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Dienstag, 30. September 2014, 08:05 Uhr

School of Rock

Radiohead, Bruce Springsteen oder doch lieber Prince studieren?

Ihr habt keine Lust mehr auf euer ödes BWL-Studium? Dass ihr euch zum Chemielaboranten ausbilden lasst, bringt euch nicht die begeistertsten Blicke auf jeder Party ein? Dann schmeißt doch hin und wählt aus unserem Artikel einen Studiengang, der jedes musikliebende Herz höher schlagen lässt.


Sehr gut aufgehoben ist man an der Georgia Regents University, wenn man Interesse an englischer Sprache und Hip-Hop hat. Hier wird nämlich das Album „good kid, m.A.A.d city“ von Kendrick Lamar analysiert. „Hip-hop is about immediate feedback to the world people observe around them”, sagt Kursleiter Adam Diehl. Recht hat er, finden wir und sammeln schon mal eifrig Creditpoints indem wir zu „Bitch, don’t kill my vibe“ abgehen.

Wer sich in der Hip-Hop-Szene musikalisch zuhause fühlt, kann auch noch an die University of Washington. "The Textual Appeal of Tupac Shakur" heißt der schöne Kurs, der dort angeboten wird. Die philosophischen, historischen und literarischen Einflüsse des Rappers werden hier durchleuchtet.

Wem die USA jetzt zu weit weg ist, kann auch einfach ins englische Liverpool gehen. Was läge hier denn näher, als dort dann auch noch einen Master in „The Beatles, Popular Music and Society“ zu machen. Laut Ausschreibung der Liverpool Hope University ist dies der einzige Studiengang seiner Art weltweit. Als Heimatstadt der Pilzköpfe haben sie natürlich ein Anrecht drauf, diesen Studiengang dort anzubieten. Eine Stadt voller Beatles-Experten, die einem Anekdoten bei einem Glas Guinness erzählen. Also so stellen wir uns das Studium dort zumindest vor…

Die New York University wartet mit drei Studiengängen auf, bei denen jeder Musikfan aufsteht, seine Gitarre oder wahlweise auch Turntables auf den Rücken schnallt und sich auf den Weg zum Big Apple macht. Dort wird im Studiengang „Recorded Music“ nämlich sowohl ein Kurs über David Bowie als auch über Bob Marley (und postkoloniale Musik) angeboten. Wem das jetzt noch zu durchschnittlich ist, der soll doch den Kurs „Prince 101“ belegen. Nicht, dass eine Vorlesung über „The Purple One“ nicht genug wäre, sie wird auch noch von niemand geringerem als Ahmir “Questlove” Thompson gegeben. Der The Roots-Drummer unterrichtet bereits seit letztem Jahr an der NYU (damals mit dem Thema „Classic Albums“). Auf jeden Fall eine Uni, die man im Auge behalten soll und blitzschnell reagieren sollte, denn die Klassen von Questlove fassen nicht mehr als 18 Studierende.

Questlove ist übrigens aber nicht der einzige Musiker, bei dem ihr in die Vorlesung gehen könnt. Wie wär’s mit „Architecture and Design“ unterrichtet von Kanye West? Oder doch lieber seinem Kurs zum Thema „Fashion“? Okay, letzteres macht Mr. West nicht ganz freiwillig, sondern gibt die Kurse am Los Angeles Trade Technical College im Zuge seiner 250 abzuleistenden Sozialdienststunden. Aber bei den Studenten Havard's Graduate School Of Design kam seine Vorlesung über Architektur und Design letzter Jahr sehr gut an. Immerhin erklärte er dort, man könne die Welt durch Design retten und dass alles einfach nur „architectured“ sein müsse. Ähm, okay…

Ihr wollt bei solchen Aussagen lieber doch nicht von sondern lieber über Kanye West lernen? Dann müsst ihr zu University Missouri gehen und den Kurs „English 2169: Major Authors, 1890-Present: Jay Z and Kanye West“ belegen. Karriere und Arbeit der zwei Musiker werden im Hinblick auf ihren Einfluss auf Hip-Hop betrachtet und was sie mit Dichtern und Poeten gemeinsam haben bzw. was sie von ihnen unterscheidet. Ja, in Missouri nimmt man das Thema sehr ernst!

Über Jay-Zs Frau könnt ihr übrigens an der Rutgers University im Staat New Jersey mehr erfahren. Kevin Allred gibt dort nämlich den Kurs „Politicizing Beyoncé“. Wenn ihr aber mehr der Lady Gaga-Typ seid, können wir euch die University of Carolina empfehlen, wo es das Seminar „Lady Gaga and the Sociology of Fame“ gibt. Und für die ganz hoffnungslosen Fälle gäbe es dann noch den „The Sociology of Miley Cyrus“-Kurs am Skidmore College im Bundesstaat New York.

Neben dem Beyoncé-Kurs bietet die Rutgers University übrigens auch noch das Seminar „The Theology of Springsteen“ an. Klar, dass ein Künstler der „the Boss“ genannt wird, in einem anständigen Kontext behandelt werden muss. So werden in dem Kurs wohl Bruce Springsteens Interpretation diverser Bibelmotive besprochen. Amen.

Dann doch lieber das Seminar „Radiohead: The Sound of A Brand New World?” am Pomona College in Kalifornien belegen. Endlich mal nicht als Nerd gelten und sich in der Interpretation von Songtexten verlieren und den Einfluss von Thom Yorkes Musik auf die heutige Gesellschaft aufdröseln. Ob man sich beim Philosophieren über den Radiohead-Sound im Vorlesungssaal auch noch in süßlichen Nebelschwaden eindampfen lassen darf, können wir nicht garantieren.

Und? Ist da der ein oder andere Studiengang für euch dabei gewesen? Oder kennt ihr sogar noch andere Studiengänge, die uns Musikfans begeistern könnten? Dann schreibt uns doch eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Bildquelle: TygerKrash // flickr.com