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veganesWeißwurstfrühstück
Mittwoch, 27. April 2016, 15:05 Uhr

Etza geh, her mit der Veggie-Weißwurscht!

Maria bloggt

Veggie-Gyros, Veggie-Leberwurst, Veggie-Schnitzel. Alles gibt's in Veggie. Maria hat nun auch eine Veggie-Weißwurst getestet, sich dazu Gedanken gemacht und nebenbei mehr zur ersten Veganmesse in München herausgefunden.


Vorneweg erstmal: Ich esse erst seit gut einem Jahr kein Fleisch mehr, was mir auch anfangs schwer gefallen ist
- Zwiebelrostbraten ist halt einfach das Schönste. Aber irgendwann kam es eben so, wie es wohl kommen musste. Ich habe einen Fuchs überfahren, unkontrolliert geheult und danach gedacht "Ja genau und jetzt isst du dann eiskalt ein Wurstbrot und heulst nicht wegen der armen Sau, die dank unserem Umgang mit Fleisch wahrscheinlich zehn mal mehr gelitten hat."

Witzig ist allerdings dann die Zeit, nach dieser Entscheidung. Gut, jeder kennt mich als Fleischesser und war erstmal verwundert, warum ich diesen Schritt gewagt habe, trotzdem kam immer wieder die Frage (auch von Leuten, die man grade erst so kennenlernt): Hmmm... warum isst du denn kein Fleisch mehr?
Und schon nach dieser kurzen, fleischlosen Zeit muss ich wirklich meinen Hut vor langjährigen Vegetariern ziehen, denn DAS NERVT GEWALTIG.

Das Problem ist, dass es damit nicht getan ist. Man muss sich rechtfertigen, warum man denn in Kauf nimmt, dass man Eisen- oder Vitamin B12-Mangel haben könnte. Man muss sich anhören, dass der Mensch halt schon immer Fleisch gegessen hat, also wird das wohl richtig sein. Und warum zum Teufel so viele Fleischkopien für Vegetarier und Veganer gemacht werden. Wenn man schon kein Fleisch mehr will, dann lasst das doch bitte.

Ich werde jetzt nicht mit Argumenten ankommen, sondern mal nur auf den letzten Punkt eingehen. Davor hole ich mir allerdings Inspiration und probiere eine vegane Weißwurst, die ich nach der Pressekonferenz für die anstehende Münchner VeggieWorld, testen durfte.

Test "Wheatys Weiße"
Die Wurst kommt von einer Marke namens Wheaty. Diese Marke wiederum gehört zu Topas GmbH, einem Familenunternehmen, das es sich seit 1993 zur Aufgabe gemacht hat, vegane und vegetarische Fleischalternativen anzubieten. Eine dieser Alternativen: Wheatys Weiße. Und die ist verdammt gut.

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Natürlich darf man so eine vegane Weißwurst nicht essen und erwarten, dass die jetzt wie eine normale schmeckt. Dem ist nämlich nicht so. Auch die typische Haut ist da nicht dran. Aber wenn man sich wirklich mal auf diese Seitanwurst einlässt, dann wird man merken, dass da einfach nichts dran zu meckern ist. Die ist gut.


Veggie-Wurst: Muss das sein?
Weißwurst ist also verputzt und für gut befunden. Aber brauchen Menschen, die kein Fleisch mehr wollen, wirklich einen Fleischersatz? Oder ist das dämlich?
Bevor wir mit einer kleinen Liste anfangen, ob das jetzt cool ist oder nicht, darf Jouni Gaiser von Wheaty diese Frage beantworten:



Fangen wir aber jetzt mal mit den Punkten an, die gerne mal kritisiert werden:

► Wer kein Fleisch mehr will, will ja eben kein Fleisch mehr. Also warum muss da Ersatz her?
► In Ersatzprodukten ist oft sehr viel Soja drin, was natürlich bedeutet: viele Sojafelder müssen her. Dafür wird viel Wasser gebraucht. Bauern werden wegen der großen Nachfrage ausgebeutet. Das Produkt muss um die halbe Welt geschifft werden, um zu uns zu kommen.
► Vegetarier und Veganer achten unglaublich auf ihre Ernährung, hauen sich dann aber so zusammengepresstes Fleischersatzzeug rein.

Gleich hier muss ich direkt mal reingrätschen: Für Fleischkonsum wird viel mehr Soja gebraucht. 80% des importierten Sojas werden für Viehfutter verbraucht.

Gut. Kommen wir zu meinen Pros:

► Wer gerne auf Fleisch verzichten will (was ja an sich eigentlich mehr als gut ist), hat dank der Veggie-Würste und Co. einen leichteren Einstieg. Man muss sich keine Gedanken machen, was man jetzt auf dieses blöde Wurstbrot packen soll oder was man bei Mama zu Blaukraut und Knödel futtert.
► Dank der ganzen Fleischersatzprodukte werden vielleicht auch andere dazu animiert weniger Fleisch zu essen. Gibt ja einen Ersatz.
► Ich verstehe ehrlich gesagt oft das Problem nicht. Was stört es Fleischesser, dass es eine Veggie-Weißwurst gibt? Die Welt wird dadurch auch nicht schlechter. Das klappt mit unserem Verhalten gegenüber Fleisch und Tieren schon ganz gut. Natürlich gibt es Menschen, die sich vor Fleisch ekeln und deswegen auf die andere Seite gewechselt sind. Aber es gibt auch Menschen, wie mich, die Fleisch sehr lecker fanden, aber nicht mit schlechtem Gewissen essen wollen. Warum dann also nicht zu Ersatz greifen?

Was ich auch nicht verstehe, ist dieser ewige Streit zwischen Veganern/Vegetariern und Fleischessern. Man muss ja nur mal die Facebookkommentare lesen, nachdem irgendeine Zeitschrift einen Artikel über vegane Ernährung geposet hat. Angezicke, Anfeindungen und primitive Vorwürfe und Vorurteile.
Klar, vegan lebende Menschen wollen ihre Meinung gerne teilen und tun das vielleicht nicht immer konstruktiv. Trotzdem kann man doch mal hinhören, wenn ein netter Veganer gute Argumente vorbringt. Und genauso sollten Veganer mal brav zuhören, wenn Fleischesser ihre Meinung teilen oder vielleicht verständliche Fragen oder Einwände haben.

Sicher ist auf jeden Fall eines: So wie wir momentan mit Fleisch umgehen, können wir nicht weitermachen. Auch wenn man sagt: das Leid der Tiere ist mir egal. So sollte man sich doch bewusst machen, dass durch Massentierhaltung, unendlichen Fleischkonsum und diese Unlust auf Verzicht unsere Erde kaputtgemacht wird. Zuviel Fläche und zuviel Wasser werden dafür verbraucht und zuviele Abgase entstehen.

Und genau das kann man am Wochenende in München nochmal genauer erfahren, außerdem mehr zur veganen Lebensweise erkunden, denn da findet die erste vegane Messe in München statt:

Erste VeggieWorld in München
In Paris, Hamburg oder auch Berlin war die Messe schon zu Gast, nun traut sie sich nach Bayern - in die egoFM-Stadt München. Von 30.04. bis 01.05. kann man im MVG Museum mehr über vegane Ernährung und vegane Lebensweise erfahren, nebenbei schlemmen, viel ausprobieren und einfach mal ein etwas anderes Wochenende haben. Was da so genau gehen wird, hat uns Hendrik Schellkes vom Veranstalter Wellfairs GmbH erzählt.



Bildquelle: egoFM