Massenevent Oktoberfest einiges auszusetzen haben. Sie gehen natürlich dennoch auf die Wiesn, um ihr Revier zu markieren. Und um am Ende die Betrunkensten zu sein.

#03 Die Wiesnkokser
Der Name „Wiesnkoks“ ist die etwas abfällige Bezeichnung für den klassischen Schnupftabak. Aufgrund seiner weißen Farbe nennt der Münchner es gerne mal so. Prinzipiell werden aber ziemlich viele Menschen unter Einfluss des Starkbiers zu Wiesnkoksern und halten jedem vorbeischunkelnden Besucher den Handrücken mit dem Pulver unter die Nase.

#04 Die Alarmierten
Jedes Jahr gibt es diese Geschichten. Irgendein Freund von einem Freund, der einen Geldbeutel gefunden hat und ihm dem glücklichen Besitzer zurück gebracht hat, woraufhin er gewarnt wurde, er solle an dem und dem Tag nicht auf die Wiesn gehen. Und überhaupt ist die Gefahr dieses Jahr noch viel größer, dass das Oktoberfest Ziel eines Anschlags wird. Wir möchten uns über die potentiellen Gefahren überhaupt nicht lustig machen, die so eine Großveranstaltung mit sich bringt. Aber es gibt diese Art von Leuten, die jedes Jahr davor warnen und dann doch selbst jeden zweiten Tag im Bierzelt verbringen. Und die gehen etwas auf die Nerven.

#05 Die Zwei-Wochen-Urlaub-Nehmer
Wenn der Kollege Anfang des Jahres die dritte und vierte Septemberwoche Urlaub einreicht, klingelt es noch bei niemandem. Ist die Theresienwiese dann gesperrt und die ersten vier Pfeiler der Zelte stehen, leuchtet es einem langsam ein, warum sich Kollege XY sich in diesem Zeitraum eine Pause gönnt - wie jedes Jahr. Die Hardcore-Wiesnfans wollen keinen Tag der fünften Münchner Jahreszeit verpassen und können einfach nicht genug von Blasmusi, Starkbier und Olympialooping bekommen. Ach übrigens: ratet mal, warum Kollegin Lola gerade jetzt zwei Wochen frei hat (zwinkerzwinker).

#06 Die Fahrgeschäfte-Junkies
Ja, für viele mag es neu sein, aber es gibt neben dem „Bierbank-Fahren“ auch noch andere Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest. Für einige ist das sogar die Hauptsache bei dem zweiwöchigen Spaß. Sie wissen genau, wo jedes einzelne Fahrgeschäft steht und wo man sich genau hinsetzen muss, um weiter zu sehen, höher hinauszukommen, den besseren Kick zu erleben. Voraussetzung hier ist natürlich, dass man keine Höhenangst hat, einem nicht leicht schwindelig wird oder man den ganzen Spaß eben doch vor dem Besuch eines Festzeltes erlebt. Und von der halben Haxe vorher würden wir auch abraten.

#07 Die Bier/Essen/Tisch-Schnorrer
Es gibt zwei Situationen, in denen man auf einmal richtig viele Freunde hat. Menschen, von denen du Jahre nichts gehört hast, kriechen auf einmal aus ihren Löchern. Situation #01: Du schmeißt eine riesige Party. Situation #02: Du hast einen Wiesntisch. Wird letzteres nämlich vorab bekannt, prügelt sich eine Vielzahl von Leuten um die neun verbliebenen freien Plätze. Ist man im Zelt angekommen und bezieht sein Domizil, kommen dann gefühlt 317 Personen im Laufe des Abends an den Tisch und würden von dort gerne Bier bestellen. Oder hätten gerne ein paar Hendlmarken. Na, wenn’s sonst nichts ist.

#08 Die Schickeria in den Boxen
Die Schickeria ist in München zuhause und darf deshalb natürlich auch nicht auf der Wiesn fehlen. Dort haust die Gruppierung meist in den sogenannten Boxen der Festzelte und blickt meist von oben auf den Pöbel. Früher nur in einem gewissen Zelt anzutreffen, ist vor ihnen inzwischen kein Festzelt mehr sicher. Am scheensten ist’s aber dann doch, wenn es neben Bier noch Champagner aus kleinen Masskrügerln zum Schlürfen gibt.

#09 Die Promi-Jäger
Das Oktoberfest zieht allerlei Menschen an. Achtung, sogar Berühmte! So tummelt sich hier alles was Rang und Namen hat oder einfach doch nur ein B- oder C-Promi ist. Ein einziges Fest für alle, die gerne mal ein Selfie mit einem Ex-Playmate oder einem Bundesligaprofi haben wollen. Es gibt Menschen, die wissen einfach genau, wann sie vor welchem Zelt auflauern müssen, um noch einen Blick auf die ehemalige Geliebte von dem und dem Tatort-Kommissar zu erhaschen. Wer auf dein bisschen Facebook-Fame steht, wird hier also fündig.

#10 Bier-Fanatiker
Eigentlich der Klassiker unter den Wiesngängern. Es sind diejenigen, die sich am Eröffnungstag um 5 Uhr früh vor dem Schottenhammelzelt anstellen, diejenigen für die der Kaffee am Morgen die Mass Bier auf dem Oktoberfest ist, diejenigen, die jedes Jahr aufs Neue einen Massbier-Rekord in zweistelliger Höhe toppen müssen. Und diejenigen, die im überfüllten Festzelt, aufstehen, die Mass exen und sie dann zurück ins Glas… egal. Auch die muss es geben, sonst wäre die Wiesn schließlich nicht so erfolgreich. Und sonst würde man sich ja auch keine 50-wöchige Pause gönnen, bevor man sich wieder auf den nächsten Anstich freut.


Und... habt ihr euch wiedererkannt? Oder fallen euch eventuell noch andere Typen ein. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 
Bildquelle: Harald Kraemer // Flickr