Entdeckt
meal_capnslipp_flickr
Donnerstag, 31. August 2017, 00:00 Uhr

Worst of Chefkoch

Nichts für schwache Mägen

Spart euch die Tickets für den Splatterfilm im Kino. Echten Würgereiz findet ihr dort, wo ihr ihn am wenigsten erwartet: in einem der größten Online-Kochbücher Deutschlands.

Seit Jahrhunderten lautet das ewige Lied der Hausfrau: Was koche ich heute bloß? Glücklicherweise hat die moderne Mutti ein Smartphone in der Schürzentasche oder ein Tablet auf dem Tablett und lässt sich einfach täglich aufs Neue online von ihren Leidensgenossinnen inspirieren.

Denn die Küche ist ein Raum der Kreativität und der Anarchie. Das ist toll, denn viele Menschen leben dort das Talent aus, mit wenigen und auf den ersten Blick unkombinierbaren Zutaten kühne Geschmackserlebnisse zu zaubern. Und da jeder seine Leib- und Magenspeise niederschreiben und in Rezeptportale einstellen darf, findet sich da für wirklich jede scheinbar ausweglose Lebensmittelsituation der passende Auflauf. Zu jedem Topf ein Deckel, zu jedem Rest ein Rezept.

Und so findet sogar der Hungrige, dessen Kühlschrank nur noch ein paar Bananen, ein Restchen Weißwein und ein paar Hühnerherzen beherbergt, das passende Rezept. Richtig gelesen:

worstofchefkoch


Nun ist es nicht so, dass sich diese magenverkrampfende Zusammenstellung je in unserem Redaktionskühlschrank gefunden hätte. Nein, wir haben dieses Rezept von Worst of Chefkoch. Das ist der Blog von Lukas und Jonathan, zwei Freiburger Studenten, die sich einen Spaß daraus machen, uns das kulinarische Grauen auf dem Silbertablett zu servieren. Warum sie das tun?



Wenn’s schon nicht schmeckt, dann soll es wenigstens Spaß machen. Im Fall der Lasagne ist es der haarsträubende „Zusammenschmiss“ der Zutaten, wie und Lukas erzählt, in anderen Fällen schlicht die Tatsache, dass jemand etwas als „Rezept“ deklariert. Zum Beispiel das „Mikrowellen Käsebrot“. Und abgesehen davon hat ja wohl jeder so sein Guilty Pleasure in der Küche.



Bei Lukas wäre das gebratener Speck mit eingelegten Pflaumen und Kartoffelknödeln. Das gäbe sicher auch ein schönes Bild für den Blog. Warum also nicht mal den Horizont erweitern und eines der Gruselrezepte nachkochen?



Lukas und Jonathan liebäugeln schon mit der Fußballpizza für das erste Kochvideo. Eine Blechpizza mit 750 Gramm Rahmspinat – wenn das mal keine Kurzschlusspanik im Ofen gibt.

fußballpizza
Bildquelle: Chefkoch.de


In der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot.Der Opi

Aggregatszustand und Kochgefäß wollen bei der Fußballpizza einfach nicht so richtig zusammenpassen, was dieses Rezept zu einer echten Herausforderung macht. Aber was ist eigentlich geschmacklich gesehen das Nonplusultra?



Eine längs aufgeschnittene Fleischwurst, belegt mit Krautsalat, garniert mit Ketchup und Majo. Na dann: Mahlzeit!

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!
Die Mutti

So ganz sicher sind wir uns trotzdem noch nicht, ob wir über klangvolle Namen wie „Schlabberkappes nach Omas Rezept“, „Tausend-Augen-Kuchen“ oder „Peperoni in Knoblauchmilch“ lachen oder würgen sollen. Eins steht fest: Wer Hilfe bei der Umsetzung der „Friss-die-Hälfte“-Diät braucht, ist bei Worst of Chefkoch auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Und falls sich die Mutti ernsthaft mal dort ihre Inspiration holen sollte, dann hofft lieber, dass ein paar schmackhafte Blumen in der Vase auf dem Esstisch stehen.


Titelbild: flickr | Slipp D. Thompson | cc by 2.0