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Mittwoch, 23. November 2016, 00:00 Uhr

Slowenien macht Trinkwasser zum Grundrecht

Über den Tellerrand hinaus

Es gibt einige Länder, von denen wir uns hin und wieder ein Scheibchen abschneiden könnten. Zum Beispiel: Slowenien. Dort wurde das Recht auf Grundwasser nun nämlich in die Verfassung aufgenommen.

Was irgendwie bisher nur wie ein böser Traum und auch ein wenig absurd klingt, könnte in einigen Ländern (und auch bei uns) in naher Zukunft Wirklichkeit werden: die Privatisierung von Wasser. Das bedeutet, dass Brunnen, Leitsysteme oder auch Wasserspeicher privates Eigentum werden könnten und somit nicht mehr für jeden problemlos zugänglich. Ziemlich beschissen - in Slowenien aber kein Thema mehr. Dort ist man nämlich dieser Meinung:

Water resources represent a public good that is managed by the state. Waterresources are primary and durably used to supply citizens with potable water and households with water and, in this sense, are not a market commodity.
Diesen überaus wichtigen Satz findet man von nun an in der slowenischen Verfassung. Somit ist gesichert, dass das Wasser des Landes nicht privatisiert werden kann und dass alle Einwohner ein Recht auf sauberes Trinkwasser haben - was vor allem für Roma eine große Erleichterung darstellt.

Slowenien distanziert sich mit diesem neuen Verfassungszusatz als erstes europäisches Land von der privaten Wasserversorgung und ist dadurch wirklich Vorreiter. Zwar gibt es seit 2010 eine Resolution der Vereinten Nationen, die Wasser als Menschenrecht anerkennt, allerdings sind solche Resolutionen nicht bindend und vor Gericht haltlos. Das heißt also, dass wir in Deutschland zur Zeit noch zu bangen haben und hoffen müssen, dass unsere Regierung nachzieht - und über den Tellerrand hinausschaut.

Einziger kleiner, bitterer Beigeschmack: Slowenien hat diesen Schritt nicht unbedingt wegen der Einwohner gewagt - eher aus Angst vor der Gier anderer Länder, wie der Premierminister Miro Cerar verkündete:

Slovenian water has very good quality and, because of its value, in the future it will certainly be the target of foreign countries and international corporations’ appetites. As it will gradually become a more valuable commodity in the future, pressure over it will increase and we must not give in.
So oder so geht das Land damit einen wichtigen Weg - und bringt hoffentlich weitere Länder auf die gleiche Idee. Sollte die Idee allein noch nicht inspirierend genug sein, haben wir eine ganze Playlist zum Thema angelegt. Damit sollte es fließen.



Bildquelle: flickr | "000029" von kogurtsova | cc by 2.0

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