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Dienstag, 28. Februar 2017, 00:00 Uhr

Der Ohne-Facebook-Tag

Einfach mal offline bleiben

Sperrt euch in eine Kammer und verschluckt den Schlüssel, schmeißt den Computer aus dem Fenster oder das Handy in die Mikrowelle - unternehmt was auch immer es braucht, euch einen Tag lang von Facebook fernzuhalten. Oder lest euch diesen Text durch...

Heute, am 28. Februar 2017, findet der weltweite Ohne-Facebook-Tag statt. Die schlauen Füchse unter euch könnten bereits ahnen, worum es dabei geht: Einfach mal einen kompletten Tag ohne Facebook verbringen. Wow. Super Info, aber nein danke, wieso sollte man denn. Schließlich hat man als aufgeklärter, rationaler Mensch, der weiß, was für Zeitfresser soziale Netzwerke sind, den digitalen Konsum unter Kontrolle. Doch die Zeit läppert sich zusammen - die egoRedaktion beispielsweise hängt den ganzen Tag auf Facebook ab. Wir benutzen es nicht nur zur schnellen Kommunikation untereinander, sondern auch als News-Feed und posten alles, was für uns relevant sein könnte (und ja, auch sehr viel witzigen Schmarrn) in eine (supergeheime Geheim-) Gruppe. Hinzu kommt dann noch ein ganzer Zeithaufen, der sich nebenher, fast schon unmerklich aufbaut. Wenn man beispielsweise gerade auf den Bus wartet: Zack, schon wischt der Finger horizontal über den Handy-Bildschirm. Oder man eigentlich nur auf die Uhr schauen will, dann eine neue Nachricht bemerkt und schon im Messenger feststeckt. Die Uhrzeit wird dann natürlich nicht mehr überprüft.

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GIF-Quelle: Lucía Miranda


So vergeht Sekunde um Sekunde, Minute häuft sich auf Minute und schließlich ist man dann bei acht Stunden täglich (!) angekommen, die man mit sinnvollerem Zeug verbringen könnte. 104 Tage im Jahr (!!) sind das umgerechnet! Gut, das ist jetzt freilich ein extremes egoBeispiel. In einer Umfrage von ZDF und ARD geht man von 128 Minuten aus, die durchschnittlich am Tag am Smartphone verbracht werden. Diese Zeit zusammengerechnet könnte man auch ins Lesen investieren: 200 Bücher würde man schaffen, hätte man nicht ständig das Smartphone in der Hand. Das ist irre! Gerade vor dem Hintergrund, dass wir doch alle ständig motzen, wie gerne wir die Zeit hätten, mal wieder ein ganzes Buch zu lesen.

Doch nicht nur das: Regelmäßig bestätigen neue Studien, wie unglücklich uns Facebook macht. In einem lediglich einwöchigen Experiment kam raus, dass sich während einer Facebook-Pause nicht nur die Wahrnehmung übers eigene Leben, sondern auch die Emotionen generell positiver wurden.

Vielleicht ziehen wir es also wirklich einmal durch, regelmäßiger, am besten wöchentlich einen Ohne-Facebook-Tag einzulegen. Dann könnte nicht nur noch was aus uns werden, auch den ganzen Yoga-Shanti-Schmarrn für ein erfüllteres Leben könnte man lassen.


Bildquelle: flickr | "broken computer" von tara hunt | cc by-sa 2.0