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Donnerstag, 30. Juli 2015, 12:00 Uhr

Hoverboard my ass

Anna bloggt

Lexus bleibt dabei: Anfang August soll das erste funktionierende Hoverboard präsentiert werden. Ich bleibe allerdings auch bei meiner Meinung: Nein. Einfach nein.

Es war im März 2014, in dem meine Psyche den wohl tiefsten Einschnitt meines jungen Lebens erlebte. Dort wurde nämlich folgendes Video veröffentlicht:



Was habe ich mich zu erst gefreut: "Ja, kann es denn jetzt wirklich so weit sein, Heureka!" Doch natürlich konnte es das nicht. Es handelte sich dabei nur um einen weiteren Hoverboard-Hoax. Kurze Zeit darauf wurde nämlich das Making-Of veröffentlicht:



Auch wenn ein halbes Jahr darauf tatsächlich sowas Hoverboard-artiges präsentiert wurde. Das Ding ist, dass ich ziemlich jung war, als ich Zurück in die Zukunft II zum ersten Mal gesehen habe. Und mit kindlicher Naivität habe ich die Zukunftsvision eines schwebenden Skateboards einfach aufgesogen und tief, tief, tief gespeichert. So war ich eben bis zum besagten Prank von Anfang 2014 fest davon überzeugt, dass es irgendwie irgendwann möglich sein könnte. Mittlerweile jedoch haben die regelmäßigen Hoverboard-Hoaxes haben meine Psyche irreparabel zerstört. Nicht nur, dass ich nun ultrapessimistisch bin und es für absolut unmöglich halte, dass Hoverboards überhaupt funktionieren können, fällt es mir auch sonst schwer, tolle Meldungen aus diesem Internet zu glauben. Die NASA entdeckt eine zweite Erde? Fake. Smartphones könnten bald nicht dicker als Papier sein? Fake. Hologramme kann man bald anfassen? FAKE (mal abgesehen davon, dass ich Hologramme sowieso für eine Lüge halte, also mal ehrlich, wie soll man denn das Licht bündeln, beziehungsweise in Form halten können, das geht nicht. Das geht. doch. einfach. nicht).

Nun kam allerdings vor einem Monat Lexus daher, mit einem ominösen Teaservideo - in dem es mal wieder um den seit 1989 erwünschten Traum geht, dem Hoverboard. In der egoRedaktion sind dabei alle durchgedreht. Kaffee wurde auf Tastaturen gespuckt und am Konferenztisch ging es anschließend um das Ausdiskutieren wie viel sowas wohl kosten wird. Es wurde des Weiteren davon gesprochen, Sparbücher aufzulösen, nachts putzen zu gehen, gar Nieren zu verkaufen - alles erdenkliche zu tun, um genug Cäsh in the Täsch zu haben, wenn es nun endlich so weit ist, dass das Hoverboard endlich auf den Markt kommt.



Und nun wurde ein zweiter Teaser veröffentlicht, der nicht viel mehr verrät, als dass es eben am 5. August endlich veröffentlicht wird.



Ich hingegen will es einfach nicht glauben, dass Lexus am 5. August tatsächlich ein Hoverboard enthüllt. Ich bin mir einfach ziemlich sicher, dass es nur eine weitere Enttäuschung sein wird: entweder ein geschmackloser PR-Gag oder schlichtweg nicht ganz so cool ist wie es in dem Video dargestellt ist und schon gar nicht so cool wie Marky McFlys Hoverboard.



Angetrieben meiner Zweifel musste ich natürlich recherchieren, ob es irgendwo in diesem Internet einen Hinweise darauf gibt, wie es funktionieren soll. Denn wenn es so funktioniert, wie ich denke, dass es funktioniert, wie es eigentlich nur funktionieren kann, ist es schlichtweg doof. Ich denke nämlich, dass es lediglich auf einer Magnetplatte fahren kann, somit an bestimmte Routen gebunden ist und weder über Wiese, noch über Wasser fahren kann - somit genauso uninteressant wie die Magnetschwebebahn von Shanghai City zum Flughafen, um nicht sagen zu müssen: voll fürn Arsch (vom Spaßfaktor her). Tatsächlich bin ich aber auf eine Seite gestoßen, die zumindest wissenschaftlich klingt (science20.com) und auf die mögliche Hoverboard-Lösung von Lexus erklärt wird. Allerdings ist mir auch das zu blöd zu glauben. Immerhin bin ich ein echter Technikdepp - sobald fünf Wörter, die wissenschaftlich klingen, in einem Satz stehen, steige ich voll aus. Kann ja genauso gut Schmarrn sein, wie soll ich das denn schon jemals überprüfen können, ohne drei Jahre in ein mechanisches Studium zu investieren.

Naja. Auf jeden Fall habe ich bei dieser Recherchereise durch das Internet noch etwas anderes sehr interessantes gefunden: die Firma Hendo, die sich ganz echt jetzt mit dem Hoverboard-Thema auseinandersetzt und sogar bereits einen Prototypen entwickelt hat. Allerdings geht es dem Unternehmen nicht um ein spaßiges, schwebendes Skateboard. Der Firma geht es in erster Linie darum, Leben zu retten. Nämlich wollen sie die Hoverboard-Technik auf Wolkenkratzer in Erdbebengebieten übertragen. Genau. Klingt krass, will ich jetzt aber so mal glauben, weil das wirklich, wirklich, wirklich viele Menschenleben retten könnte. Wenn ein Erdbeben gemeldet wird, können die Gebäude einfach ein paar Millimeter vom Boden abheben und erfahren somit einen wesentlich geringeren Schaden. Aber schaut euch das am besten selbst an:



Schon cool. Trotzdem bin ich immer noch gespannt, was uns Lexus da am 5. August präsentieren wird. Sollte es sich dabei mal wieder nicht um ein Hoverboard handeln, werde ich trotz meines Trotzes, sowas überhaupt noch zu glauben, heimlich in meiner Dusche weinen. Mal wieder.


Bildquelle Titelbild: Flickr | "Hover Board" von Lee Jordan | cc by sa-2.0