Von Kippen in der Popmusik und wie man aufhört.
Alles zum Wochenthema "Schall & Rauch"
Die ganze Woche geht es bei egoFM um das Thema "Schall & Rauch". Wir sprechen mit darüber, warum du rauchen willst, sobald du Alkhol trinkst und Rauchen gerade total Mainstream ist.
Wie höre ich auf zu Rauchen?
Heute rauchen weltweit noch immer über eine Milliarde Menschen: Zigaretten, Shishas, Vapes und E-Zigaretten oder Gras. Etwa 20% davon werden an den Folgen des Rauchens sterben. Viele wollen versuchen aufzuhören, das ist aber gar nicht so easy. Darüber sprechen wir mit Stephanie Eckhard vom Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. Sie leitet dort das Referat für Suchtprävention und stellt die Aktion "Rauchfrei im Mai" vor. - Nur zwei bis drei Prozent schaffen es, ohne professionelle Unterstützung mit dem Rauchen aufzuhören.
- Nach circa sieben Tagen ist das Nikotin aus dem Körper draußen.
- Menschen brauchen circa fünf bis sieben Wochen, um mit dem Rauchen aufzuhören.
- Zehn Jahre rauchfrei bedeutet, dass das Risiko an Lungenkrebs zu sterben nur noch halb so groß ist.
Ist Rauchen gerade wieder Mainstream?
Vor allem in der Pop- und Rockmusik spielen Zigaretten schon immer eine Rolle. Manche Bands oder Künstler*innen verbinden wir regelrecht mit einer Kippe im Mund: Keith Richards, Bob Dylan, aber auch Charli XCX oder Dua Lipa. Was für eine Rolle spielt Rauchen in der Popkultur und ist es gerade wieder voll im Mainstream angekommen? Das besprechen wir mit Prof. Dr. Christoph Jacke von der Uni Paderborn. Er leitet unter anderem die Studiengänge "Populäre Musik und Medien BA/MA" und forscht zum Thema.- Rauchen steht unter anderem als kulturelles Symbol für eine Art Befreiung und Amerikanisierung, da US-amerikanische Soldaten während des zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit Zigaretten nach Deutschland gebracht haben.
- Neben E-Zigaretten steigt auch der Tabakkonsum bei jungen Menschen wieder an. Ob das damit zusammenhängt, dass Promis wie Dua Lipa oder Sabrina Carpenter rauchen, lässt sich nicht sicher sagen, eine bestimmte Auswirkung haben sie als Vorbilder dafür aber vermutlich trotzdem.
Noch mehr Spannende Fakten zum Rauchen
Warum wollen wir rauchen wenn wir trinken
- Theorie 1 – Alkohol enthemmt: Alkohol wirkt auf die Nervenzellen und macht uns mit steigendem Pegel hemmungsloser. Gute Vorsätze werfen wir leichter über Bord.
- Theorie 2 – Dopamin: Beim Rauchen schüttet das Gehirn Dopamin aus, das sogenannte Glückshormon. Der Körper speichert Rauchen dadurch als positives Erlebnis – was dazu verleitet, immer wieder zur Zigarette zu greifen.
- Theorie 3 – Alkohol und Nikotin ergänzen sich: Alkohol macht müde und sediert, Nikotin wirkt dagegen aufputschend.
- Sozialer Faktor: Gerade auf Partys oder in der Kneipe kommt man durchs Rauchen leicht ins Gespräch. Wenn das Umfeld raucht, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst zur Zigarette zu greifen – auch bei Gelegenheitsraucher*innen.
Wann es welche Verbote zum Rauchen gab und gibt
- 1975: Tabakwerbung wird aus Funk und Fernsehen verbannt.
- 1998: Lufthansa verbietet das Rauchen auf allen seinen Flügen.
- 2002: Auf allen Zigarettenpackungen müssen Warnhinweise stehen, zum Beispiel "Rauchen kann tödlich sein" oder "Rauchen verursacht Herzinfarkte".
- 2007: Bundesnichtraucherschutzgesetz – Das erste bundesweite Gesetz zum Nichtraucherschutz tritt in Kraft. Ab dem 1. September gilt ein Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden des Bundes sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln: Züge, Busse, Straßenbahnen, Taxis und Flugzeuge sind rauchfrei. In Bahnhöfen ist Rauchen nur noch in abgegrenzten Bereichen erlaubt.
- 2008: In allen Bundesländern gelten nun Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und der Gastronomie – allerdings mit zahlreichen Ausnahmen, weshalb die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich bleiben.
- 2016: Zusätzlich zu den Textwarnungen kommen abschreckende Bilder auf die Packungen.
- März 2024: Das bestehende Rauchverbot wird ausgeweitet und umfasst nun auch Cannabisprodukte und E-Zigaretten.
Was sich verbessert, wenn du aufhörst zu rauchen
- Nach 24 Stunden sinkt das Herzinfarktrisiko bereits messbar.
- Nach etwa einer Woche erholen sich Geruchs- und Geschmackssinn spürbar.
- In den folgenden Wochen und Monaten verbessert sich die Lungenfunktion, die Atmung fällt leichter und die Anfälligkeit für Infekte sinkt.
- Nach einem Jahr ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits deutlich reduziert.
- Nach mehreren Jahren gleichen sich zentrale Risiken wie Lungenkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt zunehmend denen von Nichtraucher*innen an.
Mehr zum Thema hörst du die ganze Woche im Programm bei egoFM. Hier gibt es noch mehr zum Nachlesen.


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