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Dienstag, 08. August 2017, 00:00 Uhr

Catholic Psychedelic Synth Folk

Genres, die Ihr nicht kanntet - bis jetzt

Wir bringen euch Musikstile näher, von denen ihr noch nichts gehört habt, die aber eigentlich ziemlich interessant sind. Weiter geht es mit Catholic Psychedelic Synth Folk.

,,Was für’n Ding?“ fragt ihr euch bestimmt jetzt. Doch keine Bange, wir sind ja da und bringen Licht in den dunklen Bereich eures Gehirn, der sich um die Musikgenres kümmert.
Beim Catholic Psychedelic Synth Folk (wir führen an dieser Stelle die Abkürzung CPSF ein) handelt es sich um, wer hätte es gedacht, eine Abwandlung der klassischen Folk-Musik. Sie ist geprägt von traditionellen und akustischen Instrumenten, wie der guten alte Gitarre oder der Fidel, die mit ihrem erdigen Sound, die Folklore-Texte untermalen. Um aber den typischen CPSF-Sound zu erhalten bedarf es noch mehr: Wir brauchen Synthesizer die mit ihren elektronischen Klängen die psychedelische Wirkung herstellen sollen.

Psychedelisch...das ist doch was mit Drogen oder? Ja, das ist nicht ganz unrichtig, denn psychedelische Musik trug und trägt seit Jahrzehnten in gewisser Weise zur Verbreitung von Drogen bei und soll meist wie ein Trip wirken beziehungsweise den Trip, den man grade hat, noch schöner machen. Aber aufgepasst: beim CPSF ist das anders. Hier wird die spirituelle und bewusstseinserweiternde Wirkung nicht durch kleine bunte Pillen hervorgerufen, sondern durch die Nähe zu Gott. Wo wir beim "catholic" in Catholic Psychedelic Synth Folk wären. Die Texte behandeln hauptsächlich Gott und seinen eingeborenen Sohn Jesus und wollen aufzeigen wie gütig sie zu uns Menschen sind. Wer denkt sich so eine verrückte Kombination aus?

Im Jahre 1973 erschien der Long Player Fire of God’s Love/Songs to Ignite The Spirit von Sister Irene O’Connor, der heute zwischen Musiksammlern mit einem Wert von mehreren hundert Euronen gehandelt wird. Bei der Interpretin des Albums handelt es sich um eine Nonne, die über die hypnotisierenden Instrumentale säuselt. Als wir die Auskopplung „Fire“ das erste Mal hörten stellten sich uns die Nackenhaare auf und plötzlich war die Angst vor dem Boogieman wieder da. Durch die atmosphärischen Elemente, wie den Hall auf der Stimme, wird ein schauriges, gleichzeitig aber auch extrem anziehendes Klangbild erzeugt, mit dem uns die Wahrhaftigkeit Gottes nahe gebracht werden soll. In gewisser Weise hat es funktioniert, wir können das Video einfach nicht mehr schließen und hören nichts anderes mehr. Aber macht euch doch am besten selber ein Bild:



Doch Schwester O’Connor war nicht die Einzige, die diesen Stil prägte, denn auch Emily Bindiger trug einen erheblichen Teil zum CPSF-Stil bei.



Bildquelle: flickr | iamsch | cc by-sa 2.0