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Barbie
Sonntag, 29. Mai 2016, 08:05 Uhr

Kindheitserinnerungen #02: Barbie

Anna bloggt

Unsere Moderatorin Anna stellt euch jede Woche einen Gegenstand aus ihrer Kindheit vor, den sie nun dank ihrer Tochter neuentdeckt. Dieses Mal: Barbie.

Pädagogisch unwertvoll - diese beiden Wörter höre ich, als hätte sie meine Mutter gestern zu mir gesagt. In der linken Hand meine Barbie mit blauen Schuhen und Glitzerkleid, in der rechten Hand den Mülltonnendeckel. Zwei Sekunden später war die Barbie weg, meine Mutter auch und ich traumatisiert.

Es ist nicht so, dass ich viele Barbies gehabt hätte. Eine Einzige war es, die mir meine Omi geschenkt hat, nachdem ich sie darum gebeten habe. Denn alle meine Freundinnen hatten welche, aber nicht nur das. In den Kinderzimmern meiner Freundinnen gab es Barbiehäuser, - pferde, - pools (mit echtem Wasser!), es gab Ken, es gab die schwangere Barbie, es gab die fahrradfahrende Barbie und es gab den super special Ken, dem man die Haare färben konnte, wenn man ihn nur lange genug ins kalte Wasser gehalten hat.

Alles, was ich also wollte, war meine eigene Barbie – keine Steffi, keine Petra, eine Barbie. Und da war sie! Der Tag war gekommen, da packte ich sie aus. Ich war glücklich. Meine Mutter weniger. Zwei Tage später landete sie im Müll.

Es mussten 30 Jahre vergehen bis die nächste Barbie bei mir zuhause einziehen durfte: Romy, meine Tochter, hat nämlich drei Stück davon, alle geerbt von ihrer Cousine und weißt du was, Mama?
Jedes Mal, wenn die Kleine Urlaub bei Omi und Opa macht, packe ich ihr alle schön ins Köfferchen, mit allen Kleidchen und Schühchen und Pferdchen mit rosanen Mähnen und dann kommst auch DU nicht drum herum: du spielst Barbie!

...Und ich denke an die Mülltonnenszene zurück und kann mir ein genugtuendes Lächeln nicht verkneifen.


Bildquelle: egoFM