Entdeckt
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Sonntag, 17. Juni 2012, 00:00 Uhr

Ein wenig Ablenkung fördert die Kreativität

Neue Studien beweisen: Ablenkung während der Arbeit fördert Kreativität und Leistungsstärke.

Die Arbeit ist mal wieder zäh wie Gummi? Das Gehirn explodiert gleich? Nichts geht mehr voran? Ein lustiges Video bei Youtube, oder ein kurzer Blick in Facebook wäre jetzt genau das richtige. Blöd nur, dass viele Arbeitgeber das gar nicht gerne sehen. Wichtige Arbeitszeit ginge verloren. Deswegen verbieten manche die private Nutzung des Internets komplett. Doch das ist völliger Schwachsinn. Denn genau diese kleinen Ablenkungen steigern die Arbeitsqualität…

Ein Kreativitätstest lieferte den Beweis.
Die Psychologen Benjamin Baird und Jonathan Schooler, der Universität von Kalifornien in Santa Barbara, haben es an 145 Freiwilligen zwischen 19 und 32 Jahren getestet. Dieser Test hatte mehrere Etappen: Zuerst sollten die Probanden zu einem Wort mehrere Einsatzmöglichkeiten zusammenschreiben. Beispielsweise zu Zahnstochern, Kleiderbügeln und Ziegelsteinen.

Die Übung wurde nach zwei Minuten gestoppt und die 145 Freiwilligen willkürlich in vier verschiedene Gruppen gesteckt. Eine Gruppe durfte sich erstmal eine Auszeit nehmen, die zweite musste gleich den nächsten Test erledigen. Die dritte Gruppe bekam eine anspruchsvolle Aufgabe und die vierte eine sehr leichte: Sie sollten gerade, von ungeraden Zahlen unterscheiden. Durch diese Aufgabe sollten die Probanden in Tagträume abdriften.

Danach sollten sich alle Teilnehmer wieder auf die ursprüngliche Aufgabe konzentrieren,
die Eignungsmöglichkeiten verschiedener Alltagsgegenstände zu finden. Dabei bekam die Hälfte der Teilnehmer die selben Begriffe vorgesetzt, die sie beim ersten Mal bearbeitet hatten. Die andere Hälfte bekam neue Objekte.

Tagträume steigern die Leistung. Die Probanden, welche sich zwischenzeitlich mit der simplen Aufgabe beschäftigt hatten und dieselben Gegenstände vorgesetzt bekommen haben, lieferten erheblich bessere Ergebnisse. Und zwar um 41 Prozent.

Aus gutem Grund also hatten Einstein, Archimedes und Newton Geistesblitze, nachdem sie ihre Gedanken schweifen ließen. Deswegen: Es hilft wenig krampfhaft zu versuchen, auf neue Ideen zu kommen. Einfach mal kurz Pause machen, stupide Videos oder Fotos anschauen oder das Hirn auf Tagtraumreise schicken. Danach geht’s bestimmt voran.



 
Bildquelle: Flickr von Moyan Brenn, unter cc-Lizenz