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Montag, 10. April 2017, 06:00 Uhr

Fahrt mehr Fahrrad!

...und warum wir davon echt was haben

Fliegen in Mund und Nase, Frisur sieht aus wie Arsch und Friedrich und die Beine schmerzen: Fahrradfahren ist nicht immer toll. Und trotzdem sollten wir das viel mehr tun - neben dem Umweltaspekt gibt's nämlich noch mehr Vorteile.

Früher. Da gab es nichts besseres.
Da hat man sich gefreut wie Schnitzel, wenn ein Fahrrad unter dem Weihnachtsbaum lag. Man war nur noch damit unterwegs, hat sich auf den eigenen Gepäckträger gesetzt, um ein Moped zu simulieren und passenderweise auch noch eine Karte zwischen die Speichen geklemmt. Man hat sich eine Fahne an den Drahtesel gespannt und konnte nicht normal in die Pedale treten. Das war früher.

Heute allerdings - da ist das Fahrrad mit anderen Gefühlen verbunden: Man sieht aus wie Indianer Wind-in-seinem-Haar (und das nicht auf schöne Weise), man kommt verschwitzt und hechelnd in Büro/Uni/sonstwas an und hat hin und wieder kleine Nahtoderfahrungen dank Autofahrer, die denken sie müssen Need for Speed in real life spielen.
Wir geben zu, Fahrradfahren kann schon auch nervig, anstrengend, verschwitzt und voller Hinternschmerzen sein. Trotzdem sollten wir es unbedingt tun!

Das will nun auch ein Laden in San Francisco wieder promoten. Nach dem altbekannten Prinzip „Geb uns deinen alten Wagen und tausch ihn mit Aufpreis gegen einen Neuen“, hat der Shop The New Wheel eine Aktion gestartet. Dabei kann man sein altes Auto gegen ein nigelnagelneues e-Bike tauschen. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch weniger schweißtreibend wie ein normales Rad. Und wenn das Auto mehr wert ist, als das neue E-Bike, bekommt man die Differenz einfach bar zurück. Clever.

Ein paar andere Gründe, warum Radeln einfach besser ist, haben wir mal für euch zusammengestellt....

Punkt 01: Grüne Welle
Man kann sich nichts schlimmeres vorstellen, wenn man mit der eigenen Karosse unterwegs ist: rote Ampel folgt auf rote Ampel. G R A U E N V O L L. Und vielleicht bald nur noch für Autofahrer ein Problem. Denn nun hat Siemens eine App entwickelt, die dafür sorgen will, dass Menschen auf Fahrrädern auf einer Strecke voller grüner Ampel fahren. Dazu kommuniziert die App mit Ampeln auf ausgewählten Strecken und gibt diesen Bescheid, dass bald ein Biker kommt, der gerne rasch und ohne bremsen weiterfahren möchte. Das bedeutet, dass die App ein Signal an die Verkehrszentrale schickt, die dann wiederum für freie Fahrt sorgt. Einziger Nachteil: Autofahrer haben mit noch mehr roten Ampel zu kämpfen.

Punkt 02: Geld
Es ist zwar irgendwie etwas traurig, aber so ist es nun mal: Wenn der Mensch Geld bekommt, tut er viel lieber etwas gutes. Siehe Blut spenden. Und genau an dieses Prinzip hält sich auch die Stadt Mailand. Denn wer dort auf sein motorfreies Gefährt steigt und zur Arbeit pendelt, soll in Zukunft an die 25 Cent pro zurückgelegten Kilometer bekommen. Dass da dann niemand schummelt, wird das Ganze mit einer App kontrolliert. Gut, Mailand ist jetzt nicht die nächste Nähe, aber auch bei uns kann man mit Radfahren Geld machen oder sparen. So sagt das Umweltbundesamt zum Beispiel, dass man jährlich bis zu 2000 Euro weniger verbraucht, weil das Treten in die Pedale unter anderem medizinische Behandlungen reduziert. Pro Kilometer einiges an Boni einsacken, kann man mit der kostenlosen App radbonus.

Punkt 03: Fahrrad-Highways
Hier kommen wir Punkt 01 recht nahe. Denn auch bei den Fahrrad-Highways, die gebaut werden sollen (oder teilweise schon existieren) gibt es einen großen Vorteil: wenig Ampeln, keine Staus, keine Autos. Und damit ein weiterer, unschlagbarer Grund das Fahrrad zu nehmen. Norwegen zum Beispiel möchte 850 Millionen Euro in zehn zweispurige Rad-Highways investieren und ist damit Vorreiter für eine Idee, die auch in deutschen Städten Thema geworden ist - im Ruhrgebiet sogar schon langsam umgesetzt wird.



Punkt 04: Schnick Schnack
Ja, man kann sich tolle Sachen in und an sein Auto kleben, hängen, sprayen, blablabla. Aber wer sieht das schon, außer die Mitfahrer. Ganz anders ist das bei unserem drahtigen, fahrbaren Untersatz. Wer sein schönes Fahrrad ein bisschen aufhübscht, kann alle Menschen, an denen man vorbeifährt mit Einhornaufsatz, eingebauter Bar oder angehängter Kreide erfreuen. Gibt's alles wirklich und haben wir ►►HIER zusammengefasst. Punkt für's Fahrrad, oder?
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Bildquelle: ausgefallene-ideen | designboom | Flickr | "My Xylophone" von Dan McKay | cc by 2.0

Punkt 05: Nochmal Geld
Kennt ihr irgendjemanden, der sich immer wieder umsonst ein Auto ausleihen kann? Für einen Großeinkauf zum Beispiel oder größere Anschaffungen, die eben nicht getragen werden können? Wir wüssten da niemanden - kennen aber Unternehmen, die kostenlos Lastenfahrräder hergeben. Man holt sich also einfach so ein spezielles Bike mit großer Lastenfläche beim Anbieter in der eigenen Stadt ab, erledigt, was es zu erledigen gibt - und gibt das Fahrrad am Ende des Tages wieder ab oder stellt es an öffentlich zugängliche Plätze. Einfach so. Ohne einen Cent. Wo das geht? Hier und hier und hier.

Punkt 06: Hirn
Dass Sport gut für Körper und Geist ist, das ist wahrscheinlich klar. Aber gerade Ausdauersport wie Fahrradfahren ist auch noch wunderbar für unser Gehirn und unsere Intelligenz. Wie einige Studien belegen, gibt es einen Zusammenhang zwischen solcher Sportarten und der Sauerstoffversorgung des Gehirns. Machen wir viel für unsere Ausdauer, werden die kognitiven Fähigkeiten erhöht und unser IQ kann steigen. Sehr vereinfacht gesagt: Fahrradfahren macht schlauer.




Bildquelle: flickr | "..." von Alejo | cc by-sa 2.0

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