Entdeckt
Really von Derek Midgley_flickr
Mittwoch, 04. Januar 2017, 00:00 Uhr

Triviales aus dem Leben der egoKünstler

Näh, echt??!

Heute ist der Tag des Trivialen Wissens! Wusstet ihr nicht? Hier kommt noch viel mehr von dem Stoff. Denn: Auch egoKünstler haben einige Belanglosigkeiten zu bieten.

An einem Punkt, an dem sich drei Straßen treffen, laufen Wege kurz zusammen und trennen sich wieder – zwischendurch hat man kurz Zeit, um Tratsch auszutauschen, den man gerne gleich wieder vergessen darf. Zum Beispiel so: „Ach, hallo!“ – „Du hier?“ – „Ja, ne?“ – „Wie steh’n die Aktien?“ – „Joa, gut! Bei dir?“ – „Joa, gut!“ – „Sagmal, wusstest du schon? Präriemäuse haben bis zu 40 Stunden am Stück Sex!“ –„Näh! Das is ja n Ding!“ – „Ja, nä? Na denn!“ – „Na denn, mach’s mal gut!“ – „Jo, du auch!“. Und dann biegt einer rechts ab und einer links.

Der mittlere Teil der Unterhaltung (genauer gesagt, die siebte Aussage) variiert natürlich, je nachdem, wen ihr am amerikanischen Tag des Trivialen Wissens so an der Ecke trefft. Bestenfalls ist die Information nicht nur wahnsinnig belanglos, sondern dabei auch noch interessant – wie die Präriemaussache, oder gerne auch mehr. Deshalb haben wir ein paar unwichtige, kuriose, lustige, interessante Details aus den Biografien einiger egoKünstler zusammengetragen. Damit der Mehrwert nicht ganz auf der Kreuzung bleibt.

#1
Am 17. Oktober 2005 tanzte die englische Jugend zu „Push the Button“. Allerdings nicht mehr lange, denn die Arctic Monkeys veröffentlichten an diesem Tag ihre erste Single „I Bet You Look Good on the Dancefloor“ und vertrieben mit diesem eigentlich völlig ambitionslosen Projekt die Sugababes von Platz 1 der UK-Charts.



#2
Wanda Kuchwalek wurde als Tochter einer Schlangentänzerin im Zirkus geboren. Ab ihrem 14. Lebensjahr verdiente sie ihr Geld im Rotlichtmileu, mischte später als Zuhälterin in Wien eine reine Männerdomäne auf, trug den Spitznamen „Wilde Wanda“, Cowboystiefel und ein ellenlanges Vorstrafenregister mit sich herum. 2004 starb sie in Wien und hätte wohl nicht geahnt, dass sie acht Jahre später Namenspatin für die Erfinder der „Popmusik mit Amore“ werden sollte.



#3
Ebenfalls in Wien treibt sich Davin Öllerer herum, der nach der Schule eine Konditorlehre angefangen und wieder abgebrochen hat. Er spielte dann doch lieber Garagenrock mit der Band Eternia, deren Mitglieder sich bei der Veröffentlichung eines jeden Albums neue Pseudonyme gaben. Beim letzten ist Voodo Jürgens dann irgendwie hängengeblieben.



#4
2012 flatterte bei einem ein Angestellten in Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt in Rödinghausen eine fristlose Kündigung in den Briefkasten, weil er einen Song auf seiner Facebook-Seite geteilt hat. Der Band, von der das Stück stammt, kann das im Sinne des Marketings nur recht sein – wobei „Bück Dich Hoch“ von Deichkind auch so zum Erfolg wird. Und offensichtlich spricht Deichkind Menschen jedes Alters aus der Seele: In Österreich wurde der Ausdruck „Leider Geil“ zum Jugendwort des Jahres 2012 gewählt.



#5
Victor Snaith ist ein Mathematikgenie und hat in vielen Jahren als Professor an algebraischer Theorie, Zahlentheorie und Darstellungstheorie von Gruppen geforscht – was man halt so macht. Dieses Talent hat er auch seinen Kindern vererbt: Tochter Nina ist ebenfalls promovierte Mathematikerin, interessiert sich allerdings eher für Zufallsmatritzen und dergleichen, und Sohn Daniel, tja, der fängt so gar nichts Sinnvolles mit seinem Doktortitel der Mathematik an, sondern macht so richtig verrückte Sachen: Wir kennen ihn besser als Caribou.



#6
Das Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ besteht aus 18 Einzelbildern:

eiselmosaik
Bildquelle: facebook | Rechenzentrum Potsdam

Es ziert das Rechenzentrum Potsdam und stammt von Fritz Eisel, dem Großvater der Kalkbrenner-Brüder.



#7
In England kann man einen Blauschimmelkäse kaufen, der „Blue Monday“ heißt, und zwar deshalb, weil der Käser diesen Song von der Band New Order besonders liebt. Besagter Mann ist übrigens Alex James, Käser, Journalist und, ach ja, Bassist der Band Blur.

Und wo wir schon mal (nicht) über Blur sprechen: Am 7. Januar 2010 hat die Royal Mail eine Briefmarkenkollektion mit zehn der schönsten Albencover aus den letzten 40 Jahren veröffentlicht, darunter auch die rennenden Hunde vom Blur-Album Parklife.



#8
2003 lief in japanischen Kinos der Anime-Film Interstella 5555, der ohne gesprochenen Text auskommt und bei dem nur die wichtigsten Geräusche vertont wurden. Das Drehbuch zum Film ist aus den Titeln des Daft Punk Albums Discovery entstanden und wurde von den Musikern selbst entwickelt. Doch nicht nur das: angeblich haben Daft Punk die 4 Millionen Dollar für die Produktion des Films selbst lockergemacht. Schade nur, dass er es kaum über die Grenzen Japans hinausgeschafft hat.



#9
2002 veröffentlichte das schwedische Elektroduo The Knife den Song „Heartbeats“. Dieser wurde später gecovert und zu einer Art Geheimwaffe für Film und Fernsehen: Die Coverversion untermalte diverse Werbespots im Radio und im Fernsehen, lief in der Fernsehserie One Tree Hill, in der Fernsehserie Bones – Die Knochenjägerin, außerdem in Scrubs – Die Anfänger sowie in dem Film Vollidiot. Und stammt von egoLiebling José González.



#10
2013 auf dem South by Sothwest Festival wurde am Bühnenrand eine Gitarre und ein Rucksack gestohlen, in dem sich eine Festplatte voller Musik befand. Drei Tage später wurde einer der Songs auf dem Musikblog Pigeons & Planes geteilt, und noch ein paar Tage später hatte der Beklaute bereits über 1000 Downloads - die Welt kannte „White Lies“ und damit auch Max Frost.



Bildquelle Titelbild: flickr | Really? von Derek Midgley | cc by 2.0