Florian Brückner über seine Kindheit im Chiemgau
Gedanklich geht es zu Beginn der Sendung zurück in die Heimat auf den elterlichen Hof zwischen Simsee und Chiemsee. Auf die Frage nach Kindheitserinnerungen muss Florian Brückner nicht lange überlegen:
"Ich liebe das im Frühjahr, wenn man im Dorf hört, wie Brennholz gesägt wird. Da gibt es einen ganz speziellen Geruch dazu." – Florian Brückner
Als eines von insgesamt acht Kindern aufzuwachsen, empfand Brückner keineswegs als Belastung, sondern als echtes Geschenk. Auch wenn es natürlich wie eine Zweckgemeinschaft gewirkt haben mag, wo die Älteren auf die Jüngeren aufpassten. Welche Rolle er selbst in der Familie eingenommen hat? Ganz klar: Da er zwei ältere Brüder hatte, habe er "schon die Klappe groß aufmachen können".
Vom Notfallsanitäter durch Zufall vor die Kamera
Dass Florian Brückner heute zu den gefragtesten bayerischen Schauspielern gehört, war keineswegs vorgezeichnet. Sein eigentlicher Hauptberuf ist bis heute der des Notfallsanitäters. Inspiriert von seinen älteren Brüdern ging er zum Rettungsdienst – und blieb. Die Schauspielerei ist für ihn dagegen wie ein "Zuckerl":"Ich glaube, diese Kombination tut einfach gut, weil man im Rettungsdienst ganz andere Welten sieht – was für Schicksale es gibt. Und was für ein Geschenk es ist, dass man dann auf der Bühne oder vor der Kamera stehen darf." – Florian Brückner
Zur Schauspielerei kam er schließlich mit 18 Jahren durch einen witzigen Zufall: sein älterer Bruder Franz Xaver hatte eine Rolle bekommen, musste aber wegen der Schule absagen. Der Casting-Agentin empfahl der Bruder kurzerhand seinen jüngeren Bruder Florian. Brückner ging hin, bestand das Casting und sammelte erste Film-Erfahrungen.
Von Marcus H. Rosenmüller und Meister Eder
Ein wichtiger Wegbegleiter Brückners ist Regisseur Marcus H. Rosenmüller, mit dem er unter anderem die berühmte Beste Zeit-Trilogie und Räuber Kneißl drehte. Rosenmüller gebe seine ganze Motivation und Emotion ans Team weiter: Florian Brückner meint, es sei ein Geschenk, mit ihm zu arbeiten. Gemeinsam erweckten sie auch das Kult-Erbe von Pumuckl zu neuem Leben. Die Bedenken und den enormen Respekt vor den riesigen Fußstapfen von Gustl Bayrhammer konnte Brückner gut ausblenden, auch weil das Set der Schreinerwerkstatt eins zu eins nachgebaut wurde. Kopieren wollte er die Ikone Gustl Bayrhammer ohnehin nie:"Ich mag das nicht kopieren, sondern weitererzählen. Das ist meine Kindheit, mit dem bin ich aufgewachsen, das muss man so lassen, wie es ist. Man kann versuchen, dass man es weitererzählt." – Florian Brückner
Besonders emotional wurde es am Set, als Ur-Darstellerin Ilse Neubauer durch die Kulisse der Werkstatt schritt – da habe er schon ein bisschen weiche Knie gehabt.
Der neue Kinofilm: Kommissar Jennerwein – Hochsaison
Ab dem 05. November ist Florian Brückner im Kino in einer ganz neuen Facette zu sehen: Als Kommissar Hubertus Jennerwein im Alpenkrimi Kommissar Jennerwein – Hochsaison. Die Figur leidet an der seltenen Bewegungsblindheit (Akinetopsie), schaltet bei Stress in eine Art Lähmung und denkt extrem schnell – eine echte schauspielerische Herausforderung:"Das ist sozusagen seine Achillferse, aber dadurch hat er die Gabe, dass er wahnsinnig schnell denkt und reagiert. Das ist seine Supermacht." – Florian Brückner
Dass sein eigener Bruder Maximilian am Drehbuch mitgeschrieben hat, machte die Dreharbeiten besonders – auch wenn die langen Kriminal-Texte am Set durchaus eine Herausforderung waren. Gedreht wurde unter anderem an der imposanten Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen mitten unter echten Zuschauern beim Neujahrsspringen. Zusammen mit einem starken Ensemble um Sarah Thonig, Frederic Linkemann und Helmfried von Lüttichau bringt der Film eine wunderbare Mischung aus Spannung und trockenem, schwarzem Humor auf die Leinwand.
Das gesamte Interview mit Florian Brückner gibt es hier und überall dort, wo es Podcasts gibt.


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