Entdeckt
Insekten_flickr
Dienstag, 18. April 2017, 10:00 Uhr

Spinnen, Shrimps und andere Tiere

... nach Musikern benannt

Wissenschaftler und andere Entdecker lassen sich manchmal echt komische Sachen einfallen. Aber es ist immer wieder schön, dass auch die Musik als Inspirationsquelle einfließt.

Pink FloydEs gibt eine neue Garnelen-Art. Klingt erstmal so gar nicht aufregend, allerdings ist die neue Spezies ganz besonders. Sie wurde nämlich nach Pink Floyd benannt. Und das nicht nur, weil der Forscher, der die neue Art entdeckt hat, der größte Fan der Band ist, sondern auch weil die Garnele enorm laute Geräusche machen kann: Bis zu 210 Dezibel laut kann die Synalpheus pinkfloydi werden. Zum Vergleich: ein normales Rockkonzert wird bis zu 140 Dezibel laut. Da können die Jungs von Pink Floyd also noch was von der Garnele lernen.

pinkfloyd garnele
Bildquelle: Arthur Anker | "Synalpheus pinkfloydi sp. nov., a new pistol shrimp from the tropical eastern Pacific"

Freddie MercuryEin weiteres Meerestier, der Cirolana mercuryi wurde nach Queen-Sänger Freddie Mercury benannt. Das ist eine Art Assel, die ein bisschen aussieht wie eine Kreatur aus "Alien". Grund für den berühmten Namensgeber: Auf Sansibar, wo das Tier entdeckt wurde, galt Mercury als der beliebteste Musiker.


Joe StrummerGleich mehrere Sachen inspirierten die Entdecker einer Tiefseeschnecke, sie nach Punk-Ikone Joe Strummer zu benennen. Alviniconcha strummeri erinnert nicht nur mit der stacheligen Schale an den Kleidungsstil von The Clash, die Schnecke lebt in besonders heißen und säurehaligen Tiefseespalten und ist dadurch richtig „hardcore“.

jon strummer schnecke
Bildquelle: Science Magazine Artikel: "Spiky new snail obviously named for singer from The Clash"


Led ZeppelinVor knapp sieben Jahren entdeckte der Student Justin Havird eine neue Fischspezies. Der Led Zepplin Fan fand, dass das Tier aussah wie die Gibson-Gitarre von Jimmy Page (die mit den zwei Hälsen). Da seiner Kreativität in der Namensgebung keine Grenzen gesetzt waren, heißt die Fischart seitdem Lepidocephalichthys Zeppelini.


David BowieDavid Bowie lebt! Nicht nur durch seine Musik und die großartigen Filme wird man sich immer an den Ausnahmemusiker erinnern, sondern auch durch die Spinneart Heteropoda Davidbowie. Durch ihre gelben Haare erinnerte sie Entdecker Peter Jäger an die Haarpracht Bowies aus dem Jahre 1972 - als er sein legendäres Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars veröffentlichte.

collage david bowie
Bildquellen: The Telegraph Artikel und Costume und Culture Museum

Frank ZappaGleich zwei Tiere wurden Frank Zappa gewidmet. Weil er so ein großer Fan war, wollte Nando Boero unbedingt ein Tier entdecken, das er nach Zappa benennen könnte. Und er wurde fündig: seitdem trägt eine Quallenart den Namen Phialella zappai. Und Frank Zappa revanchierte sich sofort: Sein letztes Konzert 1988 spielte er in Genua, der Heimat des Entdeckers und textete sogar den Text von „Lonesome Cowboy Burt“ für ihn um: „My name is Nando, I’m a marine biologist.“

Aber man könnte keine Tiere nach Zappa benennen, ohne eine Ähnlichkeit mit seinem Schnurrbart zu suchen. Die Pachygnatha zappa hat zum Glück diese Ähnlichkeit: ein Fleck auf ihrem Körper erinnerte die Wissenschaftler anscheinend an den markanten Schnauzbart.


Mick JaggerAuch Mick Jagger wurde eine solche Ehre zu Teil. Nach ihm wurde der Trilobit, der Aegrotocatellus Jaggeri, benannt. Trilobiten kann man noch am ehesten als Unterwasserkakerlaken beschreiben, die am Meeresgrund leben. Leider ist die Spezies schon nahezu ausgestorben, aber Jagger darf sich nun für immer seinen Namen mit den Fossilien teilen.

aegrotocatellus-jaggeri
Bildquelle: Ultimate Guitar Artikel "7 Animals Named after Rock Legends"


Paul McCartneyWenn man schon dabei ist bedeutende Musiker mit Tiernamen zu ehren, dann dürfen die Beatles auf keinen Fall außen vor gelassen werden. Denn wie Mick Jagger, ist auch Paul McCartney Namensinspiration für einen Trilobiten, genauer gesagt für den Struszia mccartneyi.


Bob MarleyGnathia Marleyi ist ein parasitischer Krebs. Er lebt auf dem Meeresboden in der Karibik und befällt gerne Fische. Sein tierisches Pendant hat leider nicht so ein ruhiges Gemüt, wie die Reggae Legende. Der Name soll die Bewunderung von Wissenschaftler Paul C. Sikkel für den Jamaikanischen Musiker ausdrücken.


Lou ReedDer Velvet Underground Frontmann hat eine ganz besondere Verbindung zur israelischen Negev-Wüste. Dort teilt er sich den Namen mit einer Röhrenspinne, der Loureedia Annulipes. Die Spinne lebt, wo auch sonst, im Untergrund...


Neil YoungMyrmekiaphila neilyoungi heißt die Spinnenart aus Alabama, die dem kanadischen Sänger gewidmet wurde. Ganz offensichtlich war der Wissenschaftler ein großer Fan, aber passender geht es ja eigentlich gar nicht. Mit seinem Song „Alabama“ eckte Young ganz schön an, denn darin ging es um die Rassentrennung in den amerikanischen Südstaaten und deren Nachwirkung.




Elvis PresleyBei dieser Namensgebung waren doch eindeutig Musik-Nerds am Werk. Der King of Rock‘n Roll hat nicht nur seinen eigenen Namen, sondern auch den Titel eines seiner Lieder an eine Wespenart vererbt. Preseucoila Imallshookupis heißt das Tier, dessen Namen sich von Elvis' Nachnamen und dem Lied All shook up ableitet.


Lemmy Kilmister Was für Bowie gilt, gilt auch für Lemmy. Der Motörhead Frontman soll nun die Ehre bekommen, den Namen eines der vier neuen superschweren Elemente im Periodensystem zu zieren. Lemmium könnte es heißen.

Lemmy war eine Naturgewalt und verkörperte das Wesen des Heavy Metal.

SonstigesAber nicht nur berühmte Künstler werden durch die ungewöhnliche Namensgebung geehrt. Die Spinne Otacilia loriot wurde zum Beispiel dem deutschen Humoristen Loriot gewidmet. Der Spinnenforscher begründete die Entscheidung damit, dass die Spinne auf den ersten Blick keine Besonderheiten hat, genau wie die Situationen, die Loriot für seine Sketche gewählt hat. Obwohl sie ganz gewöhnliche, alltägliche Momente darstellen, sind seine Witze immer etwas Besonderes – und natürlich ausgesprochen komisch.

Ein bisschen weniger real ist das Vorbild für die Spinnenart Eriovixia gryffindori. Wie der Name schon vermuten lässt, ist sie nämlich nach einem Gegenstand in J. K. Rowlings „Harry Potter“- Büchern benannt. Und nicht etwa nach einem legendären Gryffindor, sondern nach dem sprechenden Hut! Der ähnelt nämlich in seiner Form der Spinne und da der magische Hut Godric Gryffindor gehört, war die Namensgebung naheliegend. Natürlich.

hut spinne
Bildquelle: The Washington Post Artikel "Harry Potter-loving scientists find spider that looks like the Sorting Hat, naming it Eriovixia gryffindori"

Und wer eher so der Star Wars-Fan ist: keine Sorge, denn es gibt einen Darth Vader- Käfer. Die Wissenschaftler, die ihn entdeckt haben, haben ihre Liebe zu den interglaktischen Geschichten einfach in dem Namen des Käfers verewigt. Dürfen wir vorstellen: Agathidium vaderi.


Generell fragt man sich aber: warum werden so viele neue Spinnenarten entdeckt?!


Bildquelle: flickr l "campion" von jenny downing | cc.by 2.0