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Mittwoch, 26. April 2017, 18:00 Uhr

US-Drehbuchautoren drohen mit Streik

Alles, was ihr wissen müsst

Die Writers Guild of America ist die Gewerkschaft der amerikanischen Drehbuchautoren und die streitet gerade mit der Vereinigung der Produzenten über einen neuen Tarifvertrag. Sollte bis zum 1. Mai keine Einigung getroffen worden sein, droht Streik.

Worum geht’s?Die Drehbuchautoren wollen mehr Geld verdienen. Um 23 Prozent sollen die Einnahmen der Schreiber/innen in den letzten zwei Jahren gesunken sein. Nachdem sich die Vertreter beider Parteien gestern getroffen hatten und keinen gemeinsamen Nenner finden konnten, wird  die Streikgefahr immer größer. 96% der 13.000 WGA-Mitglieder haben sich bereit erklärt im Falle einer Nicht-Einigung in den Streik zu treten. Ab diesem Zeitpunkt wäre es weder möglich, dass Mitglieder der Writers Guild Witze für eine Late Night Show schreiben, geschweige denn an einem Drehbuch für Film, Fernsehen oder Kino zu arbeiten.
Wie es dazu kommen konnte, dass der Verdienst der Autoren sinkt, obwohl mehr TV-Serien als je zuvor geschrieben werden, und auch im Kino unverändert viele amerikanische Filmproduktionen laufen, ist unklar. Teil des Problems könnten Exklusivverträge sein, die Autoren fest an eine Serie binden. Und wenn die Serie jetzt nur acht Folgen pro Staffel hat, dann verdient der Autor nun mal auch weniger, als wenn er an zwei Serien mit jeweils zehn Folgen beteiligt ist.

Was wären die Folgen?Die Folgen eines Streiks dürften ähnlich sein, wie des letzten 2007. Damals kam mit Ein Quantum Trost der wohl schlechteste Bond mit Daniel Craig in die Kinos. Angeblich mussten sich der Regisseur Mark Forster zusammen mit Daniel Craig zusammensetzen und Dialoge schreiben, um den Film rechtzeitig in die Kinos bringen zu können. Der letzte Streik dauerte von November 2007 bis Februar 2008. The Big Bang Theory, Heroes, Lost und Prison Break wurden gekürzt, manch einer spricht auch von absinkender Qualität in den betreffenden Staffeln.

Aber auch eine positive Folge hatte der letzte Streik, neben dem gestiegenen Gehalt für Autoren. Die erste Staffel von Breaking Bad war eigentlich mit neun Folgen geplant, wobei die Figur von Jesse Pinkman im Staffelfinale hätte sterben sollen. Es kam allerdings anders und Jesse wurden stattdessen jede Menge andere Strapazen auferlegt.

Gelöst werden kann das Ganze durch eine Einigung der beteiligten Parteien. Ansonsten drohen Schäden in Millionenhöhe. Bedroht sind unter anderem die neuen Staffeln von The Walking Dead, The Flash und Gotham.


Bildquelle: flickr | "Hollywood Sign" von Gnaphron | CC by SA 2.0