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Textiles
Montag, 24. April 2017, 12:00 Uhr

Siegel, Siegel am Gewand

Die wichtigsten Textilsiegel

Beim Avocadokauf achten wir aufs Biosiegel, der Kaffee muss fairtrade sein. Aber was ist da mit unserer Kleidung? Auch hier gibt's einige Siegel, die wir passend zur Fashion Revolution Week für euch zusammengesucht haben.


Die Fashion Revolution Week hat ein großes Ziel vor Augen: Sie will erinnern und ein Bewusstsein schaffen. Erinnern an den Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, der am 24. April 2013 1.130 Menschen das Leben gekostet hat und deswegen ein Bewusstsein für faire, umweltfreundliche und nachhaltige Kleidung erwecken. Außerdem sollen Modelabels in dieser Woche verstärkt darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig Transparenz und vor allem bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind.

Um diese Gedanken auch in diesem Jahr wieder in die Köpfe der Konsumenten und Unternehmen zu bringen, ruft die Fashion Revolution dazu auf, selbst mitzuhelfen und etwas zu tun. Der Plan ist dabei, ein Selfie in den sozialen Netzwerken zu posten, auf dem man ein Kleidungsstück links herum trägt und somit das Etikett zu sehen ist. Dazu kommt dann die Frage an den jeweiligen Hersteller: #WhoMadeMyClothes.

Wer es allerdings nicht darauf beschränken möchte, sondern auch in Zukunft mehr auf nachhaltige Mode achten will, der kann auch sonst etwas wegweisendes tun: Siegel beachten. Denn nicht nur auf Gemüse, Kaffee oder ähnlichem findet man Aufdrucke, die erkennen lassen, woher die Ware kommt und wer daran unter welchen Umständen beteiligt war. Auch Kleidung kann mit verschiedenen Siegeln ausgestattet sein.

Naturtextil IVN zertifiziert BEST
IVNBestDieses Siegel wird als das wichtigste ökologische angesehen - denn nirgends sonst finden sich so strenge Richtlinien. Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. ist Inhaber des Siegels und vergibt dieses nur an Naturfasern aus Bio-Anbau. Noch dazu wird nicht nur das Endprodukt betrachtet, sondern die gesamte Liefer- und Produktionskette, was eine echte Transparenz zur Folge hat.


Global Oganic Textile Standard (GOTS)
GOTSAuch auf dieses Siegel kann man dank strenger Standards vertrauen, denn wieder können nur Natur- und wenige Recycling-Fasern das Siegel bekommen, außerdem fließt die gesamte Produktionskette mit in die Bewertung ein. Das heißt auch, dass die Fasern nur auf festgelegte Art und Weise weiter verarbeitet werden dürfen, nicht jede Farbe kann also genutzt werden. Anders als bei unserem erstgenannten Siegel findet man den Schriftzug GOTS schon auf einigen Textilien.


bluesign
bluesignWer viel hochwertige Outdoor-Kleidung kauft, wird mit Sicherheit schon mal über das bluesign-Siegel gestolpert sein. Namhafte Hersteller arbeiten nämlich eng mit bluesign zusammen und geben ihr Bestes bedenkliche Stoffe und Chemikalien von der Produktionsliste zu streichen. Außerdem wird auf Konsumenten- und Arbeitssicherheit geachtet oder Gewässer- und Luftemissionsschutz miteinbezogen. Problem ist allerdings, dass einige Substanzen als "grau" eingestuft werden und hin und wieder noch nach Ersatz gesucht werden muss.


Fairtrade Certified Cotton & Fairtrade Textile Production
fairtradeDas Fairtrade-Siegel kennen wir alle und es ist relativ klar, was es aussagt: bessere und faire Arbeits- und Lebensbedingungen für Menschen, die auf Baumwollplantagen arbeiten, außerdem erhalten die ArbeiterInnen Mindestpreise für die angebaute Baumwolle. Allerdings konzentriert sich das Siegel weniger auf die Weiterverarbeitung der Ware.


Fair Wear Foundation
fairwearfoundationDer FWF ist neben menschenwürdigen Arbeitsbedingungen wichtig, dass nicht nur das einzelne Produkt, sondern das ganze Unternehmen überprüft wird. Man ist der Überzeugung,

dass nur so sichergestellt werden kann, dass die Textilfirma in die richtige Richtung geht und komplett mitzieht. Außerdem ist es nicht sehr einfach,das Siegel zu bekommen - erst wenn ein Label ein Jahr lang Mitglied ist und in dieser Zeit in der besten Kategorie zu finden ist, darf das Siegel die hergestellte Kleidung aufhübschen.