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Dienstag, 01. August 2017, 20:00 Uhr

Earth Overshoot Day 2017

Sechs Tage früher als letztes Jahr

Zum nationalen Sandwich-Eis-Tag wollen wir auf etwas aufmerksam machen, das die Zukunft der geliebten Sauerei zwischen Waffeln gefährden könnte: Am 2. August ist nämlich auch Welterschöpfungstag.


Wie ein verzogenes Kind, das sein Taschengeld immer früher im Monat einfordert - das verzogene Kind sind wir. Am 2. August ist nämlich der Tag erreicht, an dem die Weltbevölkerung das Jahresbudget an Ressourcen aufgebraucht hat. Ab sofort machen wir Schulden bei der Erde.

Jedes Jahr früher1987 waren wir fast eine vorbildliche Weltbevölkerung: Damals fiel der Earth Overshoot Day erst auf den 19. Dezember. Vor einem Jahr war es am 8. August, das Jahr davor am 13. so weit. Auch in den nächsten Jahren wird uns der Welterschöpfungstag immer ein bisschen früher heimsuchen.

Berechnung des WelterschöpfungstagesWie kann so etwas wie der Welterschöpfungstag denn bitteschön bestimmt werden?

Schritt 1: Es wird berechnet, wie hoch die Fähigkeit der Erde ist, Schadstoffe abzubauen und das zu ersetzen, was der Mensch verbraucht. Diese Fähigkeit trägt den peppigen Namen Biokapazität.
Schritt 2: Die Biokapazität stellt man dem ökologischen Fußabdruck der Weltbevölkerung gegenüber.
Ernüchterndes Ergebnis: Verbrauch ist größer als Nachschub.

Der Welterschöpfungstag ist dabei alleridings nur Produkt einer ungefähren Berechnung. Ganz genau kann das nicht bestimmt werden, manche der verwendeten Quellen sind zudem ungeklärt. Deswegen können die Informationen auch variieren, der Trendverlauf ist aber trotzdem eindeutig.

Öko-Panikmache?Ab heute verbrauchen wir also Öl, Holz und andere Ressourcen, die wir eigentlich gar nicht mehr haben. Um unseren Bedarf zu decken, bräuchten wir nur noch 0,7 weitere Planeten. Also alles nicht so dramatisch, wir brauchen einfach noch eine zweite Erde. Wer Kopfhörer in Form von Katzenohren erfinden kann, wird das ja wohl noch schaffen.

Wir Deutschen sind übrigens weit über dem Durchschnitt. Um unseren Bedarf zu decken, bräuchten wir insgesamt 3,1 Planeten. HIER könnt ihr euren persönlichen Fußabdruck berechnen (Obacht: dabei könntet ihr den teuer importierten Kaffee vor Schock über eure Tastatur spucken).

Die verschwenderischsten Länder (2016)worldovershootday2016

Bildquelle: WWF

Wenn das alles so weitergeht mit unseren Onlineshopping-Paketen, braucht die ganze Welt ab 2050 drei Planeten. Es wird Zeit, sich zwischen neuen Schuhen und neuen Planeten zu entscheiden.

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Bildquelle: footprint network (2015) 


Ihr kennt das ja schon: schmelzende Polkappen, aussterbende Tiere, Versteppung, Überfischung und so weiter. Dass wir das alles schon tausendmal gehört haben, macht es aber nicht weniger wichtig. Vor allem ärmere Länder leiden, obwohl diese meistens weniger Ressourcen im Jahr nutzen, als die Erde nachproduzieren kann. Schon ein kleines bisschen mehr Mühe kann helfen - wirklich nur ein kleines, kleines, kleines bisschen Mühe mehr.

Tut es für das Sandwich-Eis.
Auch wenn es nur Jutebeutel statt Plastiktüte ist.

Das Global Footprint Network erklärt den World Overshoot Day hier noch mal in einem Video, das echt jeder kapiert:



Bildquelle: flickr | "Globe" von Alberto Garcia | cc by-sa 2.0