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Donnerstag, 24. August 2017, 17:50 Uhr

Oscars 2018: Fatih Akin für Deutschland

Sven Burgemeister erzählt von der Vorauswahl

Sven Burgemeister ist ein Münchner Filmemacher und war selbst schon bei der Oscarveleihung. Dort hat er den Blick hinter die Kulissen bekommen und ein Gefühl dafür, wie es ist, für zwei Kilometer Wegstrecke mit einer Limousine im Stau zu stehen. Heute hat er bei Max vorbeigeschaut, um zu berichten – von ersterem.

Elf Filme an zwei Tagen? Schaffen wir auch, wenn‘s Samstag und Sonntag nur regnet. Aber Sven Burgemeister glotzt beruflich und sogar mit Anwesenheitspflicht: Für jeden gesehenen Film muss unterschrieben werden. Und auch beim elften Streifen müssen die Zuschauer noch richtig gut aufpassen. Denn danach geht die Diskussionsrunde los. Dann berät die neunköpfige Jury nämlich darüber, welcher der Beiträge als deutscher Bewerber nach Hollywood geschickt wird.

Von da aus ist es allerdings noch ein weiter, steiniger Weg bis zur Trophäe, die nächstes Mal am 4. März 2018 verliehen wird. In dieser Runde wurde festgestellt, welcher Film für Deutschland an die Academy geschickt wird, die wiederum erstellt aber erstmal eine Shortlist aus allen internationalen Beiträgen, von denen wiederum nur ein paar nominiert werden. Und nur einer gewinnt.

Im Monopol-Kino in München haben also bei bester Bildqualität und kuschliger Atmosphäre die neun Jurymitglieder ihre Köpfe zusammengesteckt und entschieden: Für Deutschland geht Fatih Akins Film Aus dem Nichts an den Start.



Sven ist zufrieden mit der Auswahl. Bei der Qualität dieser elf Spitzenfilmen ist sowieso kaum mehr ein Vergleich möglich, hat er uns verraten. Das Thema von Aus dem Nichts trifft aber bestimmt den Nerv der Academy. Gesellschaftliche und historische Themen stehen dort hoch im Kurs.

So wie damals, als Sven mit dem Film Sophie Scholl sogar nominiert und zu Gast bei der Oscarverleihung war. Doch so gut die Chancen auch stehen, so wirklich interessieren sich die Leute nicht für den „besten fremdsprachigen Film“. Deshalb waren Sven und sein Team damals auch ratzfatz und ziemlich unbehelligt am Ende des roten Teppichs, obwohl der – zumindest in Svens Nacherzählung – „hunderte von Metern“ lang war. Angler- bzw. Produzentenlatein? Das können wir vielleicht nächstes Frühjahr Fatih Akin fragen.

Sven und sein Team sind damals übrigens zurück auf Anfang und nochmal über den roten Teppich flaniert. Weil’s so schön war. Und hier gibt’s das komplette Interview zum Nachhören – weil’s so schön war!



Titelbild: flickr | Tim Olson | cc by 2.0