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Montag, 16. Februar 2015, 16:57 Uhr

Fasten - Pro und Contra

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40 Tage verzichten - auf was, kann jeder selbst entscheiden. Aber macht das überhaupt Sinn? Oder ist das schlechte Gewissen, wenn man doch scheitert, größer als jeder Erfolg?

Die Kontrahenten:
► Elise hat vorletztes Jahr auf Süßigkeiten verzichtet. Und bereut es.
► Julia stellt es sich wahrscheinlich leichter vor, als es ist, will es aber probieren.



CONTRA FASTEN (Elise)

Fasten? Kiss my a…

No never ever! Und ich weiß, wovon ich rede. Ich habs getan. Horror! Es war einst im Winter/Frühling 2013, da meinte Kollege Kollmann zu mir: „Ich faste jetzt – also keine Süssigkeiten mehr“. Ich hab laut gelacht, „SIE? SIE verfressene Naschkatze? SIE? Der immer aber auch immer und überall Schokolade und Kekse rumliegen hat? Never!“ Er: “Machen Sie mit, Frau Hoffmann?“ Ich: „Deal!“ und damit begann der Horrortrip. 

Ich hab gedacht, so ne Fastenzeit dauert 2 Wochen und nicht 40 Tage – 40!TAGE! Und wenn ich eine Wette annehme, dann zieh ich die durch. Bis zum Erbrechen. Schokolade mag ich eh nicht, kein Thema. Aber 40 Tage ohne Popcorn, Kekse, Gummibärchen, Kuchen und Eis? Oh mein Gott, ist mir das Eis abgegangen! Ich habe gelitten! Ich habe nachts vom Knusperhäuschen geträumt – scheiß auf die Hexe – ich hab reingebissen. 

Kollmann und ich haben uns natürlich auch Stolperfallen gebaut – hier einen Schokoriegel liegengelassen – da einen Latte Macchiato mit niedlichem kleinen Amarettini auf dem Löffel bestellt. Einen hatte ich echt im Mund – Kollmann sah mich triumphierend an – ich konnte ihn gerade noch ausspucken. Eine hübsche egoFM Hörerin hat Kollmann sogar an der Supermarktkasse in Würzburg angetippt und gesagt: „Wenn Sie jetzt diesen Schokoriegel kaufen, verpetz ich Sie bei Frau Hoffmann.“ Es nahm wirklich unmenschliche Ausmaße an. 

Und am Ende? Hab ich weder ein Kilo weniger gewogen, noch mich irgendwie besser gefühlt. FASTEN? So ein Quatsch! Ich muss mich doch nicht selbst geißeln! Ich höre lieber auf meinen Körper und meine Bedürfnisse. Und wenn ich schon an meine Grenzen gehen will, dann mach ich Sport! So, ich geh jetzt Gummibärchen essen.
PRO FASTEN (Julia)

Mit Vorsätzen ist das so eine Sache, ich nehme mir immer viel vor, ziehe es aber dann doch nicht durch. Weil da diese WG-Party ist, auf die du eh nur wegen den Shots gehst oder das Abschiedsessen einer Freundin, wo du schlecht sagen kannst: 'Nee, von deinem 60-Euro-Bio-Braten will ich nichts'. Vielleicht hilft es ja, wenn ich es allen erzähle und mich von Freunden und Kollegen immer wieder zurechtweisen lasse. Vielleicht klappt's auch nicht, lassen wir es drauf ankommen. Trial und Error eben. 



Verzichten will ich auf gleich drei Dinge: Fleisch, Alkohol und Zucker. Fleisch deswegen, weil ich eh nur wenig davon esse und in dieser Zeit bewusst neue (fleischlose) Rezepte kennenlernen will. Alkohol, weil's Weißbier auch ohne Alkohol gibt und man eh (gerade in Bayern!) viel zu oft zum Trinken verleitet wird. Hier ein Feierabendbierchen, da ein Prosecco zu GNTM. Aber das schwerste wird Zucker: Bis zur Bikinifigur werde ich mir noch einigen Süßkram verkneifen müssen und da man bei uns in der Redaktion täglich mindestens drei mal pro Tag Gummibärchen, Krapfen, Schokoriegel oder saure Stäbchen angeboten bekommt, ist das nicht immer so leicht. Deswegen ganz radikal: Kein Zucker. Zumindest keinen industriellen.

Was ich mir davon erhoffe? Gute Frage, ich hab einfach Lust drauf. Mal auszutesten, wie lange ich das durchhalte. Allerdings habe ich mir kleine Cheat-Inseln eingebaut: Meinen Geburtstag am 18. März zum Beispiel. Oder den 60. von meinem Papa. Ich will zwar fasten, aber mir nicht dabei selbst auf den Füßen stehen. Und wenn ich einen Kuchen backe, muss ich ihn schließlich auch probieren, oder? Eben.

Richtiges Hardcore-Fasten wär allerdings nichts für mich - ich bin mir auch nicht sicher, ob man seinem Körper damit wirklich einen Gefallen tut. Was ich richtig toll finde: Ein Bekannter will in der Fastenzeit auf Plastiktüten verzichten und immer eine Stofftüte mitnehmen. Eine schöne Idee, und vielleicht bleibt man dann ja dauerhaft dabei. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, findet ihr nicht?!


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Bildquelle: Peas On A Plate | Lori L Stalteri | Flickr cc by 2.0