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Donnerstag, 16. November 2017, 17:00 Uhr

Ungewöhnliche Studentenjobs

Strippen, Skaten oder Fliegen...

Fünf außergewöhnliche Alternativen zum Pizzalieferant: Auch mit diesen Jobs könnt ihr eure Studentenkasse aufbessern.

Skater: Pacel (Ethnologiestudent)
Als er zehn war stand Pacel Khachab zum ersten Mal im Olympiapark auf einem Skateboard. Ab da hat sich eine Leidenschaft entwickelt, die ihn nicht mehr losließ. Mit seiner Skate-Crew Rulfgang und seinem Bruder Ali tourt er jeden Tag durch die Stadt und filmt Tricks für Videos.

Aber der Sport ist auch nicht ganz ungefährlich. Bevor man einen Trick wirklich mastert, geht er locker hundertmal schief. Man darf nicht die Geduld verlieren wieder aufzustehen und weiterzumachen, trotz der vielen Verletzungen und Stürze.
Der 23-Jährige studiert europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians Universität in München und gibt in seiner Freizeit noch Skatekurse für Kinder. Lässig, das Hobby zum Beruf machen zu können. Am liebsten skatet er im Stonepark beim Olympiazentrum oder wenn’s kalt wird in Garagen und U-Bahn Haltestellen.
Wer Lust auf mehr hat, kann Pacel entweder in dem Kinofilm Nightsession  (gibt's bei iTunes) beim Skaten zuschauen oder in seinem selbstgedrehten Video Habibi Part.



Stripperin: Chrissi (Geografiestudentin)
Angefangen hat alles bei einem Work and Travel Year in Australien. Die 22-jährige Geografie Studentin ging viel zu früh das Geld auf ihrer Reise aus, man kennt das ja: "Mh was nun?". Jobs waren in Brisbane, eine Großstadt an der Ostküste des Kontinents, leider dünn gesät. Unerwartet bekam sie Hilfe von ihrer Zimmergenossin im Hostel. Das Mädchen nahm sie mit in einen Stripclub, in dem sie selbst arbeitete, um sie als Barkeeperin vorzuschlagen. Die Chefin meinte aber, sie bräuchte gerade nur jemanden als Tänzerin und aus der Not heraus sprang Chrissi einfach ins kalte Wasser.

Strippen ist ein richtiger Sport, meinte sie uns gegenüber lachend. Ihre Identität gebe sie beim Tanzen übrigens nicht Preis. Für die Lokalgäste war sie „Gabriella“. Sie hat sich wohl richtig gut angestellt, denn sie machte dort in fast zwei Monaten knapp 10.000 Dollar. Also dachte sie sich als sie nach zwei Jahren zurück kam:

Wieso neben meinem Studium in München nicht weitertanzen und ein paar Euronen dazu verdienen.
Allerdings stellte sie fest, dass das Business hier nicht halb so gut florierte wie in Australien, wo Stripclubs viel weniger verrufen sind als im züchtigen Bayern. Somit ist auch die Bezahlung schlechter – weniger reiche Kunden, weniger Trinkgeld und noch dazu mehr Abgaben an die Chefs. Black Box, Atlantik City, Boobs, und das Dolce Vita waren ein paar der Clubs in denen sie in München auftrat. Mittlerweile strippt sie nur noch an den Wochenenden in Berlin – da boomt das Geschäft.


Aktmodell: Mona (Krankenschwester)
In ihrer Ausbildung als Krankenschwester sieht Mona viele nackte Menschen, doch in ihrem Nebenjob ist es genau andersherum. Da steht sie nämlich ausgezogen vor einer Gruppe von Leuten und lässt sich zeichnen.

Die 21-jährige Münchnerin arbeitet im Klinikum Rechts der Isar und nach der Arbeit geht sie einmal die Woche zur Zeichenschule Acthof im Univiertel. Dort tummeln sich viele Kunststudenten und Zeicheninteressierte und malen die Nackedeis in ihrer ganzen Pracht ab.

Das könne schon mal anstrengend sein, meint Mona, wenn man sich eine halbe Stunde nicht bewegen darf, aber sich gern mal an der Nase kratzen würde. Am Anfang hat sie sich ein bisschen unwohl gefühlt, aber unter den Klamotten sind wir ja alle nackt - wieso also schämen?


Flugbegleitung: Tami (Ethnologiestudentin und egoPraktikantin)
"Als ich mein Abitur in der Tasche hatte und überhaupt keine Ahnung, was ich studieren oder mal aus mir werden soll, kam mir die Idee mit dem Fliegen. Jackpot – erst mal die Welt bereisen, neue Leute kennenlernen und für das ganze Paket auch noch Geld kriegen. Ja, das will ich!

Also bewarb ich mich bei verschiedenen Airlines wie Lufthansa, CityLine, Air-Berlin und Condor. Das Rennen machte schließlich Condor, da die Ziele viele warme Länder und vor allem Urlaubsorte sind.
Ab zum Vorstellungsgespräch am Münchner Flughafen und ein paar Wochen später war die Freude groß als es geklappt hat. Nach einem dreimonatigen Kurs war voll ausgebildet und bereit abzuheben.

Toll bei der Gesellschaft ist, dass es ein Programm gibt, das sich Study and Fly nennt. Das heißt, ich konnte während der Arbeit ein Studium meiner Wahl beginnen und meine Dienstpläne, also wohin und wann ich fliege, wurden um mein Studium herumgebastelt.
Das ging auch einige Zeit gut, war aber trotzdem super anstrengend. Denn mit Jetlag und viel unterwegs sein lernt es sich einfach schlechter und so hab ich den Job vor Ende des Studiums sausen lassen.
Jetzt mache ein Praktikum hier bei egoFM und kellnere noch nebenbei. Also wieder Getränke und Essen servieren - nur halt am Boden und nicht in der Luft."


Bildquellen Titelbild (im Uhrzeigersinn schneckenförmig von links oben): flickr | Kate Russell; cc by 2.0 | KurtClark; cc by 2.0 | Robin Grombach | Karen Eliot; cc by-sa 2.0 | _dChris; cc by 2.0