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Freitag, 29. Juli 2016, 16:00 Uhr

Ich bin doch nicht blöd

Father John Misty will nicht für Chipotle singen

Mit reichlich Zynismus lässt Father John Misty die Tex-Mex-Kette abblitzen – und da ist er nicht der erste. Aber es geht auch anders: Es folgt eine kleine Compilation aus Clips und Jingles mit egoKünstlern.

Amerika. Ein kleines Mädchen verkauft am Straßenrad selbstgemachte Limonade (was sonst). Ein Junge aus derselben Straße hat seinen Stand mit frisch gepresstem Orangensaft genau gegenüber aufgebaut (wo sonst). Wie es der Zufall will, werben sich die beiden gegenseitig die Kundschaft ab. Deshalb müssen sie ihr Angebot aufpolieren. Binnen kürzester Zeit stehen sich zwei blinkende, piepsende, attraktionsreiche gastronomische Imperien gegenüber, in denen verbitterte Eigentümer übersüße Drinks verkaufen. Bis ihnen eines Tages klar wird, dass all diese Geschmacksverstärker nicht mehr ausreichen, um die versauerte Atmosphäre zu überdecken. Also reißen sie kurzerhand alles ab, tun sich zusammen, wie es der Zufall will, verlieben sie sich, eröffnen einen slow-and-healthy Food Truck, schneiden gemeinsam Zwiebelringe (jeder eine Hand am Messer) bekommen ein Kind, das beiden zum Verwechseln ähnlich sieht, kurzum: sie werden glücklich und stören sich auch nicht weiter daran, dass sie jetzt wochenlang Trinkgeld sammeln müssen, um mal gemeinsam ins Kino zu gehen. Das echte Leben, wiedergegeben in einem vierminütigen Chipotle-Werbefilm, untermalt mit dem Song "I Want It That Way", in einer eigens angefertigten Duettversion von Jim James (My Morning Jacket) und Brittany Howard (Alabama Shakes).

Doch Chipotle hatte es nicht leicht, diese rührende Geschichte an den Mann, beziehungsweise den Musiker zu bringen. Frank Ocean wäre die erste Wahl gewesen, der macht jedoch kurzfristig einen Rückzieher. Kein Rap für Wrap also. Als nächstes wendet man sich frohgemut an Folksänger Father John Misty – der allerdings scheint so gar keinen Sinn für Fast Food zu haben. Auf einer Show verkündet er, dass er an Chipotles „fucking Burrito Money“ nicht im Geringsten interessiert ist und lässt seinen Unmut darüber verlauten, dass Folk heutzutage scheinbar nur noch zu Werbezwecken taugt.



Kein Rap für den Wrap also und auch kein Country für die Potatoes. Vielleicht sind die beiden auch einfach keine Boys von der Backstreet. Oder sie konnten den cheesy Plot einfach nicht mit ihrer Laktoseintoleranz vereinen. Aber die Suche nach dem Tacobotschafter war letzten Endes ja doch noch erfolgreich.

Wir haben uns mal auf die Suche begeben und festgestellt, dass unter den egoKünstlern längst nicht alle scheu wie Frank Ocean und Father John Misty sind, wenn es darum geht, Gesicht oder Stimme an große Konzerne zu vermieten.

The Flaming Lips zum Beispiel lieferten den Sound zum Super Bowl Spot von Hyundai. Damit wäre die lebenslängliche Burritoversorgung wohl gesichert…



Snap Crackle and Pop! So heißt das Produkt, das die Rolling Stones in den 60ern besungen haben. Das klingt ja selbst schon wie ein Songtitel.



Und ganz besonders beliebt bei der Musikprominenz – oder besonders zahlkräftig – ist scheinbar eine allseits bekannte koffeinhaltige Brause zu sein.







Aber vielleicht waren das gar nicht Ray Charles, Aretha Franklin, David Bowie, Tina Turner und Jack White …sondern Manuel Neuer? Man weiß es nicht.


Bildquellen Titelbild: facebook | Fathe John Misty / amazon