Entdeckt
RSD-2017
Freitag, 21. April 2017, 00:00 Uhr

Record Store Day 2017

Comeback der Totgeglaubten

Nun gibt's die Liste der Veröffentlichungen für den Record Store Day 2017, mit dabei sind unter anderem Anderson .Paak, Kate Tempest und  Boys Noize, sowie David Bowie mit einer ordentlichen Menge an Veröffentlichungen.

Und das alles auf einem Vertriebsmedium, das schon als Relikt der Vergangenheit galt. Woher kommt der Vinyl-Boom, warum haben manche Platten so bunte Farben und was ist eigentlich ein Record Store Day? Alle Antworten auf offene Fragen um in der Rauchpause mitzureden, folgen jetzt.

Was ist der Record Store Day?Dieses Jahr findet er zum zehnten Mal statt, der Tag an dem Audiophile in den vollen Genuss ihrer Leidenschaft reinsteigern können, was meist in einem unabdingbaren Kaufrausch endet. Einmal im Jahr veröffentlichen Labels und Vertriebe, Künstler und Merchhersteller besondere limitierte Editionen. Da kann es sich um Jutebeutel, Maxi-Singles, Instrumental-LPs oder Exklusive Songs handeln. Auf den Markt kommen diese Sammlerstücke dann nur in teilnehmenden, unabhängigen Plattenläden. Eine Liste mit allen teilnehmenden Läden findet ihr hier, sicherlich ist da auch einer bei euch in der Nähe. Dieses Jahr ist übrigens St. Vincent die offizielle Botschafterin des RSD, angekündigt wurde das Ganze mit diesem unterhaltsamen Video.



Diesjährige VeröffentlichungenDie Liste ist lang. Air bringen „Le Soleil Est Près De Moi“ auf 180 Gramm Colour-Splatter Vinyl als Single raus, der Grammy-nominierte Anderson .Paak bringt „Come Down“ und den Jazzy Jeff Remix zu „Room In Here“ als limitierte 12 Inch auf den Markt. Animal Collective veröffentlichen ein RSD-Exclusive Minialbum mit vier neuen Songs über Domino, Banks & Steelz releasen den Song „Wild Season“ auf sieben Zoll schwarzem Gold und Boys Noize bringt die Remixe zu „Mayday“ auf den Markt. Aus Deutschland sind unter anderem Olli Schulz & Der Hund Marie und Clueso vertreten, wobei Clueso und Kat Frankie jede einzelne Kopie signiert haben. Faber veröffentlicht „Bratislava /In Paris Brennen Autos“ als limitierte Edition mit Wackelbild als Cover und Fettes Brot veröffentlichen ihre erste EP wieder auf Platte. Fat Freddy's Drop veröffentlicht eine remastered Version von Hope als super limitierte Edition. The Lumineers, Jamiroquai, The War On Drugs bringen auch spezielle Schmankerl auf den Markt, Laura Marling, Kate Tempest und Sharon Jones legen wir euch allerdings auch zu Herzen.

Die komplette Liste mit allen veröffentlichungen findet ihr hier.

Warum der Boom um die Platte?Dafür gibt es viele Gründe. Die Optik bei einer Schallplatte ist schon weitaus interessanter als bei einer CD. Das fängt bei der Verpackung an, und hört bei der Platte selbst auf. Das Cover selbst ist maßgeblich größer, lädt mehr zum Betrachten ein, als zum Beispiel bei einer CD oder natürlich auf einem Handybildschirm.  Dadurch ist die Verpackung eben mehr als nur Verpackung, nicht umsonst spricht man von Cover-Art.
Meist ist das Motiv auch nicht nur auf einen simplen Umschlag gedruckt, denn viele Künstler legen Wert auf hochwertige Verpackung. Sogenannte Gatefoldcover lassen sich aufklappen, hier ist logischerweise auch die Innenseite extra designt.
Vinyl gibt es in vielen Farben. Und deswegen gibt es Schallplatten in den wildestenFarbkombinationen.  Oder einfarbig. Oder eben doch klassisch in schwarz. Auf die Klangqualität hat die Farbe keinerlei Einfluss, deswegen macht der Schallplattenliebhaber auch nicht Halt, wenn es ums Bezahlen geht. Bunte oder gefärbte Pressungen sind meist limitiert, aber auch sogenannte Clear-Vinyls, sprich durchsichtige Schallplatten. Definitiv auch ein Hingucker: Picture Discs, hier werden Motive in die Platte gepresst. Dabei leidet allerdings die Qualität. Wie der Herstellungsprozess abläuft seht ihr hier:



Anderer großer Pluspunkt der Schallplatte: Die KlangqualitätSchallplatten kreieren ein anderes Sounderlebnis. Generell lässt sich sagen, das Hörerlebnis hängt immer vom Mastering ab, egal ob MP3- oder wav-Datei, CD oder eben Schallplatte. Das jeweilige Medium unterscheidet sich in verschiedenen Bereichen, so haben Vinyls einen vergleichsweise geringe Lautstärke, da man sie einfach aufgrund der technischen Vorgaben nicht lauter mastern kann. MP3-Dateien werden komprimiert, hier werden also Frequenzen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind, weggeschnitten. Über die Vorzüge von Vinyl wurde oft und viel diskutiert, gelobt werden dabei allerdings immer ein wärmeres Klangbild, sowie ein weiter gefächerter Klangteppich. Wichtig ist allerdings, dass das Label für jedes Medium, auf dem veröffentlicht wird, ein anderes Mastering einbringt, ansonsten gibt es auch nur Klangunterschiede die vom Ausgabemedium abhängen.


Bildquelle: flickr | "vinyl kills the mp3 industry" von Acid PixCC BY 2.0