Medienkritikerin Nadia Zaboura zu Gast im egoFM Talkradio

Medienkritikerin Nadia Zaboura zu Gast im egoFM Talkradio

Warum Kommunikation scheitern muss

Von  Dominik Kollmann
Wir leben in einer Welt, in der Information allgegenwärtig ist. Doch wie genau wird unsere Wahrnehmung von Medien geformt?


Warum das Scheitern von Kommunikation eine Grundkonstante ist und was uns das über unsere Gesellschaft verrät

In einer Zeit, die von Krisen, politischer Polarisierung und einer schwindenden Debattenkultur geprägt ist, stellt sich oft die Frage, wie wir als Gesellschaft überhaupt noch zueinanderfinden können. Um dies zu verstehen, müssen wir uns das Werkzeug anschauen, das diese Diskurse formt: unsere Medien. Nadia Zaboura, Kommunikationswissenschaftlerin, Linguistin und politische Beraterin, ist eine der profiliertesten Medienkritikerinnen Deutschlands. Im egoFM Talkradio  gibt sie Einblicke in ihre Arbeit und analysiert, wo der Journalismus heute glänzt, aber vor allem, wo er versagt.


"Kommunikation ist fehlbar"

Das vielleicht wichtigste Prinzip, das Zaboura in ihrem Studium der Kommunikationswissenschaften verinnerlicht hat, ist der Grundsatz: Kommunikation ist fehlbar. Das bedeutet im Umkehrschluss:Kommunikation kann erstmal nicht gelingen. In einer Welt, in der wir eigentlich davon ausgehen, dass Sprache präzise und eindeutig sei, ist dies eine unbequeme Wahrheit. Kommunikation scheitert oft. Für Zaboura ist dies jedoch kein Grund zur Resignation, sondern ein Aufruf zu einer besseren Analyse.

Die "Kommunikationsmatrix" im Wandel

Ein zentraler Punkt ihres Schaffens ist die Analyse dessen, was sie die Kommunikationsmatrix nennt – also die Dimensionen, in denen zwischenmenschliche Kommunikation stattfindet. Während in ihrer Kindheit Kommunikation maßgeblich analog und durch ein überschaubares Mediensystem geprägt war, hat sich dies durch die Digitalisierung grundlegend verändert. Heute operieren wir in einer Umgebung, in der immer mehr Störfaktoren – wie zum Beispiel massenhaft produzierte KI-Inhalte – unsere Wahrnehmung beeinflussen.

Die Rolle des verantwortungsbewussten Journalismus

Was ist also die Lösung? Für Zaboura liegt sie in einer "hermeneutischen Wohlwollen":
"Dass wir uns erstmal gegenseitig unterstellen, dass wir aneinander interessiert sind und B gemeinsam ein Ziel verfolgen, nämlich das der Verständigung." -  Nadia Zaboura

Sie plädiert dafür, wieder zu einer journalistischen Praxis zurückzukehren, die Werte wie Integrität und Ethik nicht als Hindernis, sondern als Grundvoraussetzung betrachtet. Zum ihrem Buch Medien zwischen Macht und Ohnmacht, das sie zusammen mit Reiner Nübel und Daniel Rölle geschrieben hat, betont sie: "Behaltet euren inneren Kompass und eure Menschlichkeit." Es ist ein Appell an alle Akteure im Mediensystem, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und den Journalismus als das zu begreifen, was er sein sollte: ein Korrektiv, das zur Verständigung beiträgt, statt sie zu verhindern.

Das ganze Gespräch mit Nadia Zaboura kannst du hier hören und überall, wo es Podcasts gibt. 


  • egoFM Talkradio
    Nadia Zaboura (Medienkritikerin)

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