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kulturinselstuttgart
Freitag, 01. September 2017, 00:00 Uhr

Wie geht's weiter mit der Kulturinsel Stuttgart

Crowdfunding als letzte Rettung

Im Dezember letzten Jahres haben wir über die Kulturinsel Stuttgart berichtet und die Schließung des damit verbundenen Clubs Zollamt. Nun gefährdet ebendiese Schließung auch die Zukunft der Kulturinsel selbst.

Die Kulturinsel Stuttgart befindet sich am alten Güterbahnhof in Stuttgart und ist eine bunte Spielwiese für Kulturliebhaber und Kreative, welche die Möglichkeit bietet, diverse Projekte umzusetzen. So gibt es dort beispielsweise Theateraufführungen, den urbanen Garten Inselgrün und auch Räume werden günstig vermietet. Die Schließung des Clubs wurde von den Nachbarn in Form einer Bürgerinitiative aufgrund von Lärmbelästigung veranlasst. Doch wie läuft es jetzt bei der Kulturinsel ohne die Einnahmen des einst gut besuchten Clubs? Kann es weitergehen wie bisher und bleibt dieser kulturelle Treffpunkt bestehen?

Seit diesem Sommer bietet die Kulturinsel dem Viertel zusätzlich einen Biergarten, ein Open Air-Kino, Kaffee für 1€ und noch viel mehr an. Damit soll den Stuttgartern eine Alternative zum Club geboten, neue Einnahmequellen geschaffen und die Nachbarn zufrieden gestellt werden.
Der Vertrag der Kulturinsel ist bis Ende 2018 befristet. Danach sieht der Plan der Stadt Stuttgart vor, auf dem Gelände der Kulturinsel neuen Wohnraum zu schaffen - das Stadtviertel Neckarpark.

Corinna Groß, die für die Pressearbeit der Kulturinsel zuständig ist, hat in einem Interview von den neuesten Entwicklungen seit Dezember 2016 berichtet. Sie erzählt von einem Crowdfunding-Projekt, das ins Leben gerufen wurde, um die Kulturinsel zu erhalten, da die Arbeit allein durch den Einsatz von Ehrenamtlichen nicht gestemmt werden kann und die Pflege des Areals sowie die Organisation und Umsetzung von Projekten sehr aufwendig sei.
Das Projekt ist hier zu finden. Als Packages werden symbolische Dankeschöns und gutes Karma angeboten, da es für eine gemeinnützige GmbH nicht möglich ist, reale Gegenstände zu vergeben.



Laut Corinna Groß ist die Kulturinsel bis Ende 2017 finanziert. Danach ist die Zukunft ungewiss, da die Idee des Biergartens zwar gut war, jedoch die Saison wegen des launischen Wetters nicht die erwarteten Einnahmen bringen konnte und auch der Hauptsponsor nicht mehr unterstützen kann. Spenden werden aber dringend benötigt. Daher schaut sich das Team jetzt nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten und Alternativen um wie beispielsweise eine stärkere Zusammenarbeit mit der Industrie.

Seit neuestem steht fest, dass das Gelände der Kulturinsel nicht abgerissen, sondern nur saniert wird, was bedeutet, dass die Räume und Technik erhalten bleiben werden. Das ist schon mal ein Lichtblick für die Zukunft der Kulturinsel. Außerdem hofft das Team darauf, dass das Crowdfunding genügend Geld einbringt, da es ansonsten kein festes Team mehr geben wird, das alles rund um die Kulturinsel organisiert. Daneben wird es demnächst auch einen Onlineshop mit Merch geben, dessen Einnahmen zu 100% in die Erhaltung der Kulturinsel fließen werden.

Wenn ihr helfen wollt die Kulturinsel, ein Areal für Kunst, Kultur und soziale Projekte, am Leben zu halten, dann spendet kräftig oder besucht deren Onlineshop! Damit bereitet ihr nicht nur dem Team der Kulturinsel eine große Freude, sondern tragt auch dazu bei, dass Kultur in Deutschland weiter gefördert wird und Kreativität frei entfaltet werden kann.