Entdeckt
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Freitag, 12. Oktober 2012, 00:00 Uhr

Möglicherweise leben wir tatsächlich in einer Matrix

Entspannt euch, ist ja eh nichts echt.

2003 schrieb Oxford Professor Nick Bostrom einen kleinen Aufsatz darüber, dass wir uns möglicherweise in einer Computersimulation befinden. Nichts ist real. Die Philosophie daran ist eine Sache. Es zu beweisen eine andere. Doch jetzt, fast zehn Jahre später, wollen Wissenschaftler Bostroms Theorie bestätigen können. Alles was sie dazu brauchen ist eine Gebrauchsanweisung. Dazu haben sie auch schon eine Ahnung. Entscheidet euch entweder für die blaue Pille und bleibt unwissend, oder für die rote und lest jetzt weiter. Aber bedenkt: Alles was wir euch anbieten ist die Wahrheit. Nicht mehr.




Schon seit der Antike beschäftigt die Menschen das Thema Wahrnehmung.
Der griechische Philosoph Platon äußerte sich dazu mit seinem Höhlengleichnis. Darin beschreibt er eine unterirdische Höhle, in der Menschen von Geburt an gefangen sind. Hinter den Gefangenen befindet sich ein Ausgang. Festgekettet an Schenkeln und Nacken, können sie jedoch weder ihn, noch ihre Mitmenschen sehen. Ihr Blick richtet sich einzig und allein auf die Höhlenwand gegenüber. An der sich Licht und Schatten spiegeln.

So sehen sie in ihrem ganzen Dasein nichts anderes als ein Schattenspiel.
Und eben dies ist ihre Wahrnehmung der Welt. Des Universums. Allem. Weil sie von der eigentlichen Welt außerhalb der Höhle keine Ahnung haben. Dabei müssten sich die Gefangenen nur losreißen. Genau das ist der Plan Wissenschaftler. Die Fesseln sprengen.

Und im Prinzip ist die Sache kaum kompliziert. Würden wir uns nämlich tatsächlich in einem simulierten Universum befinden, muss es Computerprogramme geben, welche dieses bewachen. Sie müssten Teil der Simulation sein. Und sich tarnen. Als Menschen. Kommt euch das bekannt vor? Na sicher, die Rede ist doch wohl von Agent Smith aus Matrix. Und eben genau so muss man sich das auch vorstellen.

Diese Agent Smiths müssen enttarnt werden. Damit wäre der Beweis geliefert. Und wie stellt man das an? Ach, nichts leichter als das: Einfach eine eigene Simulation programmieren. Von unserer Welt, unserem Sonnensystem, unserem Universum. Jetzt ratet mal, was besagte Wissenschaftler, die besagte Theorie bestätigen wollen, genau machen? Allerdings in unvorstellbaren Maßen: Femto. Kleiner als Nano.

Aber hat das überhaupt etwas zu bedeuten?
Auch wenn das nachgebaute Universum noch so klein ist: Was kann es beinhalten? Schließlich gibt es uralte, philosophische Gedanken, dass unser Universum in einem einzigen Sandkorn, ja sogar einem einzigen Atom Platz hätte. Oder erinnern wir uns an Stephen Hawking und seine Walnusstheorie. Also was passiert, wenn die Wissenschaftler einfach keinen Bock mehr haben, mit ihrem Spielzeuguniversum zu spielen? Und es kaputt machen? Sie wären verantwortlich für ein Massensterben.

Ausgerechnet Wissenschaftler aus Deutschland sind auf die wahnsinnige Idee gekommen.
Wobei es ja eigentlich nach einer coolen Sache klingt. Doch jetzt kommt’s: Tatsächlich sind sie der Meinung, das Programm könnte in Serie gehen. Zumindest sei es eventuell möglich, das Universum eins zu eins kopieren zu können. Demnach auch Menschen, Tiere und allgemein Zellen. Und wir könnten unsere Koffer packen. So würde Matrix real werden. Wenn es das nicht eh schon ist.

Was, wenn wir ein solches Projekt sind? Nicht mehr als ein Experiment, um einer höheren Spezies zu beweisen, dass diese selbst nur ein Experiment einer noch höheren Spezies sind. Eine Simulation in einer Simulation in einer Simulation. Und so weiter. Haben wir dann überhaupt einen freien Willen? Oder sind wir dem Schicksal unterwürfig und alles im Leben ist vorgeschrieben. Demnach wäre freier Wille nichts weiter als eine Illusion.

Denken wir an das Computerspiel „Die Sims“. Dort kann man den freien Willen mit einem Knopfdruck ein- und ausschalten. Doch selbst wenn er eingeschalten ist, können sie sich nicht auf einmal unabhängig machen und plötzlich neue Dinge entwickeln, die im Computerspiel nicht vorhergesehen, beziehungsweise programmiert wurden. Sie können lediglich das tun, was wir ihnen sagen, das sie tun sollen. Sie würden auch nie dahinter kommen, Teil einer Simulation zu sein. Weil wir es ihnen nicht erlauben.

Brainfuck vom Feinsten.
 

Mit dem Gedanken lassen wir euch jetzt alleine. Habt ein schönes Wochenende.
Und leiht euch eventuell die Matrix Trilogie aus.


Bildquelle: Flickr, "NBriz_Still" von Nick Briz, unter cc-Lizenz