Über genau diese Fragen spricht Dominik Kollmann im egoFM Talkradio mit der Journalistin und Autorin Sally Lisa Starken. Anlass ist ihr neues Buch „Wenn der rechte Rand regiert“ – eine Analyse darüber, wie Demokratien unter Druck geraten können und welche Entwicklungen wir ernst nehmen sollten.
Vom Gerichtssaal ins Studio
Der Weg von Sally Lisa Starken in den Journalismus war kein klassischer. Bevor sie politische Themen erklärte, arbeitete sie mehrere Jahre in der Justiz – als Diplom-Rechtspflegerin bei der Staatsanwaltschaft. Im Gespräch bei Dominik erzählt sie, dass diese Zeit ihren Blick auf Gesellschaft stark geprägt hat: Wer täglich mit Strafverfahren und juristischen Akten zu tun hat, bekommt einen sehr direkten Eindruck davon, wie gesellschaftliche Konflikte entstehen – und wie sie sich politisch spiegeln. 2020 entschied sie sich schließlich, als Journalistin selbstständig zu arbeiten. Heute erreicht sie mit ihrem Podcast „Die Informantin“, auf Social Media und mit ihren Büchern ein großes Publikum. Ihr Ziel: Politik verständlich erklären – ohne komplizierte Sprache und ohne Distanz.
Warum Menschen populistische Parteien wählen
Ein Thema zieht sich durch viele ihrer Projekte: der Umgang mit Rechtspopulismus. In ihrem Bestseller „Zu Besuch am rechten Rand – Warum Menschen AfD wählen“ sprach Starken mit Wählerinnen und Wählern aus ganz Deutschland. Dabei ging es ihr nicht darum, politische Positionen zu relativieren, sondern darum zu verstehen, welche Erfahrungen, Ängste oder Frustrationen hinter bestimmten politischen Entscheidungen stehen. Auch im Gespräch mit Dominik wird deutlich: Für sie gehört Zuhören genauso zum Journalismus wie Analyse.
Wenn demokratische Systeme unter Druck geraten
Mit ihrem neuen Buch geht Starken noch einen Schritt weiter. Während ihr erstes Buch vor allem auf einzelne Wähler*innen blickte, richtet sich der Fokus nun auf politische Systeme. In „Wenn der rechte Rand regiert“ untersucht sie internationale Beispiele – etwa aus den USA, Polen oder Italien – und zeigt, wie sich Demokratien verändern können, wenn autoritäre Kräfte stärker werden. Eine zentrale Beobachtung aus ihrer Recherche: Demokratien kippen selten über Nacht. Viel häufiger verändern sie sich langsam – durch neue politische Narrative, verschobene Grenzen in Debatten und durch institutionelle Veränderungen. Gerade deshalb sei es wichtig, diese Entwicklungen früh zu erkennen.
Was das für Deutschland bedeutet
Im Gespräch stellt Dominik auch die Frage, welche Parallelen sich zu Deutschland ziehen lassen. Starken betont dabei, dass Demokratien grundsätzlich widerstandsfähig sein können – aber nur, wenn gesellschaftliche Warnzeichen ernst genommen werden.
Medien, politische Bildung und öffentliche Debatten spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn Demokratie funktioniert nicht nur durch Institutionen, sondern auch durch gesellschaftliches Engagement.
Oder anders gesagt: Die Stabilität einer Demokratie hängt immer auch davon ab, wie aufmerksam eine Gesellschaft bleibt.
Politik erklären – für möglichst viele Menschen
Am Ende der Sendung wird noch einmal deutlich, warum Sally Lisa Starken heute so viele Menschen erreicht: Sie versucht, Politik greifbar zu machen.
Nicht als abstrakte Debatte – sondern als etwas, das den Alltag von Menschen unmittelbar betrifft.
Und genau deshalb, sagt sie, lohnt es sich, über Demokratie zu sprechen. Immer wieder.


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