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seaweed
Montag, 08. Mai 2017, 12:00 Uhr

Kleidung aus Algen, Milch oder Fischernetzen

Algen machen Leute

"Ui, das ist ja ein hübsches Kleid!" - "Jep, ist aus Milch." - das könntet ihr in Zukunft öfter hören! Denn die gängigen Stoffe, die zu unseren Klamotten werden, bekommen Konkurrenz - von so einigen, interessanten Neulingen.

80 % Baumwolle. 10 % Polyester. 10 % Viskose.
Wörter dieser Art liest man normalerweise auf dem kleinen Zettelchen in unseren Shirts, Blusen oder Hosen. Nachdem viele dieser Stoffe aber ganz und gar nicht nachhaltig sind, arbeiten viele kreative Köpfe an Alternativen - und die klingen oft erstmal ein wenig zu fantastisch. Wir haben eine Liste der neuesten Ideen zusammengestellt und mit Studenten der TU Berlin gesprochen, die ebenfalls in großartige Richtungen denken.

#01 Algen
Studenten der TU Berlin haben sich als Ausgangsstoff die Blaualge geschnappt und es tatsächlich geschafft, daraus Kleidung zu machen. Schöne, angenehm zu tragende Kleidung, die vor allem für Allergiker oder Menschen mit empfindlicher Haut eine Wohltat sein soll. Zudem ist der entstandene Stoff biologisch abbaubar - also eine wunderbare Grundlage.

#02 Fischernetze
Auch wenn es verboten ist, Fischernetze einfach im Meer zurückzulassen, finden sich auf dem Grund der Ozeane einige dieser verhängnisvollen Fallen. Viele der alten Netze verrotten nicht und stellen so eine unglaubliche Gefahr für die Tiere dar. Zum Glück gibt es aber Organisationen, die die alten Fischernetze aus den Meeren holen und diese dann wiederverwerten! Schuhe, Socken oder Bademode - das alles kann dann aus den recycelten Netzen entstehen.

healthyseas
Bildquelle: healthyseas.org

#03 Milch
Schon in den 1930er Jahren war es möglich aus Milch Kleidung herzustellen. Allerdings war es damals ein dermaßen aufwendiges Verfahren, welches auch noch einiges an Chemie benötigte, dass man es irgendwann wieder aufgab. Viele Jahre später hat sich nun eine Biologin wieder dahinter geklemmt und aus dem Milchbestandteil und -nebenprodukt Kasein Fasern erschaffen - ohne Chemie. Angeblich sind die Fasern dann auch noch gut zur Haut und frei von Allergenen. Klingt wunderbar - einen nicht unerheblichen Nachteil hat diese Variante dennoch: zwar kommt die hier verwendete Milch angeblich aus artgerechter Haltung, trotzdem ist sie nunmal ein tierisches Produkt, das (wenn man es genau nimmt) nicht für uns und schon gar nicht für unsere Kleidung bestimmt ist.

#04 Eukalyptus
Lyocell nennt sich der Stoff, der aus Eukalyptus und Buchenholz gewonnen werden kann und mit dem man ebenfalls Kleidung herstellt. Selbstverständlich wird auch dafür sehr viel Anbaufläche benötigt, aber trotzdem ist er nachhaltiger als beispielsweise Baumwolle. Denn Eukalyptusbäume wachsen um einiges schneller und sind so ertragreicher.

#05 Ananas
Gerade für Veganer kann sich der Schuh- oder Taschenkauf als leicht schwierig entpuppen, ist ja doch einiges aus tierischem Leder. In naher Zukunft könnte sich das allerdings immer mehr ändern - dank der Spanierin Dr. Carmen Hijos. Sie hat es nämlich geschafft, aus Ananas das pflanzliche Leder Piñatex zu entwickeln. Dazu werden die Blätter der Ananaspflanze verwendet, die extrem widerstandsfähig und als Textilie wasserabweisend und atmungsaktiv wirken. Noch dazu wird hier ein Nebenprodukt verarbeitet und somit noch ökologischer gearbeitet.