Entdeckt
brotamhaken_matthiasender
Mittwoch, 04. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Brot am Haken

Kauf eins, zahl zwei

Ihr geht zum Bäcker, kauft euch zwei Brezn, bezahlt aber drei. Klingt erstmal nach einem richtig miesen Deal, hat aber einen unterstützenswerten Sinn: Der Bon der dritten Breze kommt an den Haken, den ein Bedürftiger dann einlösen kann.

'Brot am Haken' ist ein würdevolles Schenken in verschiedenen Ladengeschäften, sodass eine Normalität [die der Solidarität] in der Gesellschaft wiederhergestellt wird.- sagt der Münchner Initiator Michael Spitzenberger

Desweiteren ist "Brot am Haken" ein praktisches Beispiel für ein solidarisches Miteinander, beziehungsweise ein Freudeschenken, an dem sich derzeit schon 35 Ladengeschäfte in München beteiligen.
Ursprünglich startete das Projekt in Bäckereien, mittlerweile sind auch Eisdielen, Friseure, eine Jazzbar, eine Seifenmanufraktur und sogar ein Zahnarzt mit am Start.



Mal abgesehen von dem direkten Mehrwert für Bedürftige fordert das Projekt auch das Auseinandersetzen mit der Frage: "Was heißt überhaupt Bedürftigkeit?" In erster Linie mag man an Obdachlose oder möglicherweise noch Hartz IV-Empfänger denken, dabei ist das Problem viel weitgreifender - die Begriffe Altersarmut und daraus resultierende Altersisolation sollten in dem Zusammenhang auch bewusst gemacht werden. Michael Spitzenberger erzählt dazu die Geschichte einer 90-Jährigen, die von 600 Euro Rente monatlich leben muss und selbst sagt, dass "Brot am Haken" ihr ermöglicht, auch mal rauszukommen - so kann sie sich nämlich einmal die Woche gönnen, sich ins Café zu hocken, einen Kuchen und eine Tasse Kaffee trinken, was normalerweise einfach nicht drin wäre.

Auf der Homepage könnt ihr "Brot am Haken" unterstützen und findet zudem noch eine Liste aller Läden, die beim Projekt mitmachen.


Titelbild von Matthias Ender