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Donnerstag, 29. Juni 2017, 15:00 Uhr

Das Müllproblem von Festivals

Wer geht damit am Besten um?

Festivals und Camping - das ist auf den ersten Blick alles witzig und lässig, doch am Ende des Tages sammelt sich ein Haufen Müll an. Einige Festivals haben sich dagegen etwas einfallen lassen.

Als Musikliebhaber sind wir alle natürlich riesige Festivalfans. Die sind nicht nur perfekt, um einfach mal dem Alltagstrott "adieu" zu sagen und es sich richtig gut gehen zu lassen, sondern auch noch prima fürs Musikentdecken, wild Tanzen und fürs Suhlen im Schlamm. Die negative Seite NACH dem Festival ist dann jedoch immer das Aufräumen. Von zwei, drei oder fünf Tagen Festival kann sich einiges an Müll anhäufen - aber wer entsorgt den? Eigentlich sollte man annehmen, die Festivalbesucher selbst, doch das ist oft nicht der Fall.

Beim Glastonbury Festival beispielsweise bleiben nach wundervollen Festivaltagen auf Ackerfeldern Unmengen an kaputten Zelten und Müll liegen. Auch wenn danach gesäubert wird, verstecken sich oft Kronkorken und Zigarettenstummel in der Erde, die dann von armen, armen Kühen gefressen werden können. Da die Flächen den ansässigen Bauern gehören, werden diese nämlich später wieder für den Anbau oder  ihr Vieh benutzt. Das Problem des Mülls dürfte damit jedem klar sein.

Ein positives Gegenbeispiel zum Glastonbury Festival ist das Taubertal Festival in Bayern.
Sie haben auf ihrer Internetseite die Organisation "Love YOUR Tent" vermerkt, in der es darum geht, den Festivalbesuchern ihr Zelt näher zu bringen und sie somit zu ermutigen, es wiederzuverwenden.
Das Hurricane Festival in Scheeßel hatte bisher auch immer eine schlechte Bilanz was Sauberkeit angeht. Zerstörte Pavillons und Zelte, Bierdosen und teilweise ganze Sofagarnituren bleiben auf dem Gelände zurück - allerdings hat sich dies seit der Aktion "Grün rockt" etwas gebessert.

Hurricanemüll
Bildquelle: flickr | Hurricane Festival 2006 221 von Zeitfixierer | cc by SA 2.0


Muss man heutzutage wirklich noch einen Preis vergeben, damit jeder selbst seinen Müll wegwirft?
Anscheinend schon - beim Rock im Park Festival läuft seit 2009 der Wettbewerb um den „Umwelt Rocky“. Klingt vielleicht etwas blöd, die Idee dahinter ist aber ziemlich schlau. Den Preis bekommt die Gruppe, die ihren Campingplatz am saubersten hinterlassen hat und die Instandhaltung des Zeltplatzes mit Bildern dokumentiert hat. Als Preis bekommt man nicht nur einen wahnsinnig ästhetischen Holzpokal, sondern sechs Tickets für das Rock im Park Festival des nächsten Jahres, sowie ein Merchandise-Paket. Und das ist doch schon mal einiges.

Vorreiter der grünen Festivalbewegung sind die Skandinavier. Ob Roskilde und Northside Festival in Dänemark oder das Øya Festival in Norwegen - alle legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Sauberkeit. 2010 wurde Øya sogar als „Greenest Festival in Europe“ ausgezeichnet.


Positives Beispiel: Modular FestivalWie man das Müllproblem auf Festivals auch lösen kann, hat uns das Modular Festival in Augsburg kürzlich gezeigt. Auch wenn die Besucher dort keine Zelte aufschlagen, ist es dennoch auch hier wichtig ein Bewusstsein zu schaffen und das Abfallmanagement so zu gestalten, dass das Parkgelände das Festival möglichst unbeschadet übersteht. Genau dafür war Reiner Erben, Umweltdezernent in Augsburg, in diesem Jahr verantwortlich. Am Telefon hat er uns erzählt, wie das Umweltkonzept für das Modular Festival in diesem Jahr aussah.



Bildquelle: flickr | DSC_ by Zhelya | cc by SA 2.0