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Donnerstag, 03. August 2017, 00:00 Uhr

Willkommen im Dschungel!

Julian bloggt

Gerade bei diesen Temperaturen geben die Klamotten oft den Blick auf die Achseln ihrer Träger frei. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn man da nicht zu sehen bekäme, was man da manchmal so sieht – meint Julian.

Ja, jeder soll so sein dürfen, wie er will. Dem bin ich mir bewusst. Aber es heißt auch, dass die Freiheit des einen da aufhört, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt wird. Okay, bei einem Blick auf Achseln die Freiheitskeule zu schwingen ist schon ein bisschen sehr pathetisch. Trotzdem sollte die Frage erlaubt sein, was man in einer Achselhöhle tolerieren muss und was nicht?
Damit ihr versteht, was ich meine, nehme ich euch mal auf meine tägliche U-Bahnfahrt zur Arbeit mit. Oder soll ich es lieber Expedition in den Dschungel nennen? Was da unter den hochgehobenen Armen mancher Mitfahrer wartet, ist nicht gerade das, was man morgens als Halbwacher schon verarbeiten kann. Da quellen die Haare aus dem T-Shirt und begrüßen die Mitfahrer persönlich. Das in nur wenigen Zentimetern Abstand zum Gesicht, weil die Bahn mal wieder komplett voll ist und man möchte den Tag gleich wieder beenden, bevor er überhaupt richtig begonnen hat.  

Zwar sollte jeder selbst entscheiden können, was er mit seinem Körper macht. Es hat allerdings auch seinen Sinn, dass sich in der Geschichte der Menschheit ein paar gesellschaftliche Standards etabliert haben. Es will ja schließlich auch niemand, dass sich in der U-Bahn die Hornhaut entfernt wird oder wir uns wieder daran erinnern, dass Parfum die bessere Alternative zur Körperhygiene ist. Oder wie würde die #freeyourpits-Bewegung schauen, wenn es plötzlich eine #freeyourwilly-Bewegung gäbe?

Ich will niemanden vorschreiben, ob und wie er oder sie sich zu rasieren hat. Wer es lieber wachsen lassen will, darf das gerne tun. Ich will mir aber auch nicht vorschreiben lassen, dass ich mir lange Achselhaare anschauen muss. Könnten wir uns also darauf einigen, dass so lange man nicht sieht, wie sehr es wo wuchert, jeder machen kann, was er oder sie will? Schließlich stören Haare mich nicht grundsätzlich – alles entspannt – aber sobald es dschungelartige Ausmaße annimmt…
Wie seht ihr das? Schickt uns eure Meinung an  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Bildquelle: flickr | "Right Armpit" by Tony Alter | cc by 2.0